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Neugestaltung in Höchstadt
Gräber fallen weg: Friedhofspläne schockieren Hinterbliebene
Friedhof Höchstadt
Die Neugestaltung des Friedhofs in Höchstadt sorgt bei vielen Bürgern für Frust. // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Die geplante Neugestaltung des Friedhofs in Höchstadt und die damit wegfallenden Gräber sorgen für Unruhe. Ein betroffener Angehöriger wirft der Stadt fehlende Kommunikation vor.

Ein Ort der Ruhe, ein Ort des Gedenkens, ein Ort der Trauerbewältigung. Ein Ort, um sich an schöne Stunden mit den Lieben zu erinnern, die nicht mehr da sind. Für viele Menschen ist ein Grab genau das. 

Umso schwerer fällt es manchen Höchstadtern aktuell, das Vorgehen der Stadt rund um die geplante Neugestaltung des Friedhofs nachzuvollziehen. Rund 500 Menschen hatten in den vergangenen Tagen Briefe erhalten, in denen sie darüber informiert wurden, dass eine Verlängerung ihres jeweiligen Grabrechtes nicht mehr vorgesehen sei. Um die Neugestaltung durchführen zu können, sei es erforderlich „Ordnung zu schaffen“, wie Bürgermeister Gerald Brehm erklärt hatte. In diesem Sinne sollen die Einzel- und Doppelgräber weitestgehend in der Mitte des Friedhofs zusammengefasst werden, während der Rest der Anlage parkähnlich gestaltet werden und auch Raum für andere Bestattungsarten bieten soll. Die Empörung bei vielen Betroffenen ist groß. 

So auch bei Peter Daniel Forster. „Mein Schwiegervater ist im April verstorben“, erklärt er. Seit Jahren habe seine Schwiegermutter das Grabrecht auf ein Grab ehemaliger Nachbarn gehabt und dieses liebevoll gepflegt. Das alte, größere Familiengrab hatte die Familie nach sorgfältiger Überlegung aufgegeben und sich stattdessen entschieden, den Vater und Ehemann im Grab der Nachbarn beizusetzen. „Natürlich in der Annahme, dass meine Schwiegermutter irgendwann neben ihm beerdigt werden kann“, so Forster. Dafür habe die Familie eigens im April das Grabrecht verlängert.

Friedhof Höchstadt: Familien bangen um Gräber von Angehörigen

Nun, rund drei Monate nach der Beisetzung, trudelt bei der Familie der Brief ein, laut dem das Grabrecht nach dem 31.12.2035 nicht mehr verlängert werden soll. „Meine Schwiegermutter ist richtig aufgewühlt“, sagt Forster. „Weil es noch so frisch ist. Sie hat Monate mit der Erkrankung meines Schwiegervaters hinter sich, dann die Pflege, das Ableben. Und jetzt kommt dieses Thema um die Ecke und wühlt alles wieder auf.“ Jeden Tag gehe sie aktuell ans Grab. „Sie braucht das auch, als Ort der Trauer. Wir haben uns ja bewusst für diese Bestattung entschieden“, sagt Forster. 

Der Familie gehe es nicht darum, dass die Neugestaltung auf den Weg gebracht wird. „Man sieht selber, dass der Friedhof und die Bestattungskultur einem Wandel unterliegen“, sagt Forster. Allerdings frage er sich, wieso die Familie nicht bei der Verlängerung im April auf die anstehenden Pläne hingewiesen wurde. „Wenn wir damals die Info bekommen hätten, dass dieser Bereich betroffen sein wird, hätten wir ja vor der Bestattung nach einer Alternative schauen können“, sagt Forster. Immerhin könne man sich nicht vorstellen, dass die Stadtverwaltung vor drei Monaten noch nichts von der Planung gewusst habe. 

Stattdessen mache die Familie sich nun Sorgen, wie es weitergeht. Auch andere Familien in Höchstadt fragen sich, was mit ihrem Familiengrab passierten könnte. „Man fragt sich, ob da dann einfach eine Bank drauf gestellt wird. Oder wie das funktionieren soll mit einer Umbettung“, erklärt Forster. Er ist Bezirkstagspräsident für den Bezirk Mittelfranken. Für ihn habe das Thema aber nichts mit der Politik zu tun, betont er, ihn und seine Familie betrifft es ganz privat – wie viele andere Höchstadter, die ihre Sorge gegenüber der Stadtverwaltung und in der Öffentlichkeit äußern.

Das sagt Höchstadts Bürgermeister Brehm

Bürgermeister Gerald Brehm kann die Kritik von Forster nachvollziehen. „Das Argument, dass man dann von vornherein nach einer Alternative hätte suchen können, halte ich für nachvollziehbar. Das hätte man ihnen anbieten können“, gibt er zu. Jedoch nimmt Brehm auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Schutz. Das Friedhofsamt habe alle Hände voll zu tun, da könne es passieren, dass man einzelne Details „nicht auf dem Schirm“ habe. Im Fall von Forsters Familie liege hier ein klares Argument für eine Einzelbegründung vor, so Brehm. Die Familie könne also einen Antrag auf Verlängerung stellen. „Damit müssen wir dann besonders sorgfältig umgehen in so einem Fall“, betont der Bürgermeister.

Auch anderen Betroffenen empfiehlt Brehm, sich an die Stadtverwaltung zu wenden, dort habe man ein offenes Ohr für die Sorgen der Bürger. Die Stadtverwaltung werde dann die Reaktionen sammeln, sorgfältig abwägen und das Konzept entsprechend weiterentwickeln – denn dieses sei auf keinen Fall in Stein gemeißelt. 

 

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