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Dreht sich das Bierkarussell?
Freischießen: Wer könnte beim Bier in Kronach mitmischen?
Welches Bier könnte noch am Kronacher Freischießen ausgeschenkt werden?Freischießen Rundgang Freitag 2
Welches Bier könnte noch am Kronacher Freischießen ausgeschenkt werden? // Sonny Adam
Kronach – Welche Überraschung plant die Gampert-Brauerei für 2025? Und welche Brauereien in der näheren Umgebung könnten ebenfalls ein Auge auf das Kronacher Freischießen haben?

Falls sich das Bierkarussell am Kronacher Freischießen dreht und eine dritte Brauerei ab 2027 mitmischt, dann bleibt bei den Spekulationen viel Luft nach oben. Schützenmeister Jörg Schnitzler betont, dass es seitens der Schützengesellschaft (SG) aber noch überhaupt keine Bemühungen gebe, eine dritte Brauerei ins Boot zu nehmen: "Mir wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist."

Den Grund für die Spekulationen liefert die Tatsache, dass der Vertrag zwischen der Schützengesellschaft und der Gampertbräu nach den Freischießen 2027 ausläuft. Falls dieser nicht verlängert wird, kämen andere Optionen ins Spiel. Doch bis dahin dürfen sich Besucherinnen und Besucher auch jetzt schon auf Änderungen freuen. Immerhin hatte Anette Höfner, die Geschäftsführerin der Gampert-Brauerei, für das Freischießen 2025 eine Überraschung angekündigt. Auf die dürfe man schon gespannt sein, ist das Einzige, das sie diesbezüglich verrät. Grund genug für Jörg Schnitzler, um zu hoffen, dass sich das Bierkarussell nicht zu drehen braucht. 

Eine dritte Brauerei auf dem Kronacher Freischießen wäre keine Premiere

Anfragen von auswärtigen Brauereien jedenfalls gebe es genug, versichert er. Und ab hier breitet sich das Land der Spekulationen aus, denn schon allein in Franken tummeln sich rund 300 Brauereien. Die höchste Brauereidichte weltweit weist übrigens Oberfranken auf, was auch im Guiness-Buch der Rekorde verankert ist. Rein rechnerisch versorgt in "Bierfranken", wie der Regierungsbezirk deshalb gerne genannt wird, eine Brauerei nur 5511 Einwohner.

Und es wäre ja auch keine Premiere, falls eine dritte Brauerei ins Spiel käme. Auswärtige Brauereien waren in der Historie des Freischießens gar nicht so selten. So findet sich 1891 in den Aufzeichnungen die Münchner Augustiner-Brauerei, 1913 und 1919 gab es auf dem Kronacher Freischießen Bier der Münchner Löwenbräu. Doch ob nun aus München oder aus dem näheren Umkreis, die Optionen gehen wohl so schnell nicht aus.

"Frankenwälder sind nun mal bodenständig"

Zeit, um sich diesbezüglich auch mal bei Ulrich Kaiser, dem Geschäftsführer der Kaiserhöfer, nach der Stimmung zu erkundigen. Er hat nach eigenen Worten keine Angst vor weiteren Mitbewerbern. "Es wurde schon immer Bier am Freischießen ausgeschenkt, das wird auch weiterhin so sein. Andere Brauereien werden es auch nicht leichter haben, denn wir sind hier im Frankenwald. Und Frankenwälder sind nun mal bodenständig." Biertrinker, so sagt er, würden sich ihre eigene Meinung bilden und von ihren Vorlieben meist auch nicht abweichen. "Doch Vielfalt ist nie verkehrt", versichert er. Aber nach seiner Meinung sei es ja nicht nur der Gerstensaft, der die Anzahl der Festzeltgäste beeinflusse. "Es kommt auch auf die Musikauswahl, das Personal und das Ambiente an."

Werfen wir daher einen völlig spekulativen Blick auf mögliche Mitbewerber aus der näheren Umgebung, ergibt sich ein buntes Kaleidoskop. Allein im Radius von rund 50 Kilometern finden sich zahlreiche größere Brauereien. 

15 Brauereien - und jede hat ihre Besonderheiten 


Leikheim (Altenkunstadt)

Existiert seit 1887.

Besonderheit: Wirbt mit einem Brauschatz aus Feuer und Stein. Das Steinbier wird mit Malzzucker an glühenden Steinen karamellisiert und erhält laut Maisel "seinen süffigen Charakter".


Kommunbräu "KOMM.1059" (Burgkunstadt)

Existiert seit 2020.

Besonderheit: Genossenschaftsbrauerei


Günther Bräu: (Burgkunstadt)

Existiert seit 1840. 

Besonderheit: Präsentiert sich als Traditionsbrauerei und braut "authentisch oberfränkisches Bier".


Ebensfelder Brauhaus (Ebensfeld)

Existiert seit 1752.

Besonderheit: Die Brauerei wird als "Männerwirtschaft" geführt und füllt "Reine Männersache" (so der Name des Bieres) sogar in die Flaschen.


Weismainer Püls Bräu (Weismain)

Existiert seit 1798

Besonderheit: Seit 2017 folgt man hier dem Retro-Trend und hat die traditionelle Euro-Flasche (Mehrwegflasche aus robustem Glas und einheitlichem Design) wieder aufleben lassen. 


Kulmbacher Brauerei (Kulmbach)

Existiert seit 1846 (damals Reichelbräu).

Besonderheit: Ausrichter der Kulmbacher Bierwoche.


Kulmbacher Kommunbräu (Kulmbach)

Existiert seit 1992.

Besonderheit: Führt neben Roggenbier auch Brezen- und Hexenbier im Sortiment.


Brauerei Scharpf (Seßlach)

Existiert seit 1870.

Besonderheit: Braut ihr Bier nach einem alten Familienrezept.


Brauerei Schleicher (Itzgrund)

Existiert seit 1880.

Besonderheit: Wurde viermal in Folge mit dem Forschungssiegel „Innovativ durch Forschung“ ausgezeichnet.


Brauerei Grosch (Rödental)

Existiert seit 1802 im Familienbesitz. Ist aber schon seit 1492 Braustätte. 

Besonderheit: Führte als eine der ersten Brauereien in Bayern ein unfiltriertes Bio-Bier ein.


Brauerei Murmann (Untersiemau)

Existiert seit 1862.

Besonderheit: Sehr bodenständig. Der Fokus liegt auf ausgewählten Biersorten.


Maisel (Bayreuth)

Existiert seit 1887.

Besonderheit: Das Maisel & Friends-Brauereigelände vereint historische Brauereigeschichte mit internationaler moderner Kunst und Gastronomie.   


Bayreuther Bierbrauerei (Bayreuth) 

Besonderheit: Aktienbrauerei. Ein Hauptaktionär ist Maisel. Die übrigen Aktien sind seitdem weiterhin im freien Handel verfügbar und befinden sich im Streubesitz von Liebhabern und Fans der Brauerei.


Becher Bräu (Bayreuth)

Existiert als Braustätte seit 1781. Seit 1955 im Familienbesitz

Besonderheit: Brauen aus Tradition "seit Großvaters Zeiten" und bescheinigt ihrem Bier "Kultcharakter".


Glenk Bräu (Bayreuth)

Existiert seit 1852.

Besonderheit: Gilt als die älteste Brauerei Bayreuths.

 

 

 

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