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Genuss-Ranking
4 der 10 besten Bäcker Bayerns kommen aus der Region
Gutes Brot kann ein Hochgenuss sein.
Gutes Brot kann ein Hochgenuss sein. // Symbolfoto: Philippe Ramakers/AdobeStock
LKR Erlangen-Höchstadt – Das Genuss-Magazin Falstaff hat die beliebtesten Bäcker Deutschlands gekürt. Von den Top Ten in Bayern kommen neun aus Franken und vier aus der Region. Zwei sind von der Würdigung allerdings gar nicht begeistert.

Wer das Falstaff-Magazin liest, dem geht es um Genuss: guter Wein, leckeres Essen und erlesene Spezialitäten.

Zwei Wochen lang konnten die Falstaff-Leser kürzlich für ihre Lieblingsbäckerei abstimmen. Unter den Top-10 aus Bayern stammen allein neun Betriebe aus Franken. Und vier davon arbeiten in der Region.

Auf Platz 7 der Top-10-Liste rangiert die Bäckerei Frank aus Erlangen mit 3 Prozent der Stimmen. Der Traditionsbetrieb in der Paulistraße wird von Norbert Frank geführt. In der Backstube steht der Chef noch selbst – neben seinem inzwischen fast 90-jährigen Vater Alois Frank, der immer noch mithilft, den Betrieb am Laufen zu halten.

Von dem kürzlich veröffentlichten Ranking des Falstaff-Magazins, dessen Leser seine Bäckerei so weit nach vorne gewählt haben, will Norbert Frank im Gespräch mit dem Fränkischen Tag allerdings gar nichts wissen: „Man weiß nicht, wie das Ergebnis zustande gekommen ist, und deswegen halte ich von solchen Bewertungen genau Null-Komma-Null.“

Er arbeite nicht für irgendwelche Rankings, sondern dafür, dass es den Kunden, die in seinen Laden kommen, gut schmeckt, so Frank weiter.

Der erste Platz wäre eine Katastrophe

Viel Zeit dafür, das Erfolgsrezept seiner alteingesessenen Bäckerei zu erklären, die im Moment nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet hat, hat er nicht: „Meine Kuvertüre ist gleich heiß, dann muss ich weiter machen.“ Nur so viel: „Unsere Stammkunden haben Geschmack und wissen Qualität zu schätzen.“

Brote, Semmeln, Kuchen und Teilchen würden im Hause Frank noch auf ganz althergebrachte, handwerkliche Art und Weise produziert: „Wir backen so, wie es auch eine Hausfrau machen würde, nur in größerem Maßstab.“

Noch etwas skeptischer sieht Franks Berufskollege Arnd Erbel aus Dachsbach im Aischgrund seine Platzierung in der Falstaff-Liste. Erbel hat es darin mit 8 Prozent der Stimmen auf Platz 3 geschafft und sagt: „Da schäme ich mich, dass ich in so einer Liste überhaupt auftauche. Das ist völliger Käse.“

Es sei außerdem „schade, dass eine Handwerksbäckerei sich nicht dagegen wehren kann, in so eine Liste zu kommen.“ Weiter erklärt Erbel: „Wenn wir auf dem ersten Platz wären, dann wäre das für uns eine noch größere Katastrophe.“

Erfolgsfaktor in Burgbernheim: Holzofenbrot

Der Grund für Erbels Abneigung gegen das Falstaff-Ranking: Die großen Filialisten würden dadurch gleichgestellt mit den wenigen verbliebenen Handwerkern.

Seine eigene Philosophie, mit der Erbel seine Bäckerei im Aischgrund führt, fasst er mit einem Satz folgendermaßen zusammen: „Wir arbeiten nicht auf solche Abstimmungen hin, sondern wir wollen, dass unser Brot bekömmlich ist und schmeckt.“

Völlig anders die Reaktion beim Brothaus aus Burgbernheim im Landkreis Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim, das auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt mehrere Filialen betreibt, etwa in Weisendorf. Insgesamt gibt es nach Unternehmensangaben Filialen in neun Landkreisen. Das Brothaus steht in der Falstaff-Liste auf Platz 4 mit ebenfalls 8 Prozent der Stimmen.

Bianca Fischer von der Geschäftsleitung beantwortet die Frage „warum Brothaus die beste Adresse für Brot ist“ so: „Unser Anspruch ist es, bei jedem einzelnen Produkt, in jedem einzelnen Brothaus Menschen bedingungslos zu begeistern. Dich zu begeistern, wenn du unser Herz auf der Zunge in die Welt hinausträgst.“

Die Welt der Bäckereien ist zwiegespalten: Hier die überregional tätigen Großbetriebe mit vielen Filialen, dort kleine Handwerker, bei denen der Chef noch selber in der Backstube steht. Im Falstaff-Ranking der beliebtesten Bäcker werden beide Welt...
Die Welt der Bäckereien ist zwiegespalten: Hier die überregional tätigen Großbetriebe mit vielen Filialen, dort kleine Handwerker, bei denen der Chef noch selber in der Backstube steht. Im Falstaff-Ranking der beliebtesten Bäcker werden beide Welten miteinander vermischt und das gefällt nicht jedem. // Philippe Ramakers/AdobeStock

„Was uns als Brothaus ganz besonders ausmacht, ist unser im Holzofen gebackenes Brot“, teilt Fischer weiter mit. Wenn dieses aus dem Ofen komme, sei das „auch für uns immer etwas Besonderes und Einmaliges, denn kein Laib gleicht dem anderen.“

In den Rückmeldungen der Kunden werde nicht nur die Qualität gelobt, so Fischer, sondern auch die Vielfalt des Sortiments und die Freundlichkeit des Verkaufspersonals.

Der Beck aus Erlangen landet mit 25 Prozent der Stimmen auf Rang 2 der Liste – direkt hinter dem bayernweiten Sieger, der Bäckerei Lang aus Bayreuth mit 37 Prozent. „Wir freuen uns sehr, dass Der Beck bei der Falstaff-Leserumfrage zum zweitplatzierten Lieblingsbäcker in Bayern gekürt wurde“, erklärt Unternehmenssprecher Tobias Ballbach. Das Ergebnis spiegele die Wertschätzung der Bürger der Metropolregion Nürnberg wider, „die Der Beck als regionalem Grundnahrungsversorger vertrauen.“

Rund 150 Filialen in der Metropolregion

Von den Gästen höre man immer wieder, dass die Mitarbeiter in den Filialen „super freundlich“ und „hilfsbereit“ seien, so Ballbach weiter.

Einige Produkte des Unternehmens aus dem Stadtteil Tennenlohe hätten bei den Kunden schon eine Art „Kultstatus“ erlangt, zum Beispiel die belegten Fladen oder das Tessino – ein helles Ruchmehlbrot nach schweizerischem Vorbild. In Summe gibt es nach eignen Angaben von Der Beck rund 150 Filialen in der Metropolregion Nürnberg.

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