Viele Ehrengäste durfte Bürgermeister German Hacker auf dem Kirchenplatz vor dem Herzogenauracher Stadtmuseum begrüßen: Anlass war die Eröffnung der Sonderausstellung „100 Jahre Gebrüder Dassler Sportschuhe 1924-1948“.
Die Ausstellung zeigt mit Originalexponaten, Bildmaterialien und historischen Filmaufnahmen, wie in der Aurachstadt eine ganz besondere Erfolgsgeschichte ihren Anfang nimmt. Die beiden Brüder Adolf Dassler und Rudolf Dassler lassen am 1. Juli 1924 ihre damals noch gemeinsame „Schuhfabrik Gebrüder Dassler“ offiziell ins Handelsregister eintragen.
Mitten in der Weltwirtschaftskrise entwickeln die beiden ein für die damaligen Verhältnisse besonderes Produkt: eine Kollektion von sportartspezifischen Schuhen. International beachtet wurden die Rennschuhe mit den Dornen und die leichten Fußballstiefel der Dasslers.
Die Mitwirkenden
Die Ausstellung wurde von Christian Hoyer und Judith Jochmann seitens der Stadtverwaltung zusammengestellt, seit Ostern mit Volldampf, wie Hoyer erklärt, und dank tatkräftiger Unterstützung der Gründerfamilien und der Unternehmenskommunikation, History-Management-Abteilung von Adidas, dem Team rund um Sandra Trapp. Seitens Puma haben Ulrich Planer vom Puma-Archiv und das Herzogenauracher Urgestein Helmut Fischer kräftig mitgewirkt.
Es geht in der Ausstellung auch um die Familiengeschichte der Dasslers in Herzogenaurach. Die Eltern Christoph und Pauline legen den Grundstock für die Lebenswege ihrer Kinder. Selbst begeisterte Sportler, haben sie das Streben nach Höchstleistung auf die Fabrikation ihrer Sportschuhe übertragen. Der große Durchbruch kommt mit den Olympischen Spielen, als Topathleten mit Dassler-Schuhen antreten.
Der gemeinsame, der harmonische Teil der Erfolgsgeschichte endet nach dem Zweiten Weltkrieg. 1948 kommt es zur endgültigen Trennung und damit endet auch die Zeitreise der Ausstellung im Stadtmuseum. Die Zeit danach wird im Stadtmuseum in der Dauerausstellung der wirtschaftsgeschichtlichen Abteilung gezeigt.
Der perfekte Zeitpunkt
Hacker betont zur Ausstellungseröffnung den perfekten Zeitpunkt: Unter dem Geiste der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland stünden beide Firmen im Fokus der Bilder von den Spielen. Beide Firmen gehören zum bedeutsamsten Bestandteil der Unternehmenslandschaft in Herzogenaurach. Hacker meint sogar, die DNA Herzogenaurach sei die Wiege der Sportartikelindustrie: „Herzogenaurach ist eine Sportstadt.“ Der Vollständigkeit halber erwähnt er auch die Gebrüder Schaeffler, ein weiterer Glücksfall für Herzogenaurach und die Region.
Wenige der anwesenden Gäste kannten die Firmengründer Adolf und Rudolf Dassler noch persönlich. Aus der damaligen Fabrikation nahm Hilde Tidemann, die letzte noch lebende Auszubildende, an der Eröffnung der Ausstellung teil. Seitens der Familie von Adolf Dassler ist dessen Tochter Sigrid Dassler auch in ihrer Funktion als Gründerin der Stiftung Adi-und-Käthe-Dassler-Memorial-Foundation dabei. Aus ihrer Stiftung stammen auch viele der Exponate. Seitens der Familie von Rudolf Dassler ist dessen Enkel Michael Dassler mit Familie vor Ort.
7000 Arbeitsplätze vor Ort
Die eigenständigen Firmen Adidas und Puma bieten heute Arbeitsplätze von zusammen mehreren Tausend Mitarbeitern: über 7000 hier vor Ort und über 70.000 weltweit. Nicht nur der Laudator Hacker fragt sich: Warum ist das alles in Herzogenaurach entstanden? Liegt das an der Herzogenauracher Tradition der Tuchmacher und Schuhmacher, ist die seit 1861 durch die Turnerschaft verbriefte Sportbegeisterung die Keimzelle des Erfolgs gewesen?
Das Rätsel kann Hoyer auflösen: Er findet, dass seit jeher ein besonderer Unternehmergeist in Herzogenaurach herrscht. Die Stadt halte die Welt in Bewegung – in mehrfacher Hinsicht, ob mit Schuhen oder auch mit Elektroantrieben. Für die Entwicklung der Stadt bleibt es laut Hacker wichtig, dass sich die börsennotierten Unternehmen Adidas und Puma zum Standort, ihrem Geburtsort bekennen.
Im Interview mit Hacker bestätigen auch Adidas-CFO Harm Ohlmeyer und Puma-CEO Arne Freundt die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt. Der „freundliche Wettbewerb“ zeichne beide Unternehmen heute aus, stellen sie fest.
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