Stahl kann man schweißen, Kunststoffe kann man kleben. So weit, so bekannt. Bei der Firma Evosys in Erlangen beschäftigt man sich seit 2015 damit, Kunststoffe zu schweißen. Das wird zum Beispiel in der Automobilindustrie gebraucht, etwa wenn es darum geht, eine Rückleuchte herzustellen oder eine Fernbedienung zum Öffnen und Verriegeln des Fahrzeugs.
Von der Kühlung der Batterien bis zum Erleuchten des Innenraums
Und so kommt es, dass wir im Alltag mit vielen Gegenständen zu tun haben, hinter denen die Technologie aus Erlangen steckt, ohne dass wir das merken oder davon wissen. Wie Geschäftsführer Frank Brunnecker erklärt, stellen die Kunden von Evosys mit den in Erlangen entwickelten und gefertigten Maschinen zum Beispiel Kühlleitungen für die Batteriezellen von Elektrofahrzeugen her.
Aber auch bei Autos mit Verbrennungsmotoren kommen Kunststoffteile zum Einsatz, die mit Hilfe von Laserschweißen produziert worden sind. Etwa die Rückleuchten, Innenraumleuchten oder das Gehäuse der Airbag-Sensoren. Aber auch ganz andere Produkte werden mit den Erlanger Spezialmaschinen fabriziert, beispielsweise GPS-Tracker für Hundehalsbänder oder Bestandteile von Küchengeräten.
Meistens, so berichtet Thomas Kneidl von Evosys aus der Praxis, habe ein Kunde wie etwa ein Automobilzulieferer schon konkrete Vorstellungen davon, wie ein Produkt oder ein Bauteil wie etwa eine Rückleuchte aussehen soll. Evosys helfe dann dabei, das Material so auszuwählen und das Design so zu gestalten, dass es mit einer Laserschweißmaschine herstellbar ist, und liefere anschließend die dafür passende Maschine.
„Der Bereich Automotive macht bei uns zwischen 60 und 70 Prozent des Umsatzes aus“, erklärt Brunnecker. Etwa je die Hälfte davon entfalle auf Teile für Elektrofahrzeuge und auf Teile für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Zu den Kunden von Evosys gehören laut Brunnecker aber auch Hersteller von medizinischen Produkten wie Hörgeräten oder Infusionsbehältern, von Tonerkartuschen für Drucker oder von Bauteilen von Spülmaschinen.
Nach der Testphase läuft die Serienproduktion an
Oft entstehen die ersten Prototypen für neu entworfene Kunststoffteile in kleiner Serie bei Evosys vor Ort in Erlangen. Wenn die neuartigen Teile später dann die Test- und Erprobungsphase etwa bei einem Automobilhersteller hinter sich haben und in die Serienproduktion gehen, baut Evosys die häufig maßgeschneiderten Produktionsmaschinen für die Zulieferindustrie.
Im Alltag bedeuten fest miteinander verschweißte Kunststoffelemente zum Beispiel bei Autoteilen, dass heute auch bei kleineren Defekten an für sich allein genommen relativ billigen Komponenten oft dennoch nur das komplette Modul getauscht werden kann. Mit den entsprechenden Kosten, die dann auf der Ersatzteilrechnung stehen.
In diesem Zusammenhang verweist Brunnecker auf die demgegenüber bestehenden Vorteile von verschweißten Kunststoffteilen im Gegensatz etwa zu den in früheren Zeiten üblichen Bauweisen mit verschraubten Deckeln von Gehäusen, die zwischen Deckel und übrigem Gehäuse eine Gummidichtung benötigten: „Die Teile sind heute im Vergleich zu früher relativ langlebig, weil nichts undicht werden kann.“
Dass etwa ein Reflektor eines Autoscheinwerfers matt werde und dann nur noch ein schwaches Licht ausstrahle, weil wegen einer überalterten Dichtung Feuchtigkeit ins Innere des Scheinwerfers eingedrungen ist, „passiert Ihnen mit den neuen Techniken nicht mehr.“

















