Der eigentliche Vorgang ist schnell erzählt: Während sich die Adidas Konzernzentrale in Herzogenaurach eigentlich mit einem Besuch des Sportstars Lionel Messi beschäftigen wollte, rückten auch Zollfahnder dort an. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde am Dienstag, 10. September 2024, nicht nur die Zentrale des Unternehmens in Herzogenaurach von behördlichen Ermittlern durchsucht, sondern auch das Adidas-Werk in Scheinfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und ein Logistikzentrum in Rieste bei Osnabrück.
Jetzt hat sich zu dem Vorgang die Europäische Staatsanwaltschaft geäußert, die die Federführung bei der Aktion hatte. In englischer Sprache heißt es in der Mitteilung der Behörde, die dem Fränkischen Tag auf Nachfrage zur Verfügung gestellt wurde, dass die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) in Deutschland und Österreich Beweismittel gesammelt habe, da der Verdacht auf Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer im Raum stehe.
Adidas betont Zusammenarbeit mit den Behörden
Diese Ermittlungsmaßnahmen seien im Anschluss an ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt München erfolgt. Es bestehe der Verdacht, dass es zur Hinterziehung von Einfuhrzöllen zu Lasten des EU-Haushalts gekommen sei. Weitere Informationen könne man allerdings noch nicht an die Öffentlichkeit geben, so die EUStA weiter.
Das Unternehmen Adidas betonte gegenüber dieser Redaktion, dass man mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeite. Dazu teilt Adidas mit: „Die Untersuchung umfasst den Zeitraum von Oktober 2019 bis August 2024 und steht im Zusammenhang mit der Einhaltung von zoll- und steuerrechtlichen Vorschriften bei der Einfuhr von Produkten nach Deutschland.“ Das Unternehmen kooperiere mit den Behörden und stelle die erforderlichen Unterlagen und Informationen zur Verfügung.
Keine signifikanten finanziellen Auswirkungen erwartet
Weiter heißt es in der Stellungnahme des Unternehmens: „Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften hat für Adidas höchste Priorität. Das Unternehmen befindet sich mit den relevanten Zollbehörden seit mehreren Jahren im Austausch zu dem der Untersuchung zugrunde liegenden, bereits bekannten, Sachverhalt.“ Das Unternehmen erwartet im Zusammenhang mit der Untersuchung nach eigenen Angaben „keine signifikanten finanziellen Auswirkungen“.
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