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Mega-Wohnprojekt in Forchheim
Halbes Jahr nach Klage: So steht es ums Philosophenviertel
Inzwischen prägt sie das Stadtbild: Die Baugrube auf dem ehemaligen Jahngelände sollte der Start des Philosophenviertels sein. Stattdessen wurde das Projekt mit ihrem Aushub begraben.
Inzwischen prägt sie das Stadtbild: Die Baugrube auf dem ehemaligen Jahngelände sollte der Start des Philosophenviertels sein. Stattdessen wurde das Projekt mit ihrem Aushub begraben. // Bjarne Bahrs
Forchheim – Unveränderte Baustelle statt hunderter Wohnungen: Nach der Klage des Bauträgers gegen die Stadt Forchheim ruht alles am Philosophenviertel. Wie der weitere Weg bis zum Gerichtsprozess aussieht.

Seit mehr als einem Jahr klafft auf dem ehemaligen Forchheimer Jahn-Gelände inzwischen schon die massive Baugrube. Mit ihr hätte eigentlich das Kapitel des Forchheimer Philosophenviertels erst so richtig durchstarten sollen. Fast 300 Wohnungen, ein Kindergarten und alles, was man sonst so im direkten Umfeld braucht, hätte es hier geben sollen. Ein Jahr nachdem die Baustelle gestartet wurde, ist der Blick auf das ehemalige Sportgelände unverändert.

Philosophenviertel-Chefs klagen gegen Stadt Forchheim

Während hier also bis auf ein wenig Graswachstum relativ wenig geschieht, bereiten sich die Stadt und der Projektentwickler weiter auf ihren kommenden Rechtsstreit vor Gericht vor. Zur Erinnerung: Nachdem der Forchheimer Stadtrat zum Jahresende 2024 dem Investor und dem Projektentwickler die Baugenehmigung entzogen hatte, zogen diese im Dezember vor das für Forchheim zuständige Verwaltungsgericht Bayreuth. Dass das Thema Philosophenviertel vor Gericht geklärt werden muss, überraschte zu diesem Zeitpunkt bereits niemanden mehr. So verhärtet waren die Fronten bereits nach einer langen Serie an Problemen.

Philosophenviertel: Langsamer Weg zum Gerichtsverfahren

Nun, ein halbes Jahr nachdem Philosophenviertel Investor Friedrich Scheck und sein Projekt-Chef Claus Krenstetter über ihre Berliner Anwaltskanzlei vor dem Verwaltungsgericht Klage gegen die Stadt Forchheim eingereicht haben, schleicht sich der ganze Fall nur sehr langsam in die Richtung eines baldigen Prozesses.

Ein Termin zur mündlichen Verhandlung sei auch weiterhin nicht absehbar, heißt es von Seiten des Verwaltungsgerichts auf Nachfrage. Auch ein halbes Jahr später sei das langwierige Prozedere aus Begründungen, Erwiderungen, neuen Begründungen und Anträgen nicht abgeschlossen.

Claus Krenstetter bleibt trotz Rechtsstreit selbstbewusst

An den jeweiligen Streitfronten gibt man sich gelassen, was ein kommendes Verfahren angeht. So äußert sich auch der österreichische Projektchef Claus Krenstetter am Telefon. „Wir sind jetzt nun mal in diesem laufenden Verfahren und werden auch gewinnen“, erklärt Krenstetter selbstbewusst gegenüber der Redaktion. Über ein potenzielles Scheitern müsse er gar nicht nachdenken.

So steht es bei der Stadt Forchheim

Sicherlich ähnlich überzeugt von der eigenen Position ist auch die Stadt Forchheim, auch wenn diese sich mit der eigenen Reaktion naturgemäß zurückhält. „Aktuell gibt es keinen neueren Stand rund um das Philosophenviertel“, erklärt Stadtsprecherin Britta Kurth auf Nachfrage von fraenkischertag.de. Auch im Forchheimer Rathaus gehen also die Vorbereitungen weiter.

Rechtsexperten räumen der Stadt dabei auch gute Chancen ein. So etwa der Berliner Anwalt Rolf Kemper, den fraenkischertag.de bereits im November zum möglichen Gerichtsprozess gefragt hatte. „Die Stadt Forchheim hat auf den ersten Blick sauber gearbeitet, das könnte sehr wahrscheinlich vor Gericht Bestand habe“, meinte der Berliner Anwalt damals.

Keine Chance für außergerichtliche Einigung?

Natürlich muss die ganze Streiterei zum Philosophenviertel nicht unbedingt vor einem Richter landen. Bis zuletzt könnten sich Stadt und Bauträger außergerichtlich um eine Einigung bemühen. Dafür bräuchte es aber wohl zumindest Gespräche zwischen den beiden Parteien. Davon habe es, so die beiden Seiten deutlich, nach der Einreichung der Klage allerdings keine mehr gegeben. „Unser Ziel ist es weiterhin, die Wohnungen zu bauen“, so Krenstetter. Auch nach einem halben Jahr Rechtsstreit hätte sich an diesem Ziel nichts geändert.

Während sich Stadt und Bauträger weiter auf diversen rechtlichen Kommunikationswegen durchsetzen wollen, wird an einem Ort allerdings gar nichts mehr durchgesetzt. Dort, wo das Philosophenviertel eigentlich schon längst stehen sollte, klafft nur die Baugrube weiter. An dem bescheidenen Anblick des Geländes wird sich in der nächsten Zeit auch nichts ändern, denn bis das Verwaltungsgericht Bayreuth entschieden hat, wird auf dem Gelände weder gebaggert noch gebaut. Und bis eine Entscheidung in Bayreuth überhaupt fallen kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen.

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