Rund zwei Monate ist es her, dass Karsten Fischkal (FW) bekannt gegeben hatte, bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr als Kandidat für das Amt des Adelsdorfer Bürgermeisters antreten zu wollen. Bereits damals hatte es Spekulationen über die weiteren Absichten Fischkals gegeben. Er selbst hatte damals aber nur betont, dass der Rückzug aus der Lokalpolitik nicht etwa an gesundheitlichen Problemen liege. Nun ist es offiziell: Fischkal will bei der Kommunalwahl im kommenden März einen anderen Posten für sich ergattern – den des Landrats.
„Ich hätte das Amt so oder so nach 18 Jahren abgegeben“, betont Fischkal. „Ich habe das jetzt dreimal gemacht und wie man so schön sagt: Aller guten Dinge sind drei. Ich bin bei der Kommunalwahl 56, jetzt kann ich noch was Neues machen.“
Karsten Fischkal: Kandidat für die Landratswahl 2026
Auch wenn die offizielle Nominierungsveranstaltung erst am 17. Juli stattfinden soll, hätten sowohl die Kreisräte als auch die Mitgliederversammlung der Freien Wähler Fischkal bereits ihre Unterstützung zugesichert. Mit seiner Kandidatur tritt Fischkal gegen Alexander Tritthart (CSU) an, der den Posten des Landrats seit 2014 bekleidet und bereits verkündet hat, auch 2026 wieder antreten zu wollen. Außerdem gehen Claudia Belzer für die SPD und Manfred Bachmayer für die Grünen ins Rennen.
Trittharts Politik will Fischkal nicht „schlecht reden“. „Wir haben einen sehr guten Draht zueinander“, betont der Bürgermeister. Außerdem laufe vieles gut im Landkreis. Aber dennoch: „Für mich gibt es einfach ein paar Dinge, die ich in meiner Amtszeit als Bürgermeister gelernt habe und wo ich der Meinung bin, das könnte man auch auf den Landkreis übertragen“, so Fischkal.
Ein großer Punkt sei für ihn dabei das Stichwort Bürgernähe. „Ob es ein Wellnesshotel ist, ein Schulsportplatz, Verkehrsregelungen oder Nachbarschaftsprobleme: Ich bin der Meinung, es nützt nichts, da von einem Amt raus zu agieren. Man muss hingehen, sich das vor Ort anschauen und sich die Zeit nehmen und beispielsweise auch mal eine Bürgerinformationsveranstaltung organisieren“, erklärt Fischkal. Natürlich müsse man als Landrat hier priorisieren. Allein aus Zeitgründen wäre es nicht möglich, überall vor Ort zu sein, das sei auch ihm bewusst.
Ziele: Kreisumlage senken und Kinderbetreuung sichern
Andere wichtige Themen sieht Fischkal bei der Kreisumlage, die seiner Meinung nach wieder unter 50 Prozent fallen soll, oder bei der Kinderbetreuung, die für Eltern erschwinglich bleiben müsse. „Wenn Eltern sich keine Betreuung mehr leisten können oder sie sich nicht mehr leisten wollen, bleibt ein Elternteil zu Hause und fehlt auf dem Arbeitsmarkt, obwohl eh schon alle Fachkräftemangel haben“, erklärt er. Auch ärztliche Versorgung, Verkehrssicherheit, Digitalisierung: All diese Themen will Fischkal „zur Chefsache machen“.
Versprechen kann er bei vielen Aspekten aber nichts, so viel muss er zugeben. Viele seiner Punkte liegen nicht im Wirkungsbereich des Landrates. „Aber ich glaube, dass man als Landrat ein gewichtiges Sprachrohr zu gewissen Einrichtungen ist“, so Fischkal. „Wir haben 72 Landräte in Bayern. Die müssen Druck auf das Land und über das Land auf den Bund ausüben.“ Denn auch wenn Themen wie die Kinderbetreuung Sache der Kommunen seien, so Fischkal, müssten Bund und Land dafür sorgen, dass die Ressourcen dafür zur Verfügung stehen.
Kritisch gegenüber Stadt-Umland-Bahn
Ohnehin seien viele Kommunen finanziell stark belastet. Auch das sei ein Grund, wieso er selbst beispielsweise immer noch sehr kritisch auf das geplante Großprojekt Stadt-Umland-Bahn (StuB) blicke. „Ich sage nicht, dass da nichts gemacht werden muss. Aber so, wie es geplant ist, ist es viel zu unflexibel und zu teuer“, ist Fischkal überzeugt. Für den Wahlkampf sieht Fischkal die StuB allerdings nicht als großes Thema, immerhin warte man derzeit auf Zahlen und Fakten zum Ostast, die wohl erst nach der Wahl herausgegeben werden dürften.
Dass Tritthart mit seinen elf Jahren im Amt ein harter Gegner sein dürfte, macht Fischkal keine Angst. „Ich habe in meinen 18 Jahren als Bürgermeister viel bewiesen“, ist er überzeugt. „Ich freue mich jetzt auf den Wahlkampf.“













