Eigentlich ist jeder Tag ein „Earth Day“, sagte Monika Preinl vom Amt für Planung, Natur und Umwelt zu den Schülerinnen und Schüler das Gymnasiums anlässlich des Earth Days. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wohne lieber grüner - Leben im Einklang mit der Natur“. Es soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Art und Weise wie die Menschen zusammenleben oder Häuser bauen, Einfluss auf die Umwelt und das Klima hat.
In großen Städten nehmen zum Beispiel Straßen und Bürgersteige viel Raum ein, bieten allerdings wenig Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, dass es auch in Städten Bäume, Büsche und Wiesen gibt.
Konsumverhalten überdenken
Der Earth Day hat in Herzogenaurach zum zwölften Mal stattgefunden. Es gibt ihn inzwischen in mehr als 190 Ländern, in diesem Jahr unter dem Motto „Invest In Our Planet“. Das Ziel aller Nationen ist es, die Bürger für die natürliche Umwelt zu sensibilisieren, ihr Konsumverhalten zu überdenken und insbesondere junge Menschen in ein kreatives Umweltprojekt einzubinden.
Die Stadt Herzogenaurach führte Anfang Mai gemeinsam mit den Unternehmen Schaeffler, Adidas, Puma, Proleit und der Fachklinik Herzogenaurach sowie dem Gymnasium und den Grundschulen Carl-Platz und Cunz-Reyther Aktionen durch. Es gab verschiedene Führungen, Vorträgen und Aktionen rund um das Thema Müll. Insgesamt waren rund 1500 Schülerinnen und Schüler in den Earth Day eingebunden.
Fünftklässler präsentierten
Beim Pressetermin am Gymnasium mit dem Dritten Bürgermeister Michael Dassler in Vertretung von German Hacker, sowie mit Schulleiter Norbert Schell und Vertretern der beteiligten Unternehmen präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d ihre Aktion. Das geschah stellvertretend für zahlreiche Jugendliche, die im gesamten Stadtgebiet für eine saubere Umwelt unterwegs sind. Dazu gab es auch Botschaften zum richtigen Umgang mit Müll, die mithilfe von Schablonen und Sprühkreide auf öffentliche Plätze und Wege gesprayt wurden.
Das Grafikdesign für diese Schablonen hatten Gymnasiasten um Kunstlehrer Christoph Nießer.
Monika Preinl erläuterte den Schülerinnen und Schülern insbesondere die Verschmutzung der Meere. Von Plastiksäcken bis hin zu Pestiziden lande Abfall, der an Land produziert wird, irgendwann im Meer. Besonders biologisch nicht abbaubares Plastik schädigt die Tiere. Preinl schätzte, dass bereits mindestens 86 Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangte, wovon ein großer Teil auf den Meeresgrund abgesunken sei.
Passend zum Thema Müll wurden an zwei Tagen viele spannende Vorträge und Führungen für die unterschiedlichen Jahrgangsstufen angeboten. Prof. Dr. Marcus Halik von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, zeigte in seinem Vortrag an Realschule und Gymnasium „Mit smartem Rost zu sauberem Wasser“ die Möglichkeiten moderner Wasserreinigung auf. An die Grundschüler der Carl-Platz-Schule richtete sich der interaktive Vortrag von Anne Mäusbacher, Gründerin von beach cleaner Nürnberg. Sie zeigte die Plastikproblematik in den Ozeanen und gibt Tipps, was jeder Einzelne gegen Plastikverschmutzung tun kann.
Workshops und Führungen
In Zukunftsworkshops erfuhren die Schülerinnen und Schüler, was nachhaltige Produkte ausmacht, wie Recyclingmaterial entsteht und wie dieses in neuen Produkten eingesetzt werden kann. Thorsten Harstall von Adidas kam dazu das Gymnasium Herzogenaurach. Puma zeigte seine Materialien in seinem Firmengebäude. Führungen auf der Wertstoffdeponie Herzogenaurach gaben einen spannenden Einblick in die Entstehung der Deponie, die unterschiedlichen Abfallfraktionen und die technischen Einrichtungen der Sickerwasserreinigung und Gassammelstation.
In der Kläranlage Herzogenaurach erklärte Cyntia Christen, Mitarbeiterin der Stadtentwässerung, wie das Abwasser gereinigt wird. Was macht der Abfall im Wald? Sind Blätter oder Nadeln von Bäumen Müll? Was verrottet, was wird nicht abgebaut, was gehört nicht in den Wald? Diesen Fragen gingen Revierförsterin Heike Grumann und ihre Kollegin Selina Schott mit Grundschülerinnen und Schülerinnen im Dohnwald und Klosterwald nach.
Das Organisationsteam des Earth Day Herzogenaurach ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, ihren Müll richtig zu trennen und fachgerecht zu entsorgen. „Jeder Tag der Erde ist ein guter Tag zum Mülltrennen“ lautet der Slogan auf den Plakaten.
Lesen Sie auch:












