Opfer der NS-Zeit
Herzogenaurach erinnert an Jean Mandel
Jean Mandel (1911 bis 1974) steht im Mittelpunkt der Veranstaltung am 27. Januar in Herzogenaurach.
Jean Mandel (1911 bis 1974) steht im Mittelpunkt der Veranstaltung am 27. Januar in Herzogenaurach.
Jüdisches Museum Franken
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Herzogenaurach – Die Stadt beteiligt sich am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Es geht um den jüdischen Geschäftsmann Jean Mandel.

Die Stadt beteiligt sich am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. „Jüdisches Leben in Franken. Dem Gedächtnis Jean Mandels (1911 – 1974) gewidmet“ nennt sich das Thema am 27. Januar.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog initiierte 1996 einen bundesweiten Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Seither wird jeweils am 27. Januar – dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – eine Gedenkstunde im Bundestag abgehalten. Mittlerweile ist dieses Datum auch in vielen anderen europäischen Ländern zu einer festen Institution geworden.

Der Fürther Geschäftsmann unterhielt in der Hinteren Gasse ein Lager.
Der Fürther Geschäftsmann unterhielt in der Hinteren Gasse ein Lager.
Archiv Gotthard Lohmaier

Die Stadt Herzogenaurach erinnert jedes Jahr mit Vorträgen, Ausstellungen, Museumsbesuchen oder Multimedia-Projekten an die grausamen Verbrechen, die Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ethnischen Zugehörigkeit, sexuellen Orientierung oder politischen Überzeugung erleiden mussten.

In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Franken in Fürth, dem Historiker Gotthard Lohmaier, dem Stadtarchiv und der Staatlichen Realschule Herzogenaurach wird es 2023 am Vormittag des 27. Januar eine besondere Geschichtsstunde für alle zehnten Klassen der Realschule geben.

Reichspogromnacht traf Jean Mandel hart

In Herzogenaurach hatte es zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft keine jüdische Gemeinde gegeben. Während der Reichspogromnacht im November 1938 kam es jedoch auch in Herzogenaurach zu Ausschreitungen, die eine Person hart trafen: Jean Mandel.

Ein Lager in der Hinteren  Gasse

Der Fürther Geschäftsmann unterhielt in der Hinteren Gasse ein Lager, aus dem er die hiesigen Gewerbetreibenden mit Schuhmacherbedarfsartikeln versorgte – bis zu jenem Tag im November 1938, als das Lager über Nacht leergeräumt wurde und ihm, wie so vielen jüdischen Mitbürgern, Stück für Stück die Lebensgrundlage entzogen wurde.

Gotthard Lohmaier, passionierter Heimatforscher und ehemaliger Geschichtslehrer an der Realschule, wird die Beziehung der Unternehmerfamilie Mandel zu Herzogenaurach thematisieren und auch die Lebensleistungen Jean Mandels vorstellen, der nach dem Krieg maßgeblich am Wiederaufbau der Israelitischen Kultusgemeinde Fürth beteiligt war, als deren Vorsitzender er bis 1974 wirkte.

Platzanzahl ist begrenzt

Im Anschluss wird ein Film des Jüdischen Museums Franken zu jüdischem Leben in Franken heute gezeigt. Abschließend geht Benjamin Herrmann, Vermittler am Jüdischen Museum, in seinem Vortrag auf den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland näher ein. Die Kuratorin für Bildung und Vermittlung des Jüdischen Museums Franken, Alisha Meininghaus, wird die Veranstaltung moderieren.

Vorträge und Filmvorführung finden statt am Freitag, 27. Januar, um 10 Uhr in der Aula der Realschule, Burgstaller Weg 3. Da die Platzanzahl begrenzt ist, ist für interessierte Bürger eine Voranmeldung an kultur@herzogenaurach.de oder Telefonnummer 09132-901-120 notwendig.

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