„Yes! We are open“ steht in neonfarbenen Buchstaben außen am Fenster. Darunter das Bild einer freundlich lächelnden älteren Dame. „Tante Emma 24“ steht darunter. Betritt man das Geschäft dahinter, erwartet einen nicht, wie vielleicht gedacht, Tante Emma hinter einem altbackenen Tresen. Stattdessen stehen hier acht hochmodern anmutende Automaten, der Inhalt leuchtet bunt hinter den Glasscheiben hervor.
Automatenladen Höchstadt: Produkte für jeden Bedarf
„Wir haben eigentlich für jede Situation etwas im Sortiment“, erklärt Betreiber Manuel Karpstein und deutet auf die Automaten. „Wenn man was fürs Frühstück braucht, kann man sich fertiges Müsli to go holen. Für die Mittagspause gibt es statt eines Döners halt mal ein Sandwich. Und für abends kann man sich hier verpacktes Brot holen, es gibt Essiggürkchen, Käse und bald auch Wurst.“
Rund 400 Produkte hat der vor wenigen Tagen eröffnete Laden in der Höchstadter Hauptstraße aktuell im Sortiment, geöffnet ist er rund um die Uhr. Nach knapp einer Woche ist Karpstein optimistisch gestimmt. „Die Resonanz ist bisher wirklich gut, auch wenn ich vor Ort bin und mit den Leuten spreche, die reinkommen“, erzählt er. Um ihn herum wuseln ein paar Kunden und schauen sich das Sortiment an, ein Handwerker ist unterwegs und kümmert sich um die Klimaanlage. „Natürlich haben wir gerade erst eröffnet und müssen uns das ganze mal anschauen. Wir haben hier auch ein Schild, das den Leuten erklärt, dass es vielleicht anfangs noch zu kleineren Problemen kommen kann“, sagt er. Dann sei er aber jederzeit als Ansprechpartner erreichbar.
Möglichkeit der Nahversorgung in Höchstadt
Dass das Konzept auch in Höchstadt funktionieren kann, davon ist Karpstein überzeugt. „Ich habe seit Herbst letzten Jahres ja schon den einzelnen Automaten neben dem NKD und die Nachfrage war einfach so groß, dass ich mir gedacht habe, das probieren wir.“
Dabei will Karpstein nicht nur Süßigkeiten und Softdrinks verkaufen, sondern vor allem der Nahversorgung in der Stadt dienen. „Mir ist wichtig, dass wir regionale Anbieter haben. Wir haben momentan Bioeier, selbstgemachte Wurst und Nudeln vom Bauernhof Schober“, erzählt er und deutet auf einen Automaten mit Eierkartons, in dem kleine Plastiktiere aufgestellt sind. Im Automaten daneben finden sich verschiedene Käsesorten vom Biohof Prechtel in Voggendorf, gebrannte Nüsse und Mandeln von einer Schaustellerfamilie aus der Region, Honig direkt aus Höchstadt, aber auch Zucker, Nudelsaucen, Kaffee und Drogerieprodukte wie Shampoo oder Duschgel.
Fokus auf regionale Lebensmittel
Auch amerikanische oder asiatische Trend-Süßigkeiten sowie Alkohol finden sich im Sortiment. „Es ist für jeden Bedarf was dabei, auch für alle Altersklassen. Wenn einer nur kurz eine Packung Zucker braucht, findet er die hier, aber auch wenn jemand aus dem Hotel nebenan abends mal noch zwei Flaschen Bier will“, so Karpstein.
Noch ist das Sortiment nicht vollständig. Im April will er zwei weitere Automaten aufstellen. Einen mit Heißgetränken wie Kaffee, Tee, aber auch Suppen. Der andere soll Grillfleisch und Wurstwaren bieten, am besten von einer regionalen Metzgerei. „Ich suche da momentan noch nach einem Partner“, so Karpstein. „Das ist doch super, wenn man am Sonntag oder abends grillen will und sich hier was holen kann. Ich glaube, dafür würde die Leute auch von weiter herkommen.“
Auch abgesehen vom Fleisch ist Karpstein für Anfragen offen, egal ob von Kunden oder von möglichen Geschäftspartnern. „Wenn ich merke, dass Kunden einen anderen Bedarf haben, schaue ich mir das gerne an. Wir machen das hier ja für die Kunden, deswegen freuen wir uns über Feedback.“ Es sei aber auch klar, dass nicht alle Produkte für Automaten geeignet sind – so seien zum Beispiel Wasch- oder Spülmittelpackungen zu groß für die Fächer. Für Wünsche sei er dennoch offen, genauso wie für Angebote von regionalen Lebensmittelherstellern, die ihre Produkte im Automatenladen verkaufen möchten.
Zwar hat der Laden erst seit knapp einer Woche geöffnet, das Geschäft sei aber schon gut angelaufen. „Wir schauen uns das Ganze jetzt mal ein Jahr lang an und hoffen, dass es klappt. Aber bisher ist die Rückmeldung wirklich gut“, sagt Karpstein.
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