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Megaprojekt
Der „Siemens-Campus“ ist für alle da
Bürogebäude, Wohnungen, ein Forschungs- und ein Ausbildungszentrum, Restaurants, Einkaufsläden und Sportstätten: Der Siemens-Campus in Erlangen soll mehr als ein Bürostandort sein.
Bürogebäude, Wohnungen, ein Forschungs- und ein Ausbildungszentrum, Restaurants, Einkaufsläden und Sportstätten: Der Siemens-Campus in Erlangen soll mehr als ein Bürostandort sein. // Andrea Beck
Erlangen – Was Siemens seit Jahren plant, ist nun Wirklichkeit: Der weltgrößte Standort der Firma wird eröffnet. Er ist nicht nur für Mitarbeiter gedacht, sondern als neues Viertel für alle Erlanger.

Es ist ein riesiges Projekt, an dem die Firma Siemens am Standort Erlangen seit langem plant und baut. Und das nun Stück für Stück für alle Erlanger greifbar wird, die sich die Dimension ihres neuen Viertels „Siemens Campus“ im Süden der Stadt zuvor nicht vorstellen konnten.

Nach seiner Fertigstellung ist er der größte Standort des Unternehmens weltweit. Und das obwohl die Zentrale in München sitzt und Berlin, sowie Mailand, wichtigere Standorte als Erlangen sind.

2013 begannen die konkreten Planungen, 2016 lag der erste Grundstein, 2020 wurde der erste Teil des Campus bezogen.

Diese Animation von Siemens zeigt das geplante Ausmaß des Campus.
Diese Animation von Siemens zeigt das geplante Ausmaß des Campus. // Siemens AG

Die Taufe

Und am kommenden Montag wird das gefeiert. Anlässlich der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts – inklusive des zentralen Empfangsgebäudes – wird der Campus eröffnet.

Die Häuser des Moduls 2 – das Bild zeigt die Konzerthalle der Empfangszentrale – sind zu großen Teilen aus Holz statt  nur aus Beton gebaut. Laut Siemens wurden dadurch beim Bau bis zu  80 Prozent CO2-Produktion vermieden.
Die Häuser des Moduls 2 – das Bild zeigt die Konzerthalle der Empfangszentrale – sind zu großen Teilen aus Holz statt nur aus Beton gebaut. Laut Siemens wurden dadurch beim Bau bis zu 80 Prozent CO2-Produktion vermieden. // Beck

Obwohl Mitarbeiter auf diesem bereits seit zwei Jahren in den Büros von „Modul 1“ arbeiten. Aber eben in Coronazeiten und ohne Empfangsgebäude.

Gäste wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik und Siemens-Vorstand Roland Busch werden zur Einweihung ein paar Worte verlieren.

Die Statue der Berliner Künstlergruppe „Inges Idee“ wirft Inspiration in Form von Scheiben über den Campus.
Die Statue der Berliner Künstlergruppe „Inges Idee“ wirft Inspiration in Form von Scheiben über den Campus. // Beck

Ein Standort für alle

Es ist die Taufe eines 540.000 Quadratmeter großen Standorts, der 17.000 bis 20.000 Siemens-Mitarbeiter vereint. Sie waren zuvor über ganz Erlangen verteilt.

Gebäude wie der „Glaspalast“ oder der „Himbeerpalast“ werden verkauft und mit der Fertigstellung der letzten Büroräume werden fast alle Erlanger „Siemensianer“ auf dem Campus arbeiten. Beziehungsweise sie werden sich dort die Büros teilen und rund 40 Prozent der Arbeitsstunden zuhause erledigen.

Einzige Ausnahme sind die Mitarbeiter von Siemens Healthineers, die an ihren Standorten im Erlanger Norden und Forchheim bleiben.

Die neuen Büro- und Konferenzräume sollen laut Siemens für die Mitarbeiter ein angenehmes Arbeitsklima schaffen und so zu Stätten der „gemeinsamen Kreativität“, werden.
Die neuen Büro- und Konferenzräume sollen laut Siemens für die Mitarbeiter ein angenehmes Arbeitsklima schaffen und so zu Stätten der „gemeinsamen Kreativität“, werden. // Beck

Neuer Wohnraum

Ab 2026 sollen die Wohnhäuser des Campus gebaut werden. Jedenfalls wenn Siemens weiterhin seinen Zeitplan einhält. „Wir sind stolz, dass wir bisher unsere geplanten Bauzeiten unterschreiten. Trotz Corona und Lieferkettenproblemen“, sagt Projektleiter Daniel Bechmann.

Den Campus lässt sich die Firma laut Pressesprecher Bernhard Lott über 500 Millionen Euro kosten, genauere Zahlen werden am Montag verkündet.

Der Künstler Daniel Libeskind hat für die Siemens-Standorte München, Berlin, Mailand und Erlangen vier unterschiedliche Versionen seiner „Flügel“-Skulptur geschaffen.
Der Künstler Daniel Libeskind hat für die Siemens-Standorte München, Berlin, Mailand und Erlangen vier unterschiedliche Versionen seiner „Flügel“-Skulptur geschaffen. // Beck

Lokale, Läden, Fitnessstudios und Parkanlagen

Der Standort ist aufgeteilt in acht Module, die aus mehreren Häusern bestehen. Modul 1 etwa umfasst acht Bürogebäude und drei Parkhäuser. Modul 3 setzt sich aus einem mehrstöckigen Laborgebäude plus einer Halle für Versuche zusammen.

Das Modul 5 wird dem Freistaat Bayern für den Bau eines Gebäudes der FAU übergeben und die Module 4 und 6 werden zu Wohnhäusern.

Sie sind einer der Gründe dafür, warum Siemens den Campus zurecht Stadtviertel nennt. Denn die Wohnungen sind für alle da, genau wie die Lokale, Fitnessstudios und Einkaufsläden des Campus. Er ist Erlangens neuer Stadtteil.

Vor zwei Jahren haben Siemens-Mitarbeiter die ersten Büros auf dem Campus bezogen. Tagsüber herrscht hier reges Treiben.
Vor zwei Jahren haben Siemens-Mitarbeiter die ersten Büros auf dem Campus bezogen. Tagsüber herrscht hier reges Treiben. // Andrea Beck

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