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Einzelhandel
Ladensterben: Höchstadts Innenstadt noch zu retten?
Die Bäckerei Bachmeier fehlt den Höchstadtern. Genau wie gastronomische Vielfalt zum Mittagessen in der Innenstadt.
Die Bäckerei Bachmeier fehlt den Höchstadtern. Genau wie gastronomische Vielfalt zum Mittagessen in der Innenstadt. // Martin Regner
Höchstadt a. d. Aisch – Die Höchstadter wünschen sich mehr Bäckereien, Metzgereien und eine größere Vielfalt in der Gastronomie. Bürgermeister Brehm kennt die Probleme. Und eine Lösung.

Die Zitate aus unserem Heimat-Monitor haben es in sich: Da ist von einer völlig vernachlässigten Innenstadt die Rede. Von einem Café mit Kaffee und Kuchen, das es leider nicht gibt. Von einem nur sehr einseitigen Angebot an Speisen. Davon, dass in Höchstadt nix los ist. Und dass die Altstadt am Sterben ist. Alles in Allem ein düsteres Bild. Ist die Innenstadt von Höchstadt noch zu retten?

Auf den ersten Blick bestätigt ein kurzer Rundgang den Eindruck: Es gibt in der gesamten Altstadt keine offene Metzgerei mehr. Der einzige Betrieb weit und breit residiert etwas außerhalb in der Großen Bauerngasse. Wer in der Altstadt etwas zum Mittagessen sucht, tut sich schwer: Es gibt Optiker und Friseursalons, auch Eisdielen sind vorhanden. Pizza und Döner werden offeriert, das mag sein, aber dann ist auch schon weitgehend Schluss.

„Da bekommen Sie alles.“

Auch wenn man den Blick weitet und an den Rand der Altstadt wandert, wird es nicht unbedingt besser. Die Schaufenster der Bäckerei Bachmeier sind seit geraumer Zeit verwaist und auch sonst gibt es mehrere leerstehende Läden, die ihre Türen für immer geschlossen haben.

So darf es einen nicht wundern, wenn im Heimat-Monitor Zahlen wie diese herauskommen: Höchstadt insgesamt punktet zwar mit einem Zufriedenheitswert von 7,04 beim Einzelhandelsangebot. Darin spiegeln sich aber alle Läden des gesamten Stadtgebiets wider – also auch die großen Supermärkte an den Hauptverkehrsstraßen und das Aischparkcenter im Höchstadter Osten. Die Vielfalt des gastronomischen Angebots dagegen wird mit mageren 3,65 Punkten bewertet.

Abwärtstrend in Höchstadt wird eingeräumt

Wir haben Bürgermeister Gerald Brehm (FW) mit dieser Zahl und den Zitaten aus dem Heimat-Monitor des FT konfrontiert. Der sagt: „Diese Bewertungen werden dem tatsächlichen Angebot nicht gerecht.“ Das einzige, was in Höchstadt tatsächlich fehle, seien familiengeführte Gasthäuser mit gutbürgerlicher, fränkischer Küche. Sonst stehe die Stadt gut da, so Brehm. Der Bürgermeister verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf das Aischparkcenter: „Da bekommen Sie alles. Mit dem Aischparkcenter haben wir eine der besten Einzelhandelsabdeckungen überhaupt.“

Den Abwärtstrend, in dem sich demgegenüber die Innenstadt befindet, räumt Brehm ein, „aber wir sind da nicht die einzigen, denen es so geht.“ Das Aussterben der Stadt- und Dorfkerne treffe alle Kommunen. Und die Stadt Höchstadt sei – im Gegensatz zu den Vorwürfen aus den Kommentaren im Heimat-Monitor – keineswegs untätig geblieben: „Wir ergreifen durchgehend Maßnahmen zum Beispiel mit Veranstaltungen in der Innenstadt.“

Interessenten für Betriebsnachfolgen haben abgewunken

Auch im Fall der Bäckereien und Metzgereien, die in letzter Zeit ihre Ladentüren für immer zugesperrt haben, hätten die Stadtverwaltung und er selbst als Bürgermeister Gespräche mit den Betreibern und Eigentümern geführt, so Brehm weiter.

Die Stadt habe außerdem versucht, Kontakte zu potenziellen Betriebsnachfolgern herzustellen. Allerdings liege die Entscheidung darüber, wie es mit einem Betrieb weitergeht, letztlich nicht bei der Stadt. Sondern bei den alten Inhabern und den Interessenten für eine Übernahme. Mal sei die Weiterführung eines Traditionsladens an anderweitigen Plänen der jeweiligen Hauseigentümer gescheitert. Mal daran, dass durchaus vorhandene Interessenten etwa für die Übernahme einer Bäckerei am Ende mit Verweis auf die Unwirtschaftlichkeit eines zu kleinen Betriebs abgewunken hätten.

Lösungen für die Höchstadter Innenstadt brauchen Zeit

Darüber hinaus seien die Möglichkeiten der Stadt als Akteur beschränkt, erklärt Gerald Brehm: „Wir können kein Angebot aufrechterhalten, das von den Kunden nicht ausreichend nachgefragt wird.“ Was der Rathauschef damit sagen will? Die Stadt will keine Gasthäuser oder Einzelhandelsgeschäfte finanziell subventionieren, die sich ohne Zuschüsse aus dem Stadtsäckel nicht auf dem Markt halten würden.

Nicht zuletzt um das Angebot im Bereich Gastronomie zu bereichern, habe die Stadt kürzlich ein Gebäude neben der Eisdiele am Marktplatz erworben. Das Ziel: Dort ein gutbürgerliches Gasthaus etablieren, das in der schönen Jahreszeit eine Außenbewirtung anbietet. Dafür strebt die Stadt laut Brehm auch Fördermittel aus der Städtebauförderung an, „aber das geht alles nicht von heute auf Morgen.“

Denn die Ausarbeitung von Konzepten, die Suche nach einem Betreiber, und die nötigen Renovierungsarbeiten im Altbauobjekt brauchen Zeit. Und auch, wenn es manchem Höchstadter nicht schnell genug geht, lautet Brehms Fazit zum Thema Belebung der Altstadt: „Wir machen, was geht.“

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