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Unterricht trotz des Streiks
Die Schule läuft, auch wenn die Bahn nicht fährt
Bahnstreik und Schulen
Zur Mittagszeit ging es kurz etwas lebhafter auf dem Kronacher Bahnsteig zu. Die Regionalbahn sammelte die Schüler Richtung Norden auf. // Marco Meißner
Kronach – Der Bahnstreik hat pünktlich am Mittwoch, 24. Januar, den Landkreis Kronach erreicht. Betroffen sind nicht nur die Pendler, sondern auch die Schüler. So ist die Lage in den Kronacher Schulen an Tag 1 des Streiks.

Es ist still auf dem Kronacher Bahnhof. Nur zweimal wird es am Mittwoch, 24. Januar, etwas lauter. Dann nämlich, als die Schüler eintrudeln. Ein Notfahrplan sichert morgens um 7.09 Uhr und mittags um 13.09 Uhr einen sicheren Schulweg für die jungen Leute. Die nehmen vor allem für ihren Unterricht an den beiden Gymnasien und Realschulen in der Kreisstadt teilweise einen weiten Weg auf sich, für den die Zugverbindungen fest einkalkuliert sind. Doch läuft es so reibungslos mit den Notfahrplänen, wie die DB den Medien mitteilt? Und wie ist es um den Nachmittagsunterricht bestellt?

Am ersten Tag gibt es keine Probleme an Kronachs Schulen

"Es hat alles geklappt. Es gab auch kaum Anfragen von Eltern", freut sich Sophia Wachter, Mitarbeiterin im Sekretariat der Realschule I Kronach, über einen reibungslosen Start in die Streiktage. Für manche Schüler sei es allerdings schwierig, den Heimweg zu organisieren, wenn sie erst am Nachmittag Schulschluss haben. Deshalb hätten sich tatsächlich einige für den Nachmittagsunterricht abgemeldet. Ein großer Teil der Schüler komme aber direkt mit dem Bus, weshalb die Schulstunden am Nachmittag nicht eingeschränkt werden mussten. 

Bahnstreik und Schulen
Die Schüler besteigen den Zug um 13.09 Uhr in Richtung Ludwigsstadt. // Marco Meißner

Auch Claudia Metzner, Schulleiterin am Kaspar-Zeuß-Gymnasium Kronach, spricht von "einer ganz kleinen Zahl von Ausfällen" bei den Schülern. Lediglich zwei hätten sich am Mittwoch vom Unterricht in der zweiten Tageshälfte befreien lassen. "Wir führen den Nachmittagsunterricht deshalb ganz normal durch." Um den Eltern weiter entgegenzukommen, habe man ihnen für die Mittagsbetreuung der Jugendlichen auch angeboten, das Essen abbestellen zu können, falls kein Zug fährt. 

Bahnstreik und Schulen
Der Fahrplan wird durch den Streik ein Opfer des Rotstifts. Nur morgens und abends bleibt der "Schülerzug" im Takt. // Marco Meißner

Am Frankenwald-Gymnasium Kronach atmet Schulleiter Harald Weichert ebenfalls auf. Er hatte aus den Medien erfahren, dass die Bahn den Notbetrieb zu Schulzeiten einrichten will - und er ist froh, dass dies am Mittwoch gut geklappt hat. "Es ist ein ganz normaler Schultag am Frankenwald-Gymnasium", unterstreicht er. Der Unterricht finde daher auch uneingeschränkt statt. Warum alles so reibungslos läuft, kann er nur vermuten: "Anscheinend haben die Eltern reagiert und vielleicht auch Fahrgemeinschaften gebildet." Außerdem hätten die älteren Schüler ja teilweise selbst schon den Führerschein. 

"Eine einzige Schülerin ist nicht in den Unterricht gekommen. Und die kommt aus der Lichtenfelser Ecke", betont Uwe Schönfeld von der Realschule II Kronach, dass auch dort keine Einschränkungen nötig sind. "Es hat alles geklappt, und beim Unterricht läuft alles normal. Unsere Schule ist von dem Streik glücklicherweise nicht betroffen." Er macht sich jedoch auch Gedanken, die über das geplante Streikende am Montag, 29. Januar, 18 Uhr, hinausgehen. "Man kann nur hoffen, dass sich die Bahn mit ihren Lokführern einigt", sagt er - und fügt mit einem Schuss Ironie an: "Dann hätten wir mal wieder drei, vier Monate - bis sie vielleicht wieder streiken."

Hinweise der Bahn zur Streiksituation für Zugreisende

"Aufgrund eines Streiks der GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) kommt es im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr der DB von Mittwoch, 24. Januar, bis einschließlich Montag, 29. Januar, bundesweit zu Verspätungen und Zugausfällen. Der Notfahrplan der DB sichert nur ein sehr begrenztes Zugangebot im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr der DB", teil die Deutsche Bahn zur aktuellen Situation auf ihrer Homepage mit. "Wir bitten unsere Fahrgäste, sich 24 Stunden vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren und raten bei Reisen im Fernverkehr, in jedem Fall einen Sitzplatz zu reservieren." 

Eine Sonderhotline wurde eingerichtet. Wer sich telefonisch über die aktuelle Verkehrslage und die Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnverkehr informieren möchte, dem steht daher - neben den Infos im Internet - der Service der Bahn auch unter der Telefonnummer 08000/996633 zur Verfügung.

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