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Inhaber erklärt Entscheidung
Spielkiste schließt Zweitfiliale: Entwarnung für Höchstadt
Spielkiste Höchstadt
Die Spielkiste im Aisch-Park-Center ist eine Institution in Höchstadt. // Foto: Anna-Lena Reif
Höchstadt a. d. Aisch – Es sind gute und schlechte Nachrichten zugleich: Die beliebte Spielkiste in Altenkunstadt schließt zum Jahresende. Wieso die Filiale in Höchstadt bestehen bleibt – und von der Schließung profitiert.

„Das könnt Ihr doch nicht machen, die großen und kleinen Kinder brauchen Euch doch.“ „Ich kanns nicht fassen.“ „Nein!?!? Sehr sehr schade.“ Diese und viele ähnliche Kommentare unter einem Beitrag auf Facebook und Instagram lassen schon erahnen: Mal wieder muss ein beliebtes Geschäft schließen.

Nach vielen Jahren, in denen sie Kinderaugen zum Leuchten gebracht hat, wird die Spielkiste in Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) Ende des Jahres zum letzten Mal die Türen öffnen. Doch es gibt immerhin auch eine gute Nachricht: Die Filiale im Aisch-Park-Center in Höchstadt bleibt bestehen. 

Spielkiste Lang in Altenkunstadt schließt

Im Oktober 2006 gründete Familie Lang die erste Spielkiste, damals noch in Küps (Landkreis Kronach). 2015 folgte der Umzug nach Altenkunstadt, 2018 die Eröffnung der zweiten Filiale in Höchstadt. In den vergangenen Jahren habe sein Vater das Geschäft in Oberfranken geführt, erzählt Michael Lang. Doch zum Endes des Jahres laufe der Mietvertrag aus.

„Mein Vater wird nächstes Jahr 66. Also mussten wir uns Gedanken machen, wie wir weitermachen, ob es sich lohnt, nochmal einen Mietvertrag für mehrere Jahre zu unterschreiben“, so Lang. „Und es war keine leichte Entscheidung.“ Auch andere Faktoren, wie die wachsende bürokratische Belastung, hätten die Entscheidung beeinflusst.

Spielkiste Höchstadt
Seit 2018 gibt es das Geschäft in Höchstadt, doch die Geschichte des Familienunternehmens reicht noch weiter zurück. // Foto: Anna-Lena Reif

Noch sei es surreal für den Geschäftsführer. „Wir haben dort gerade noch top-aktuelle Ware, bis letzte Woche haben wir noch Lieferungen bekommen“, führt er aus. Doch schon seit dem 6. November läuft in Altenkunstadt nun der Ausverkauf mit 20 Prozent auf das ganze Sortiment. 

Spielkiste im Aisch-Park-Center Höchstadt bekommt Verstärkung

Für Lang ist klar: Der Fokus liegt nun zu hundert Prozent auf Höchstadt. Denn hier, im Aisch-Park-Center, ist das Geschäft längst eine Institution geworden, die Eltern und Kinder nicht nur zu Weihnachten und Schulbeginn stürmen. Über 40.000 Artikel hat das Geschäft in Höchstadt vorrätig. Egal ob Schleich, Lego oder Barbie: Von Spielzeug bis hin zu Schreibwaren wird hier sicher jeder fündig. „Ich bin jemand, der sich denkt: Das, was wir machen, versuchen wir sehr, sehr gut zu machen. Wir fokussieren uns zu hundert Prozent auf dieses Geschäft und stecken alle unsere Energie und Zeit rein“, führt Lang aus. „Hätten wir weiterhin zwei Geschäfte, müssten wir uns aufteilen.“ 

Und das Team bekommt sogar Verstärkung. „Die Schließung in Altenkunstadt ist nicht mit Entlassungen verbunden“, betont Lang. Eine Mitarbeiterin habe die Filiale in Oberfranken noch gehabt – und diese habe unbedingt mit nach Höchstadt gehen wollen. „Wir sind sehr familiär, auch den Mitarbeitern gegenüber“, erklärt Lang. „Die Mitarbeiter sind gern bei uns, auch weil wir jeden so fördern, wie er oder sie es braucht.“

Egal ob Spiel- oder Schreibwaren, die Auswahl hier ist riesig.
Egal ob Spiel- oder Schreibwaren, die Auswahl hier ist riesig. // Foto: Anna-Lena Reif

Auch der Senior-Chef selbst wird künftig des Öfteren in Höchstadt zu sehen sein, wo auch seine Frau schon im Einsatz ist. „Aber ich will, dass meine Eltern das dann machen, weil sie es wollen, weil es ihnen Spaß macht, nicht weil sie es müssen“, erklärt Lang. 

Gute Nachrichten nicht nur für Höchstadt

Einen kleinen Lichtblick gibt es aber auch für die Stammkundschaft in Altenkunstadt, wie Lang verrät. Zwar sei noch nichts unterschrieben. „Aber es ist ein Nachfolger im Gespräch und es sieht aktuell sehr gut aus.“ Wenn alles gut läuft, soll der Laden in Altenkunstadt also weitergeführt werden, zwar ohne Beteiligung der Familie Lang, aber mit einem ähnlichen Konzept. 

In Höchstadt erwartet die Belegschaft nun das Weihnachtsgeschäft mit dem typischen Ansturm. „Aber das wird jedes Jahr ein wenig später“, erzählt Lang mit einem Blick auf den Kalender schmunzelnd. Früher, so Lang, hätten viele Kunden die Geschenke schon früher gekauft. Inzwischen gebe es immer kurz vor Weihnachten den großen „run“. 

Wichtig ist Lang noch der Dank an die Kunden. „Für das letzte Jahrzehnt“, sagt er. „Man kann als Händler machen, was man will. Aber ohne den Kunden wäre gar nichts möglich.“ 

 

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