Mit einem breiten Lächeln öffnet Jorgos Kaloidis die Tür. Im Hintergrund wird gehämmert, Holzteile stehen im Innenraum des Lokals – hier wird gearbeitet. „Ich lerne noch Deutsch“, sagt Kaloidis verlegen lachend, dann beginnt er zu erzählen.
Schnell wird klar: Ob in der markanten Fürther Glaspyramide oder in seinem eigenen Restaurant, Kaloidis hat schon einiges an Erfahrung in der Gastronomie gesammelt. Seit über zwei Jahren bereichert seine „Heimkantine“ die Herzogenauracher Gastronomie mit griechischen Spezialitäten und bietet eine Anlaufstelle für verschiedene Events. „Die Leute kommen inzwischen von überall her zu uns, sogar aus Fürth oder Nürnberg“, erzählt der gebürtige Grieche. Vor allem das griechische Buffet sei eine Besonderheit, die viele Gäste schätzen.
Ehemaliges Kebaphaus Kapadokya in Erlangen
Nun hat der Gastronom zusammen mit seiner Frau Maria Koloudeitsi ein neues Projekt – in Erlangen. Über 20 Jahre hatte dort der Kapadokya Imbiss Döner und andere Spezialitäten angeboten, vor allem nachts nach dem Bergkirchweihbesuch waren lange Schlangen vor dem Lokal kein seltener Anblick. Seit Dezember ist dort Schluss.
Inzwischen laufen dort die Bauarbeiten auf Hochtouren. „Dieses Lokal ist sehr bekannt in Erlangen“, erzählt Kaloidis. „Wir waren öfter hier in Erlangen und haben ein Bier getrunken oder sind was essen gegangen, wir waren auch zweimal beim Berg. Dann waren wir hier essen und ich habe mitbekommen, dass der Pächter hier aufhören möchte.“ Spontan habe er sein Interesse bekundet und schnell die Zusage bekommen. „Wir sind noch jung, wir wollen jetzt bauen“, so Kaloidis. Ein zweites Standbein bringe viel Arbeit, aber auch viele Möglichkeiten mit sich.
Bevor es losgehen kann, stehen im Lokal einige Arbeiten an. Ein neuer Boden wurde verlegt, eine neue Küche zieht ein, der Tresen bekommt einen neuen Platz. Doch der Zeitplan ist ambitioniert. „Wenn alles klappt, wollen wir Anfang März eröffnen“, sagt Kalouidis. Saloniki Grillhaus soll das Restaurant dann heißen und rund 50 bis 60 Sitzplätze bieten.
Mischung aus Restaurant und Imbiss
„Wir wollen dann auf der einen Seite ein normales Restaurant machen“, erzählt Kalouidis. „Mit griechischem Essen, wie Gyros, Souvlaki und Bifteki. Ein normales Restaurant, schön gemütlich.“ Aber auch regionale Spezialitäten aus seiner Heimatstadt Thessaloniki will der gelernte Koch anbieten und sich damit ein wenig von anderen griechischen Restaurants abheben. „Wir machen zum Beispiel Gyros Skepasti, das ist ein Pita unten, darauf sind Käse, Gyros, Tsatsiki und Salat und oben als Deckel noch ein Pita drauf und dann schneidet man es wie ein Club Sandwich. Das kennen die Leute in Deutschland eigentlich nicht“, erklärt der 30-Jährige. Daneben soll es eine kleine Auswahl an Burgern und Pizzen geben. „Für die jungen Leute“, sagt Kaloidis lächelnd.
Neben dem Restaurantbetrieb sollen aber auch diejenigen, die sich ihr Essen weiterhin to go holen wollen, nicht vergessen werden. „Wir wollen ein Fenster weiterhin für den Straßenverkauf nutzen. So können Leute entweder drinnen gemütlich im Restaurant essen, oder sich nur schnell was zum Mitnehmen holen. Da soll es dann auch sowas wie Pita und Gyros geben“, sagt Kaloidis. „Es soll wie zwei Geschäfte sein. Es kommt eine Trennwand dazwischen und die Kunden, die im Restaurant essen, sollen von der Küche für den Imbiss gar nichts mitbekommen.“
Lange Öffnungszeiten für jüngere Gäste
Vor allem die jüngeren Kunden will er damit ansprechen, denn das Restaurant soll künftig an den Wochenenden auch bis ein oder zwei Uhr nachts geöffnet sein. „Wir starten ohne Ruhetag und öffnen immer um 11 Uhr. Unter der Woche schließen wir um 22 oder 23 Uhr und an Freitagen und Samstagen erst so um zwei Uhr“, so Kaloidis. „So haben auch junge Leute, die vielleicht nach dem Feiern noch was zu essen suchen, eine Anlaufstelle.“ Sollte sich zeigen, dass die Nachfrage schon donnerstags bestehe, könne das Restaurant auch dann länger offen bleiben. „Wir arbeiten in zwei Schichten hier, dann können wir beides abdecken.“
Obwohl Kaloidis seit fünf Jahren in Deutschland lebt und sich hier wohlfühlt, ist er seiner griechischen Heimat nach wie vor sehr verbunden, besucht regelmäßig seine Familie dort. Das zeigt sich auch in seiner Gastronomie. „Wir wollen den Leuten hier eine andere Seite der griechischen Kultur zeigen“, erklärt er. „In Griechenland gibt es sehr viele Imbisse. In Deutschland machen das eigentlich nur Türken, ansonsten hat man das kaum.“
Auf die Heimkantine in Herzogenaurach soll die Eröffnung des neuen Restaurants im Übrigen keinen Einfluss haben. „Wir haben für das Saloniki ein tolles Team zusammengestellt, mit einem super Serviceleiter. Und dann wird einer von uns beiden hier sein und der andere in der Heimkantine“, erzählt Kaloidis und deutet auf seine Frau und sich. „Aber es ist natürlich schon wahnsinnig viel Arbeit.“
Lesen Sie auch:















