"Schwarzbauaffäre"
Überbaute Grenzen: Haßfurter CSU zieht Bilanz
Jahresversammlung des CSU-Ortsverbandes Haßfurt
Mancher Grundbesitzer im Baugebiet Osterfeld zwischen Haßfurt und Wülflingen bekam Schwierigkeiten wegen der Grenzverletzungen, die die Stadt Haßfurt nicht hinnahm.
Foto: Günter Flegel, FT-Archiv
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Haßfurt – Der CSU-Ortsverband Haßfurt blickte bei seiner Jahresversammlung auf einige brisante Themen zurück, etwa auf die Grenzverletzungen.

Der CSU-Ortsverband Haßfurt hatte bei seiner Jahresversammlung im kleinen Saal der Stadthalle in Haßfurt eine große Tagesordnung. Manches hatte eine gewisse Brisanz. In der Causa „Schwarzbauaffäre“ waren sich die versammelten CSUler einig: Wer unerlaubt fremden Grund und Boden überbaut, muss selbstverständlich zurückbauen.

„Auch ganz egal, ob hier Anwälte und Richter bemüht werden. Bei uns in Deutschland gibt es vorgeschriebene Verfahren für solche Angelegenheiten mit förmlichen Anträgen, Genehmigungen und Bescheiden. Da kann auch nichts mündlich genehmigt werden. Das heißt, es liegt keine Genehmigung dafür vor! Da brauchen wir doch keine Gerichte!“, sagte ein CSU-Mitglied, ein Verwaltungsjurist.

Vorsitzender Christian Schneider begrüßte in diesem Zusammenhang die deutliche und klare Entscheidung des Ersten Bürgermeisters Günther Werner, dass ausnahmslos jeder alles zurückbauen muss. Die später herbeigeführte Entscheidung des Bau- und Umweltausschusses sei zwar obsolet, die Diskussion darüber lohne sich allerdings nicht.

CSUler zeigen sich überrascht vom den „Dilettantismus der Wählergemeinschaft“

Überrascht zeigte sich die Versammlung vom „Dilettantismus“ der Wählergemeinschaft (WG): „Keinerlei Aufarbeitung innerhalb der WG, daher auch keine öffentlichen Äußerungen“. Zwischen dem Ersten und dem Dritten Bürgermeister scheine sich ein tiefer Spalt zu bilden, und das könne für die Entwicklung der Stadt nur schädlich sein.

„WG und SPD verfangen sich gerade in einem Netz von Nebenkriegsschauplätzen und Ablenkungsmanövern. Immer weiter driftet man von der eigentlichen Frage ab. Ich habe große Angst, dass die Stadt Haßfurt weiteren Schaden nimmt. Damit muss jetzt Schluss sein! Ich werde die Spitzen der anderen Parteien zu einem runden Tisch einladen. Außerhalb der Regularien der Gemeindeordnung. Um wieder zurückzukommen zu einer unaufgeregten Sachpolitik zum Wohle der in Haßfurt und seinen Stadtteilen lebenden Menschen!“ sagte CSU-Chef Christian Schneider.

Jahresversammlung des CSU-Ortsverbandes Haßfurt
Geehrte Von links nach rechts: Stephan Schneider / Katharina Tschischka / Hubertus Widera /Hans Stierlen / stellvertretende Vorsitzende Claudia Glückert / Bernd Franz /Hans-Werner Hodel / Konrad Schobert / Stephan Biertempfel / 1. Vorsitzender Christian Schneider
Foto: Christian Schneider

In seinem Eingangsstatement ging Schneider darauf ein, dass der Ortsverband der CSU zwar auch immer für die Landes- und Bundespolitik verantwortlich gemacht werde, aber natürlich hauptsächlich als „Haßfurter CSU“ die Interessen seiner Mitglieder und aber auch die der Haßfurter Bürger in der Kommunalpolitik vertrete.

Ergebnis der Wahl der Delegierten der CSU

Als Delegierte zur besonderen Kreisvertreterversammlung wurden gewählt: Petra Frosch, Claudia Glückert, Rudolf Handwerker, Sonja Käb, Ubaldo Loiero, Ilker Özalp, Ulrike Schellenberger, Michael Schlegelmilch, Christian Schneider, Helga Schumacher, Barbara Schweinfest und Wilma Frey.

Ersatzdelegierte wurden Christian Ankenbrand, Franz Beck, Stephan Biertempfel, Sandra Grimm, Horst Hofmann, Dr. Sebastian Jäpel, Sebastian Pollach, Alexander Schnaus, Alfred Schneider, Dr. Joachim Schwach, Eva-Maria Schwach und Ute Ulbrich. Diesen Delegierten obliegt nun – mit jenen aus den anderen Ortsverbänden – die Wahl der Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen 2023.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder des CSU-Ortsverbandes stand auf der Tagesordnung. Aufgrund der vorherrschenden Pandemie konnten 2020 und 2021 keine Ehrungen durchgeführt werden. Dies bedauerte die damalige Vorsitzende und jetzige Stellvertreterin Claudia Glückert sehr. Um so mehr war es ihr eine Freude, den Vorsitzenden bei den Ehrungen zu unterstützen.

Folgende CSU-Ortsverbandsmitglieder wurden geehrt:

Katharina Tschischka (10 Jahre), Bernd Franz (20), Stephan Biertempfel (20), Stephan Schneider (25), Hans Stierlen (50), Hans-Werner Hodel (50), Hubertus Widera (55) und Konrad Schobert (55).

Schneider sprach den Geehrten großen Dank aus für jahrelange Treue zur CSU und insbesondere für ihr Engagement in Vereinen, kommunalpolitischen Kollegialgremien und in der CSU selbst.

Noch ein Wort zu Norbert Geier

Schneider sagte im Zusammenhang mit dem Fraktionswechsel von Norbert Geier, dass Geier das Amt des Zweiten Bürgermeisters gut ausführe. „Und da oberste Prämisse unseres Handelns als Organisation der kommunalpolitischen Willensbildung das Wohl der Stadt Haßfurt sein muss, ist es an der Zeit, die Verwerfungen der letzten Jahre hinter uns zu lassen.“ Diesem Gedanken folgte auch die Mitgliederversammlung.

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