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Polizei: Keine Gefährdungslage
„Amok“-Drohung an Realschule Herzogenaurach sorgt für Angst
Die Realschule Herzogenaurach. 170 Schülerinnen und Schüler schreiben in diesen Tagen bei Hitze ihre Abschlussprüfungen.
Die Realschule Herzogenaurach. 170 Schülerinnen und Schüler schreiben in diesen Tagen bei Hitze ihre Abschlussprüfungen. // Foto: Natália dos Reis Gonçalves/ FT-Archiv
Herzogenaurach – In der Realschule Herzogenaurach hat man üble Drohnachrichten entdeckt. Warum die Polizei nicht von einer Gefahr ausgeht und was ausgerechnet ein perfides Online-Phänomen damit zu tun haben könnte.

An der staatlichen Realschule in Herzogenaurach hat die Entdeckung von Schmierereien am Donnerstag, 24. Juli, für Besorgnis und Aufregung gesorgt. „Was ist in unserer Stadt los?“, fragt sich ein Herzogenauracher über den Vorfall in den sozialen Medien. Eine Mutter schreibt, dass sie ihr beunruhigtes Kind an diesem Tag vom Unterricht befreit habe. 

In der Schule und im Parkhaus An der Schütt wurden Kritzeleien entdeckt, die bei den Betroffenen vermutlich Panik auslösen sollten. Eine unbekannte Person hatte die teils unleserlichen Nachrichten „Amok“ „RSH“, sowie das Datum „24.07.25“ und „Messersticherei“ an Wänden hinterlassen.

Droh-Schmierereien an Realschule Herzogenaurach ruft Polizei auf den Plan

Wegen der schriftlichen Drohungen hatte die Realschule in dieser Woche die Polizei verständigt. Wie Pressesprecher Marc Siegl vom Polizeipräsidium Mittelfranken auf FT-Anfrage mitteilt, läge laut deren Erkenntnissen „keine Gefährdungslage vor“.

„Wir haben frühzeitig von dem Vorfall Kenntnis erhalten, und sind zeitnah zu dem Schluss gekommen, dass keine konkrete Gefährdungslage vorliegt“, sagt Siegl.

Die Nachrichten mit bedrohlichem Inhalt seien von Experten des Polizeipräsidiums bewertet worden. Laut dem Pressesprecher vermuten die Ermittler eine perfide, aber harmlose Ursache hinter dem Vorfall: „Die Polizei geht davon aus, dass ein unbekannter Täter möglicherweise im Zusammenhang mit einer TikTok-Challenge die Botschaften geschrieben hat.“

An dieser Stelle im Parkhaus An der Schütt wurden in dieser Woche die Drohschmierereien in Bezug auf die Realschule in Herzogenaurach entdeckt. Mittlerweile wurde die Nachricht übermalt.
An dieser Stelle im Parkhaus An der Schütt wurden in dieser Woche die Drohschmierereien in Bezug auf die Realschule in Herzogenaurach entdeckt. Mittlerweile wurde die Nachricht übermalt. // Foto: Adelheid Wagner

Drohungen in Herzogenaurach: Polizei vermutet TikTok-Challenge

Bei sogenannten TikTok-Challenges handelt es sich um Mutproben oder Herausforderungen, zu denen meist Jugendliche über die Social-Media-App TikTok von anderen Usern aufgerufen werden.

Gerade solche Schmierereien im Zusammenhang mit Amokdrohungen habe es laut dem Pressesprecher in Mittelfranken in jüngster Zeit häufig gegeben. Der Vorfall an der Realschule in Herzogenaurach trage laut Polizei buchstäblich die gleiche Handschrift.

Bei einer Kritzelei sei es zwar nicht immer möglich, einen Täter zu ermitteln. Die TikTok-Challenge sei ein bundesweit auftretendes Phänomen. „Täter sind sich vermutlich nicht bewusst, was sie mit solchen Botschaften auslösen“, sagt Siegl.

Sorge und Verunsicherung in Herzogenaurach 

In den sozialen Medien ist indes von Sorgen der Bewohner und der Schulgemeinschaft und auch von einem angeblichen Aufgebot der Polizei an der Schule zu lesen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums habe es kein „Polizeiaufgebot“ an der Realschule in Herzogenaurach gegeben. Es sei laut Siegl höchstens eine Polizeistreife vor Ort gewesen. Ob Schülerinnen und Schüler am Donnerstag dem Unterricht ferngeblieben sind, ist der Polizei nicht bekannt. Eine Stellungnahme der Schulleitung war vor Redaktionsschluss nicht möglich.

Grundsätzlich handelt es sich bei Drohnachrichten solcher Art um keine Streiche, sondern um Straftaten. „Täter müssen in solchen Fällen mit einer empfindlichen Strafe wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten rechnen“, erklärt Siegl.

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