Ein fast 40-jähriger Mann soll sich in Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt mehrfach an einem elfjährigen Mädchen vergangen haben. Am Donnerstag hat sich der Angeklagte vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen schwerem sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen sowie dem Besitz von Kinderpornos verantworten müssen. Konkret sollen sich die Übergriffe im letzten Herbst im Haus der Angeklagten abgespielt haben.
Bei mindestens zwei Gelegenheiten soll der ledige Verwaltungsangestellte das 2010 geborene Mädchen sexuell missbraucht haben. Der Geschlechtsverkehr soll in beiden Fällen ungeschützt erfolgt sein. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei zudem über eintausend kinderpornographische Fotos und fast 150 Videos auf dem Computer des Angeklagten sichergestellt.
39-Jähriger gesteht Kindesmissbrauch
Bei der Aktion hatte die Polizei wohl auch Chatnachrichten mit dem Mädchen auf dem Mobiltelefon des Angeklagten entdeckt. Nach seiner Festnahme im Mai musste der 39-Jährige in U-Haft auf den Prozess warten. Zum Prozessauftakt erklärte er über seinen Anwalt, dass er alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe vollumfänglich einräumt.
Die sexuellen Übergriffe hätten erst nach der Hausdurchsuchung der Polizei stattgefunden, erklärte der Angeklagte. Zwischen den beiden Vorfällen seien mehrere Wochen vergangen, sagte der 39-Jährige − ohne sich für die Taten vor Gericht zu entschuldigen. Nach seinem Geständnis sagte die Mutter der geschädigten Tochter und ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten als Zeugin vor dem Landgericht aus.
Mutter wusste nichs von Kindesmissbrauch
Die Frau habe von dem sexuellen Missbrauch ihrer Tochter erst kurz vor der Festnahme des Angeklagten durch die Polizei erfahren. Bei der Durchsuchung hätte die Polizei einschlägige Fotos der Tochter auf den elektronischen Geräten des Angeklagten entdeckt. „Warum haben Sie erst so spät von den Vorfällen erfahren?“, will Richter Michael Fischer von der Mutter wissen.
„Meine Tochter wollte mir nicht wehtun. Meine Tochter wollte meine Beziehung zu dem Angeklagten nicht kaputt machen“, sagte die Mutter unter Tränen im Zeugenstand aus. „Das sind die Gedanken eines knapp zwölfjährigen Kindes. Da steckt man nicht drin“, sagte der Richter.
Urteil: Viereinhalb Jahre Haft
Direkt nach den Vorfällen sei die Tochter nicht verhaltensauffällig gewesen, berichtete die Mutter. Mittlerweile seien die schulischen Leistungen allerdings „überhaupt nicht mehr berauschend“. Nach dem Bekanntwerden der sexuellen Übergriffe wolle die mittlerweile 13-jährige Tochter auch mit ihr nicht mehr über die Taten sprechen. Die Hilfe von Psychologen lehne die Tochter aus Schamgefühl ebenfalls ab. „Das kann man verstehen“, sagte der Richter.
Am Ende ist der Richter in seinem Urteil mit einer Freiheitsstrafe in Höhe von viereinhalb Jahren nur knapp unter der Forderung der Anklage geblieben. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre gefordert, die Verteidigung auf viereinhalb Jahre plädiert.
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