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Traditionsbetrieb in Adelsdorf
Unterwegs im Bonbon-Paradies: Wo Em-eukal entsteht
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In der Produktion in Adelsdorf werden die frisch hergestellten und verpackten Bonbons in die bekannten Tüten verfrachtet. // Andreas Klupp
Adelsdorf – Die Welt der Bonbons von Dr. C. Soldan in Adelsdorf ist bunt und aromatisch. Bei einer exklusiven Führung lüftet ein Mitarbeiter nicht nur das Geheimnis um das ikonische rote Fähnchen.

Eine rote Netzhaube über die Haare, ein weißer Einwegkittel und ebenso weiße Überzieher für die zugegebenermaßen nicht gerade sauberen Straßenschuhe: Hygiene wird hier großgeschrieben. Dann landet noch sämtlicher Schmuck in den Taschen und schon kann es losgehen, Tür um Tür hinein in die heiligen Hallen. „Wenn Sie reingehen, kann es sein, dass die Augen ein bisschen brennen“, warnt Christoph Kammerer mich vor. Doch stattdessen umhüllt mich der angenehme Duft von Wildkirsche, weckt Kindheitserinnerungen an Hustenbonbons. In jedem Raum riecht es ein wenig anders, mal nach Menthol, mal nach Lakritz. 

Hier, tief im Herzen des Fabrikgeländes von Dr. C. Soldan in Adelsdorf, werden Bonbons und Gummidrops in nahezu allen Geschmacksrichtungen und Farben produziert. Mit dem großen Kinder-Em-eukal-Männchen Felix, benannt nach seinem Erfinder Felix Soldan, ist das Unternehmen aus Adelsdorf nicht wegzudenken. „Wenn wir Blockmalz-Bonbons herstellen, riecht man das in ganz Adelsdorf. Dann weiß jeder, was bei Soldan heute hergestellt wird“, erzählt Produktionsmitarbeiter Holger Müller mit einem Zwinkern.

Familienunternehmen Dr. C. Soldan: Betrieb mit Geschichte

Aus Zucker, Extrakten, Gerstenmalz, Vitaminen und vielen anderen Rohstoffen entstehen bunte Bonbons nach alter Familientradition. Rund 250 Mitarbeiter arbeiten hier Tag für Tag daran, die Qualität von Em-eukal, Rheila, Krügerol und Co. nicht nur beizubehalten, sondern ständig zu verbessern. 

„Wir wären nicht so erfolgreich, wenn wir nicht die Tradition hätten“, ist Kammerer überzeugt. Seit 17 Jahren arbeitet er bei Dr. C. Soldan und ist inzwischen Produktionsleiter. „Jeder Mitarbeiter hier hat ein Stück weit seinen Stolz auf die Marke. Und es macht einen stolz, die eigenen Kinder damit großzuziehen, weil man weiß, wie hochwertig die Produkte sind.“ 

Täglich wechselnde Produktion

An diesem Montag werden Hartkaramellen mit Honiggeschmack, die grünen Klassiker und Kinder Em-eukal gefertigt. Was produziert wird, ändert sich täglich. „Wir versuchen, so bedarfsorientiert wie möglich zu produzieren und sind dafür sehr flexibel“, erklärt Kammerer. Bis zu 5000 Bonbons werden pro Minute an nur einer Maschine hergestellt. Insgesamt hat das Unternehmen eine Produktion von 6200 bis 6500 Tonnen pro Jahr.

