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Einweihung
Campus-Taufe: Erlangen schwört Siemens die Treue
Zur symbolischen Eröffnung des Campus griffen Ehrengäste wie Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (2.v.l.), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (4.v.l.), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (4.v.r.) und Siemens-Vorstand Roland Busch (3....
Zur symbolischen Eröffnung des Campus griffen Ehrengäste wie Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (2.v.l.), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (4.v.l.), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (4.v.r.) und Siemens-Vorstand Roland Busch (3.v.r.) zur Schere. // Andrea Beck
Erlangen – Erlangens neues Stadtviertel, der Siemens Campus, ist eröffnet. Zur Feier kamen die wichtigsten Vertreter der Firma und der bayerischen Politik zusammen.

Der Freistaat Bayern und die Stadt Erlangen schwören Siemens die ewige Treue. Und zusammen will das Trio galoppierender Vorreiter der klimaschonenden, digitalisierten Industrie werden.

Das ist der rote Faden, der sich anlässlich der Eröffnung des Erlanger Siemens Campus am Montag durch die Reden der Ehrengäste zog. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war einer von ihnen.

Anschließend griffen die Vertreter aus Politik und Industrie zur Schere und zerschnitten nicht den Faden, sondern ein rotes Stoffband. Mit diesem symbolischen Akt war der Siemens Campus Erlangen eröffnet.

In seiner Rede führte Söder die Zukunftspläne Bayerns in Sachen erneuerbare Energien auf.
In seiner Rede führte Söder die Zukunftspläne Bayerns in Sachen erneuerbare Energien auf. // Andrea Beck

150 Gäste von Nah und Fern

Das neue Erlanger Stadtviertel ist der ganze Stolz der Siemens AG. Es versammelt nahezu alle Abteilungen der Firma auf dem 540.000 Quadratmeter großen Areal im Süden Erlangens.

Und der Standort für bis zu 20.000 Mitarbeiter ist nicht mehr von einem großen Zaun umgeben, sondern lädt jeden ein, der die dortigen Lokale, Einkaufsläden und Parkanlagen nutzen möchte (der FT berichtete).

Zur offiziellen Einweihung kamen rund 150 Gäste aus Betrieb, Politik, Stadt und Universität im großen Saal des Empfangsgebäudes zusammen.

Sie sahen Videos zum Bau des Campus, den Gruß von Nathalie von Siemens, Ururenkelin des Siemens-Gründers Werner von Siemens, per Videobotschaft und eine Lasershow. Und sie hörten die Reden des Firmenvorstands, des Ministerpräsidenten und des Bürgermeisters, die sich ewige Treue schworen.

Ministerpräsident Markus Söder hatte die stumpfe Schere.
Ministerpräsident Markus Söder hatte die stumpfe Schere. // Andrea Beck

„Wir wünschen uns mehr Unterstützung vom Freistaat“

Für Roland Busch, Vorstand der Siemens AG, ist der Campus das ideale Abbild des industriellen und technischen Fortschritts: „Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die zwei großen Themen unserer Zeit. Und der Campus ist ein Standort auf der Höhe der Zeit.“

Der Campus sei einer der ersten CO2-neutralen Siemensstandorte weltweit und die Mitarbeiter arbeiteten mit den neuesten technischen Methoden an Produkten wie besonders langlebigen Batterien.

Siemens-Vorstand Roland Busch hat von Mitarbeitern   bisher „nur Gutes zum Campus gehört.“
Siemens-Vorstand Roland Busch hat von Mitarbeitern bisher „nur Gutes zum Campus gehört.“ // Andrea Beck

In der 175-jährigen Geschichte der Firma Siemens sei die Weiterentwicklung die Konstante gewesen. Der Campus, der Technik, Menschen und Themen vereine, passe deswegen zur Firma.

