Ein Topf mit Wasser auf den Herd. Nudeln rein. Knapp zehn Minuten später wird die Fertigsauce darüber gekippt. Voilà, es ist angerichtet! Manchen Leuten liegt nach einem langen Tag nichts ferner, als sich ausgiebig in der Küche zu betätigen. Ganz anders ist da Anna Müller aus Großenseebach. Wenn sie nach Hause kommt, denkt sie oft „Jetzt bin ich endlich daheim. Jetzt darf ich endlich was kochen.“ Schnippeln, würfeln, rühren. Kochen bedeutet für die studierte Grundschullehrerin pure Entspannung. „Ich stehe gerne auch drei oder vier Stunden in der Küche.“
Mit ihrer Passion für die Kulinarik hat Müller es in dieser Woche ins Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) geschafft. Ein Millionenpublikum hat sie am Montag. 21. Juli, in der ersten Folge des derzeitigen Wettstreits der Sendung „Die Küchenschlacht“ gesehen. Damit darf sich die 26-Jährige wohl zu den talentiertesten Hobbyköchen Deutschlands zählen. In der ZDF-Show mit Sternekoch und Moderator Björn Freitag treten jede Woche sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegeneinander an. Jeden Tag scheidet ein Mitstreiter aus, bis am Freitag zwei Kandidaten im Finale gegeneinander antreten.
Die Küchenschlacht im ZDF: Sterneköche bewerten Teilnehmer
Während des Wettkampfs müssen sich die Mitstreiter in jeder Folge dem fachkundigen Urteil eines anderen Sternekochs stellen, um in die nächste Runde zu kommen. Für jedes Koch-Match wird ein bestimmtes Thema vorgegeben. Am Montag sollten die sechs Kandidaten und Kandidatinnen vor den Fernsehkameras ihr Leibgericht zaubern. Müller entschied sich für Lamm, genauer gesagt gebratenen Lammrücken mit Mint-Petersilie-Vinaigrette, Sellerie-Apfel-Stampf und grünen Bohnen.
Selbst der gefeiteste Hobbykoch betritt Neuland, wenn er zum ersten Mal vor einem versammelten Fernsehteam eine Mahlzeit zubereiten soll. Für Müller war es der erste Auftritt im Fernsehen. „Am Set waren etwa zwölf Kameraleute und die Regie. Insgesamt waren rund hundert Leute an der Aufzeichnung in Hamburg beteiligt“, sagt Müller.
Kurz vor ihrem Auftritt war die studierte Grundschullehrerin so nervös, dass sie beinahe nicht die Bühne betreten hätte. Dann hat sie sich Mut und einen Kochlöffel gefasst. „Sobald du dort stehst, und anfängst zu kochen, ist die Aufregung vorbei“, sagt sie über die Erfahrung.
Küchenschlacht Folge eins mit Sternekoch Thomas Martin
In der ersten Folge am Montag inspizierte der kritische Gaumen von Sternekoch Thomas Martin die Gerichte. Der Küchenchef des Jacobs Restaurant in Hamburg wurde mehrfach von Michelin und Gault-Millau ausgezeichnet.
Das erste Gericht war für sie vor allem ein Wettlauf gegen die Zeit. Normalerweise lässt sich Müller zum Kochen gerne Zeit. Im Fernsehstudio musste „alles in 35 Minuten fertig sein“, sagt sie. Unter Zeitdruck und der ungewohnten ZDF-Küche sei „Gott sei Dank nichts schiefgegangen.“
„Gerade bei der Zubereitung von Lamm ist die Zeit enorm wichtig“, sagt die anspruchsvolle Köchin: „Wenn man Lamm zu lange garen lässt, wird es zäh wie eine Schuhsohle. Als es fertig gegart war, ist die ganze Last von mir abgefallen.“ Sternekoch Martin bestätigte Müller ein präzises Zeitgefühl in der Küche. Sie habe das Lamm genau richtig zubereitet. Die Großenseebacherin hatte es mit ihrem Rezept in die zweite Runde geschafft.
Großenseebacherin in ZDF-Kochshow: Folge zwei am Dienstag
Auch in der Folge am Dienstag, 22. Juli, hat es Müller mit ihrem Gericht, Avocado-Mango-Lachs-Tartar mit Zitronencreme und Croûtons, in die nächste Runde geschafft. Bewertet wurde sie dieses Mal von Sternekoch Maurizio Oster, Inhaber des Hamburger Restaurants Zeik. „Er hat alles inspiziert. Die Konsistenz, den Geschmack. Er hat jedes kleinste Detail bemerkt, wenn irgendwas nicht gepasst hat“, sagt Müller.
Ein hoher Anspruch ist, wenn es ums Essen geht, sozusagen ganz nach dem Geschmack der Großenseebacherin. „Was materielle Dinge angeht, bin ich überhaupt nicht anspruchsvoll“, sagt Müller. „Aber wenn ich in einem guten Restaurant essen gehe, ist mir das ganz wichtig und ich achte sehr darauf, wenn etwas nicht passt.“ Möglicherweise würde sich Müller genauso gut als Küchenschlacht-Jurorin eignen.
Küchenschlacht Kandidatin Anna Müller setzt auf Geschmacksüberraschungen
Ihre Inspiration sammelt die Fränkin durch Kochshows, im Internet und auch auf Reisen. Auf Instagram folgt sie vielen Sterneköchen. Wenn sie auf Städtereise ist, besucht Müller gerne neue, außergewöhnliche Restaurants und kocht die Gerichte später zu Hause nach.
Für ihre Gerichte improvisiert die 26-Jährige gerne. „Oft schaue ich nach, was ich gerade in der Küche habe, und mische bunt zusammen“, sagt sie. Bei ihren eigenen Kreationen legt sie Wert auf eine gelungene Kombination verschiedener Geschmäcke. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut ankommt, wenn eine Mahlzeit viele Geschmacksrichtungen hat. Ein bisschen sauer, etwas süß, auch salzig.“
Mit ihrem Stil hat es die Fränkin in die dritte Runde der Küchenschlacht geschafft. Am Mittwoch, 23. Juli, um 14.15 Uhr konkurriert Anna Müller mit den weiteren verbliebenen Kandidatinnen und Kandidaten der Küchenschlacht um das Weiterkommen in die nächste Runde. Das Thema der Sendung wird vegetarische Küche sein. Die Rezepte der Kandidaten vergangener Sendungen können Zuschauerauf der Website der Sendung nachlesen. Das Finale der Kochshow wird am Freitag, 25. Juli, gesendet. Vergangene Folgen der Küchenschlacht gibt es in der ZDF-Mediathek.















