Nicht alle Straßen führen nach Höchstadt, aber zumindest ein paar. Und was ist los in den Höchstadter Straßen der Region? Der Fränkische Tag hat sich mal umgesehen. Teil 1: Die Höchstadter Straße in Adelsdorf.
Einer, der die Straße kennen muss, ist der frühere Bürgermeister von Adelsdorf, Ewald Münch. Der 93-Jährige hat sein ganzes Leben hier verbracht. Sein Elternhaus hat die Hausnummer Höchstadter Straße 20. Seit dem Jahr 1965 wohnt Münch in der Oberen Bachgasse und damit weiterhin in Sicht- und Hörweite zur Höchstadter Straße.
Eigentliche Hauptstraße des Dorfs
Diese bezeichnet er im Gespräch als die eigentliche Hauptstraße der Ortschaft. Denn nicht nur wichtige Arbeitgeber wie die Bonbonfabrik Dr. C. Soldan mit der Marke Em-Eukal sind hier angesiedelt. Sondern auch das Schützenheim und der DJK-Sportplatz.
Vor der Eröffnung der B 470 als Umgehungsstraße anno 1987 habe sich der gesamte Schwerverkehr durch die Höchstadter Straße gewälzt, erinnert sich Münch. Die damalige Führung des Fernverkehrs weiter durch das enge Nainsdorf, in das die Höchstadter Straße bis heute mündet, bezeichnet Münch rückblickend als „Katastrophe“.
Heute ist die Höchstadter Straße nur noch eine Kreisstraße. Dennoch herrscht hier nach wie vor viel Autoverkehr. „Die Straße, die vom Ortsteil Aisch herkommt, bringt viel Verkehr zur Autobahn hier durch“, erklärt Ewald Münch dazu. Aus diesem Grund ist die Kreuzung der Höchstadter Straße mit dem Rathausplatz und der Aischer Straße bis heute womöglich der wichtigste Knotenpunkt in Adelsdorf.
1960 eröffnete die Nürnberger Firma Dr. C. Soldan an der Höchstadter Straße einen Betrieb zur Bonbonproduktion. Heute ist hier sogar der Firmensitz angesiedelt. An dieser Stelle ändert sich auch der Charakter der Straße komplett: Bis zum Reutgraben vor dem Werksgelände dominieren ältere Wohnhäuser das Straßenbild. Im weiteren Verlauf bis zum Ortsende folgen dann Gewerbebetriebe unterschiedlicher Größe.
„Man fährt nicht durch Adelsdorf, sondern nach Adelsdorf“, sagt der heutige Bürgermeister Karsten Fischkal. Der Beschluss vor vier Jahrzehnten, die B 470 vor die Ortschaft zu verlegen, war „absolut die richtige Entscheidung“. Auch wenn seitdem die zwei Tankstellen, die es früher an der Höchstadter Straße im Ort gab, aufgegeben wurden.
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