„Wir müssen weg von Kohle, Öl und Gas und das ist nur möglich, wenn sich die industrielle Produktion weiterentwickelt. Wir wünschen uns, dass der Freistaat Bayern diese Entwicklung in Zukunft stärker unterstützt“, sagte Busch und richtete seinen Blick dabei auf Ministerpräsident Söder.

„Es hilft nichts, sich festzukleben“

Der übernahm den Staffelstab: „Bevor die Presse jetzt wieder anderes berichtet – der Freistaat Bayern steht mit seiner Förderung erneuerbarer Energie auf Platz Eins in Deutschland. Doch wir werden noch mal zulegen.“

Bayern wolle zu einem der stärksten Standorte für Wasserstofftechnologie werden, zusammen mit Siemens habe man eine Strategie erarbeitet.

„Daneben werden wir in den kommenden Jahren 3,5 Milliarden Euro in die Forschung und Universitäten investieren. Wir müssen in die Zukunft schauen und da hilft es nichts, sich festzukleben. Wir bleiben nicht kleben, sondern gehen die neuen Herausforderungen an. Zusammen mit guten Partnern wie Siemens“, sagte Söder.

Bayern will Siemens das Leben schön machen

Die Firma hätte es trotz Krisenzeiten geschafft, so erfolgreich zu sein wie nie zuvor. „Aus der alten Tante, wurde eine heiße Braut“, so Söder.

Und zu dieser Braut fühlt sich der Ministerpräsident offenbar hingezogen: „Wir werden euch das Leben schön machen, damit die Partnerschaft weiterhin so gut bleibt. Bayern ist und bleibt Fan von Siemens.“

Hauptsache, Siemens bleibt in Erlangen

Der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik machte ebenfalls deutlich, dass die Stadt Siemens jeden Wunsch erfüllen wird, um die Firma an diesem Standort zu halten.

„Die Frage, ob die Region stark bleibt, hängt davon ab, ob die Menschen hier gerne arbeiten“, so Janik. Siemens, der Stadt und der FAU sei es immer gelungen, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen – etwa mit dem Siemens Campus. „Hier kann sich die Zukunft entwickeln“, sagte Janik.

Siemens will klimaneutral sein

In den Campus hat Siemens bisher 650 Millionen Euro investiert. Das hauseigene Immobilienunternehmen Siemens Real Estate leitet den Bau des weltweit größten Standorts der Firma.

Mit Hilfe eines „digitalen Zwillings“ – der virtuellen 3D-Abbildung des Campus – habe man Fehler bereits in der Planung behoben, sagte Vorstand Roland Busch. „Das hatte zwei Vorteile: Wir haben unsere geplante Bauzeit eingehalten und es sind keine zusätzlichen Kosten entstanden“, so Busch.

Über drei Etagen plus Versuchshalle erstrecken sich die neuen Laborräume der Mitarbeiter auf dem Siemens Campus.
Über drei Etagen plus Versuchshalle erstrecken sich die neuen Laborräume der Mitarbeiter auf dem Siemens Campus. // Andrea Beck

Das Projekt soll den neuesten Möglichkeiten in Sachen nachhaltigem bauen und arbeiten genügen. Neben der Luftreinhaltung und dem Boden-, Gewässer- und Klimaschutz beinhaltet das Konzept das ressourcen-schonende Bewirtschaften der Gebäude, etwa durch Fernwärme, und die Mobilität, zum Beispiel durch die Verfügbarkeit von Fahrrädern und E-Rollern auf dem Campus.

Unnötige Versiegelungen des Grundstücks sollen vermieden, Dächer und Fassaden begrünt werden. Über allem schwebt das große Ziel der Firma, bis 2030 einer der ersten klimaneutralen Konzerne weltweit zu werden.

in Forschungsthema im Siemens Labor ist die Entwicklung industriell tauglichen Klebers.
in Forschungsthema im Siemens Labor ist die Entwicklung industriell tauglichen Klebers. // Andrea Beck

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