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„Unglückliche Formulierung“
Grab-Aufregung in Höchstadt: Bürgermeister entschuldigt sich
Der Friedhof an der Bamberger Straße in Höchstadt schlägt derzeit hohe Wellen. Immer mehr aufgelassene Gräber sind der Anlass für Umgestaltungspläne.
Der Friedhof an der Bamberger Straße in Höchstadt schlägt derzeit hohe Wellen. Immer mehr aufgelassene Gräber sind der Anlass für Umgestaltungspläne. // Foto: Andreas Dorsch
Signet des Fränkischen Tags von Andreas Dorsch
Höchstadt – Die geplante Neugestaltung des Friedhofs in Höchstadt und die damit wegfallenden Gräber sorgen für Unruhe. Jetzt bemüht sich Bürgermeister Brehm um Schadensbegrenzung.

Über zwei Stunden mussten die zahlreichen aufgebrachten älteren Frauen in der Stadtratssitzung am Dienstagabend ausharren, ehe ihr Thema endlich aufgerufen wurde: ein Schreiben der Stadtverwaltung an 673 Bürger, die auf dem Friedhof an der Bamberger Straße Angehörige bestattet haben. Ob der Versuch von Bürgermeister, Stadträten und der Verwaltung gelungen ist, die Wogen bei allen Betroffenen sofort zu glätten, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Gräber Friedhof Höchstadt: Bürgermeister entschuldigt sich

In den 673 Briefen war den Inhabern der Grabrechte mitgeteilt worden, dass die Nutzung ihrer Grabstätten wegen der geplanten Umgestaltung des Friedhofs „grundsätzlich nicht verlängert“ werde. Eine erneute Belegung könne nur „in begründeten Ausnahmefällen“ erfolgen. Dieses Schreiben haben viele Empfänger so verstanden, dass ihre Gräber aufgelassen werden müssen.

Bürgermeister Brehm hat selbst einen Brief bekommen

In der Stadtratssitzung entschuldigte sich Bürgermeister Gerald Brehm (JL) öffentlich für diese „unglückliche Formulierung“. Er selbst habe auch einen solchen Brief erhalten, der das Grab seiner Eltern – Brehms Vater war nach dem Krieg übrigens der erste Höchstadter Bürgermeister – betraf.

In Form einer Bekanntgabe klärte die Verwaltung in der Sitzung auf. Demnach habe der Bauausschuss im September 2024 einstimmig beschlossen, ein Konzept zur Umgestaltung zu erarbeiten. Am Friedhof kritisiert wurde damals „das einseitige Bestattungsangebot, die fehlende Beschattung, zu wenig Privatsphäre am Grab, schlechte Aufenthaltsqualität und ein erhöhter Bestattungs- und Pflegeaufwand“.

Grab-Aufgabe in Höchstadt kein „Muss“

Ziel sei „eine gezielte Belegung von Grabstätten, um freie Räume für Grünflächen, alternative Grabarten, Baumpflanzungen und dringend notwendige, zusätzliche Sitzmöglichkeiten für Friedhofsbesucher zu schaffen“. Um dieses Ziel in den nächsten 30 Jahren zu erreichen, „sollen“ Gräber an der Friedhofsmauer nicht mehr vergeben oder verlängert werden. Dieses „sollen“ bezieht sich auch auf einzelne Grabreihen. Ausdrücklich stellte die Verwaltung in ihrer Bekanntgabe dar, dass es sich dabei um kein „Muss“ handle. In „begründeten Ausnahmefällen“ könne davon auch abgewichen werden.

Wie in anschließenden Diskussionen zwischen dem Bürgermeister und aufgebrachten Grabbesitzern deutlich wurde, brauche sich wohl niemand Sorgen zu machen, gegen seinen Willen zur Aufgabe eines Grabes gezwungen zu werden. Auch die Bedenken einiger, nach dem eigenen Tod nicht beim Ehepartner beigesetzt werden zu können, versuchte der Bürgermeister den aufgebrachten Sitzungsbesuchern zu nehmen.

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