Vier Zimmer, Küche, Garten. Wer rund um Forchheim danach sucht, geht oft genug leer aus. Der Immobilienmarkt ist seit Jahren angespannt; sowohl was günstige Mietwohnungen als auch den Erwerb von Eigentum betrifft. Eine Chance auf etwaige Schnäppchen bietet der Blick in die aktuellen Zwangsversteigerungen.
Was für die einen eine schlechte Nachricht ist, kann für Interessenten eine gute sein: Wie der Fachverlag Argetra meldet, würden wegen Wirtschaftskrise und Zinsanstieg deutlich mehr Immobilien in Deutschland zwangsversteigert. 2024 seien an den knapp 500 Amtsgerichten in Deutschland 13.445 Gerichtsverfahren für Häuser, Wohnungen und Grundstücke eröffnet worden, im Jahr zuvor seien es noch 12.332 gewesen. Für das aktuelle Jahr rechnen die Autoren mit einem erneuten Anstieg.
Für Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen von Immobilien (beispielsweise bebaute und unbebaute Grundstücke, Landwirtschaftsflächen, Wald, Eigentumswohnungen, Erbbaurechte) im Landkreis Forchheim, in Stadt und Landkreis Bamberg sowie im Landkreis Haßberge ist das Amtsgericht in Bamberg zuständig. Es gibt zwei Versteigerungsarten: Entweder die Vollstreckungsversteigerung (Schuldversteigerung), die auf Antrag eines Gläubigers aufgrund eines Vollstreckungstitels gegen den Eigentümer angeordnet werden. Daneben gibt es die „Versteigerung zum Zwecke der Aufhebung einer Eigentümergemeinschaft auf Antrag eines Miteigentümers“.
Zwangsversteigerung: Vier Objekte derzeit im Landkreis Forchheim
Im Landkreis Forchheim stehen nach aktuellem Stand vier Zwangsversteigerungen von Immobilien an, wie dem offiziellen Portal des Gerichts zvg-portal.de zu entnehmen ist. Ob es am Ende wirklich ein Schnäppchen wird und ob sich das Bieten lohnt, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ein genauer Blick aber könnte sich für Kaufinteressenten lohnen.
Immobilie 1: Mehrfamilienhaus in Torstraße in Forchheim
Angeboten wird ein zweigeschossiges, teilunterkellertes Mehrfamiliengebäude (fünf Wohnungen) mit ausgebauter Dachgeschossetage nebst Erweiterungsbauten in der Torstraße in Forchheim. Die Wohnfläche beträgt fast 351 Quadratmeter. Derzeit wird das 1886 gebaute Gebäude (Anbauten kamen später hinzu) zumindest teilweise als Asylunterkunft genutzt, wie dem Exposé zu entnehmen ist.
Allerdings weist das Gebäude den Angaben des Sachverständigen zufolge zum Teil erhebliche Baumängel und Bauschäden auf, auch was etwa den Brandschutz betrifft. Darüber hinaus sei wohl die fünfte Wohnung ohne Baugenehmigung angebaut worden. Der Sachverständige betitelt das Objekt als „mäßig bis schwer marktgängig“. Der Verkehrswert wurde im August 2024 mit 581.000 Euro festgelegt.
Zwangsversteigerung am Freitag, 7. November, 8 Uhr (Amtsgericht Bamberg, Synagogenplatz 1, 96047 Bamberg, Sitzungssaal 28)
Immobilie 2: Wohnhaus und Nebengebäude Am Gründelbach in Forchheim
Angeboten wird eine Doppelhaushälfte mit zwei Wohnungen samt Nebengebäude Am Gründelbach in Forchheim. Das Grundstück hat eine Fläche von 220 Quadratmeter, Wohnfläche gibt es circa 154 Quadratmeter. Laut Gutachter handele es sich um eine „ordentliche Wohnlage im südlichen Innenstadtbereich“.
Das Haus selbst wurde 1932 gebaut, das Dachgeschossen mit Gauben 1968 ausgebaut. Im Keller gibt es einen Partyraum mit Bar sowie den Öltankraum. Im Erdgeschoss befindet sich eine Dreizimmerwohnung (52 Quadratmeter), in beiden oberen Stockwerken noch eine Maisonettewohnung mit insgesamt 102 Quadratmetern Fläche.
Laut Verkehrswertgutachten befinde sich das Wohnhaus in „einem dem Alter entsprechenden, teilweise jedoch mit deutlichem Instandhaltungsrückstau behaftetem Zustand“. Darüber hinaus geht der Gutachter davon aus, dass die Dämmung wohl nicht mehr aktuellen Gesetzesvorgaben entspricht und die funktionierende Ölheizung „in absehbarer Zeit“ ausgetauscht werden müsse. Der Verkehrswert beträgt laut Gutachten vom März dieses Jahres 365.000 Euro, plus 3000 Euro für die zwei Küchen.
Zwangsversteigerung am Freitag, 28. November, 8 Uhr (Amtsgericht Bamberg, Synagogenplatz 1, 96047 Bamberg, Sitzungssaal 28)
Immobilie 3: Wohnhaus mit Nebengebäude in der Klosterstraße in Weißenohe
Das Wohnhaus in der Klosterstraße in Weißenohe verfügt über eine Wohnfläche von insgesamt circa 241 Quadratmeter, das Grundstück ist 440 Quadratmeter groß. Gebaut wurde das Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts, Mitte der 1960er umgebaut, 1991 erfolgte der Ausbau des Dachgeschosses. Beheizt wird mit Öl-Einzelöfen.
Wie dem Verkehrswertgutachten aus dem Jahr 2022 zu entnehmen ist, befinde sich das Obergeschoss in einem „maroden, vermüllten Zustand“, ebenso wie das Öllager. Darüber hinaus habe es in der Dämmung der Dacheindeckung einen Marderbefall gegeben. Fazit des Verkehrsgutachters: „Das Wohnhaus stellt sich im Zustand der Zweckmäßigkeit dar“. In Zahlen ausgedrückt bemisst er den Verkehrswert (Gutachten vom Oktober 2022) auf 260.000 Euro (plus zwei Küchenzeilen mit je 500 Euro).
Zwangsversteigerung am Montag, 22. September, 9.30 Uhr (Amtsgericht Bamberg, Synagogenplatz 1, 96047 Bamberg, Sitzungssaal 101)
Immobilie 4: Zweifamilienhaus in der Hauptstraße in Hetzles
Versteigert wird ein Zweifamilienhaus mit integrierter Garage in der Hauptstraße in Hetzles. Die Wohnfläche des 1963/64 erbauten Hauses beträgt insgesamt etwa 213 Quadratmeter, geheizt wird mit einer Zentralölheizung. Zwischen 1990 und 2017 seien diverse Modernisierungen vorgenommen worden, beispielsweise der Einbau eines behindertengerechten Bades und ein neues Dach (2004). Dazu gehört darüber hinaus ein 59 Quadratmeter großes Nebengebäude, das früher als Werkstatt und Geflügelstall genutzt worden ist.
Laut Verkehrswertgutachten gebe es einige kleine Bauschäden am Wohnhaus, das aktuell wohl nicht bewohnt ist. Die Zufahrt erfolgt über ein fremdes Grundstück. Im Dezember 2024 wurde der Verkehrswert 852.000 Euro ermittelt.
Zwangsversteigerung am Montag, 11. August, 11 Uhr (Amtsgericht Bamberg, Synagogenplatz 1, 96047 Bamberg, Sitzungssaal 101)



