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Im kleinen Shop auf dem Soldan-Gelände gibt es alle Produkte zu kaufen. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Die Bonbons mit Vitamin-Shot sind aktuell der Renner. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Auf über 120 Jahre Firmengeschichte kann Soldan inzwischen zurückblicken. Seit 2014 sind Verwaltung und Produktion in Adelsdorf vereint. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Holger Müller (links) und Produktionsleiter Christoph Kammerer führen durch die Produktion von C. Soldan. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Um die Produktion betreten zu dürfen, müssen Besucher Kittel, Überzieher für die Schuhe und Haarnetze tragen. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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In Adelsdorf wird nicht nur produziert, auch neue Produkte oder Geschmacksrichtungen werden hier entwickelt. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Auch die Blockmalz-Bonbons sind ein Klassiker im Sortiment – und laut Holger Müller sehr geruchsintensiv in der Herstellung. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Noch hat die Masse keinen Geruch. Erst nach dem Kochen werden dem Isomalt Aromen und Vitamine beigesetzt, damit diese beim Kochvorgang nicht verfliegen. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Egal ob Gummibärchen oder Bonbons: Die Mitarbeiter kontrollieren am laufenden Band die Qualität aller Produkte. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Die Mitarbeiter müssen immer im Blick haben, ob Farbe, Konsistenz und Geschmack stimmen. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Hier wird die Masse für die klassischen grünen Em-eukal-Bonbons transportiert. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Auf einer weiteren Linie werden an diesem Tag die nach Kirsch duftenden Em-eukal für Kinder produziert. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Die Masse für die Bonbons darf weder zu hart sein, denn dann bekommt sie Risse, noch zu weich, damit sie nicht an der Maschine kleben bleibt. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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In einem weiteren Schritt werden die verpackten Bonbons in die bekannten Tüten verfrachtet. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Die fertigen Bonbons werden von einer Maschine verpackt. Dabei darf das klassische Fähnchen nicht fehlen, mit dem man die Verpackung öffnen kann, ohne das Bonbon zu berühren. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Im Lager werden die Bonbons palettenweise aufbewahrt, ehe sie an Supermärkte und Apotheken gehen. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Eine neue Charge der Husten-Gummidrops ist fertig und kann verpackt werden. // FOTOGALERIE Andreas Klupp
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Aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken: Em-eukal-Männchen Felix, das nach Felix Soldan benannt ist. 1972 entwickelte er die Em-eukal für Kinder. // FOTOGALERIE Andreas Klupp

Dabei verändert sich das Sortiment immer wieder. Aktuell seien die Bonbons mit Vitamin-Boost ein echter Verkaufshit. „Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen“, erklärt Kammerer. „Mit den Kinder Em-eukal, den Vitamin-Boost-Bonbons, den vielen Geschmacksrichtungen und dem Lakritz decken wir eigentlich jede Altersgruppe ab.“

Geschulte Mitarbeiter testen Qualität

Während Kammerer erzählt, wird an der Maschine neben ihm die Flüssigkeit für Gummidrops in Formen gefüllt, in denen sie zwei bis drei Tage aushärten muss. Einen Raum weiter werden an drei Maschinen parallel die Em-eukal Bonbons hergestellt. Auch wenn die Maschinen grundsätzlich die Arbeit übernehmen, sind die geschulten Mitarbeiter hier unersetzlich. „Wir werden hier auch auf den Geschmack geschult, auf Aromen“, erzählt Holger Müller.

Seit 34 Jahren arbeitet er in der Produktion, hält große Stücke auf das Familienunternehmen. „Jede Stunde müssen die Mitarbeiter an ihren Stationen die Bonbons probieren“, berichtet er. Der Geschmack muss stimmen, aber auch das Aussehen. Ob einem die Gummibärchen dann überhaupt noch schmecken? „Auf jeden Fall“, meint er und lacht verschmitzt. 

Neu im Sortiment: Vegane Gummidrops

Auch nach 34 Jahren ist die Begeisterung für den Beruf bei Müller ungebrochen. „Ich mache das auch privat und zeige zum Beispiel bei Veranstaltungen Kindern, wie man Bonbons macht. Es ist ein toller Beruf, es geht nicht nur ums Naschen, sondern viel um Aromen. Es ist wahnsinnig abwechslungsreich.“ In der Produktion klaubt Müller ein paar bunte Fruchtgummis vom Band, auf dem die Süßigkeiten zum nächsten Produktionsschritt transportiert werden und hält sie mir zum Probieren hin. Fruchtig, süß und in der Tat – so schnell hat man die bestimmt nicht satt.

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Die Masse für die Em-Eukal-Bonbons wird durch die Maschine transportiert und am Ende geformt. Dabei müssen Geschmack, Konsistenz und Form der Bonbons perfekt sein.

Regelmäßig erweitert Soldan sein Sortiment, nimmt neue Geschmacksrichtungen auf oder folgt Trends im Lebensmittelbereich. „Wir haben zum Beispiel neu vegane Gummidrops im Sortiment“, erzählt Kammerer. „Wir lassen uns immer wieder etwas einfallen, um unsere Kunden zu begeistern. Solche Neuerungen halten die Marke frisch und wir setzen damit Akzente auf dem Markt.“ 

Nicht echt ohne Fähnchen: Wieso es nicht fehlen darf

Im hinteren Bereich der Produktion werden gerade die fertigen Bonbons in ihre grünen Verpackungen gewickelt. Dabei darf natürlich das ikonische Fähnchen nicht fehlen – ein Markenzeichen mit historischem Hintergrund. „In den 1950er Jahren wurden Em-eukal den Kumpels im Bergbau verschrieben. Die hatten natürlich immer schmutzige Finger. Mit dem Fähnchen konnten sie die Verpackung öffnen, ohne das Bonbon mit den Fingern berühren zu müssen“, erklärt Müller. Auch heute funktioniert das noch, auch wenn das Fähnchen mittlerweile ein wenig anders aussieht.

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Am Ende werden die fertigen Bonbons direkt zum Verpacken weitertransportiert.

Trotz des Erfolges gibt es auch bei Soldan Baustellen, vor allem die Bürokratie macht dem Betrieb zu schaffen. Immer wieder müsse man wegen neuen gesetzlichen Vorgaben die Inhaltsstoffe oder auch die Verpackung anpassen – gerade wenn man diese auf Vorrat kaufe, nicht immer einfach. 

Erfolg dank familiärer Atmosphäre

„Soldan ist es wichtig, solche Probleme stellvertretend für den Mittelstand anzusprechen“, sagt Kammerer. „Wir sind ein mittelständisches, fränkisches Familienunternehmen und wir üben ein Handwerk aus. Wenn wir in eine Spirale kommen, wo wir mehr Schreibkräfte brauchen als Handwerker, kriegen wir ein Problem.“ Die Hoffnung liege nun auf der neuen Regierung. 

Doch wie kann ein mittelständischer Familienbetrieb sich überhaupt gegen die große Konkurrenz durchsetzen? „Es geht nur mit einem tollen Team“, ist Kammerer sicher. Eine familiäre Atmosphäre, langfristige Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, Benefits: All das gehöre bei Soldan dazu. „Unser Ziel ist es, wirtschaftlich unabhängig zu bleiben“, so Kammerer. „Aber die Mannschaft muss passen. Und hier werden eben die besten Produkte der Welt hergestellt.“

Unternehmensgeschichte

Dr. C. Soldan wurde 1899 gegründet, mit Perry Soldan führt bereits die vierte Generation das Geschäft fort. Mit Märkten in Deutschland, Österreich, Europa, Asien und dem Mittleren Osten sind die Produkte von Dr. C. Soldan inzwischen beinahe weltweit vertreten. Im vergangenen Geschäftsjahr verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 64,7 Millionen Euro. Seit 2014 sitzen sowohl Verwaltung als auch Produktion in Adelsdorf, wo alle Produkte sowie Aufträge anderer Unternehmen hergestellt werden. Heute gehören auch die Marken Rheila, Original Bärengarten, Krügerol und Laetitia Natur- und Gesundheitsprodukte zum Unternehmen. 2024 wurde Dr. C. Soldan der Bayerische Mittelstandspreis verliehen.

 

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