Kaum wurde bekannt, dass Phillip Herpich Ende 2025 das Schützenhaus als Wirt verlassen wird, schon kommt das nächste deutliche Warnsignal aus Richtung der Kronacher Schützengesellschaft (SG).
Schützenmeister Jörg Schnitzler klingt nicht erfreut, als er das Gespräch führt, aber so, als sei er mit seiner Geduld am Ende. Die Kündigung von Phillip Herpich hat auch er bedauert und nun macht die SG deutlich ihren Standpunkt klar.
Wird es auf dem Kronacher Freischießen ab 2027 eine Drei-Brauereien-Lösung geben?
"Wenn seitens der Gampertbräu keine massive Veränderung deutlich wird, werden wir eine andere Brauerei mit ins Boot nehmen." Eine Drei-Brauereien-Lösung also? "Ja. Dann wird eine dritte Brauerei den Stadl bewirtschaften." Bis dahin sehe sich die SG auf jeden Fall an ihren Vertrag mit der Gampertbräu gebunden, betont Schnitzler. Den werde man auch nicht brechen. "Das entspräche nicht unsere Vorgehensweise." Dieser Vertrag läuft übrigens nach dem Freischießen 2026 aus.
Anette Höfner, die Geschäftsführerin der Gampert-Brauerei, versichert: "Das ist jetzt leider keine schöne Situation. Natürlich wollen wir weiter am Freischießen vertreten sein. Deshalb werden wir unser Angebot verbessern. Wir haben intensiv an einem Konzept gearbeitet." Mehr möchte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten, stattdessen sagt sie: "Da muss man sich überraschen lassen. Das Ergebnis wird am 14. August zu sehen sein." Und sie versichert, dass die Gampert nach wie vor bemüht sei, "durch Leistung zu überzeugen." Der Schützenmeister betont in diesem Zusammenhang, dass er es begrüßen würde, wenn die Gampert auch weiterhin mit im Boot sei. "Wenn sie sich steigern, dann ist alles gut."
"Es herrscht kein Mangel an Bewerbern"
Dass es an Anfragen nicht mangle, unterstreicht er allerdings auch. "Blicken wir viele Jahrzehnte zurück, gab es hier Münchner Brauereien und welche aus dem erweiterten Umfeld. Es wäre also keine Premiere." Und neben München lässt er noch Ortsnamen wie "Burgkunstadt, Altenkunstadt und Bayreuth" fallen. "Brauereien bewerben sich regelmäßig bei uns und möchten aufs Fest. Aber wir haben in dieser Richtung noch gar nichts geplant. Wir warten jetzt erst einmal ab."
Die Rechnung scheint einfach
Die SG müsse natürlich die Kosten im Auge behalten. "Und die laufen uns gerade davon." Zum Teil seien sie auch den hohen Sicherheitsauflagen geschuldet. Womit beim Thema Kosten aber natürlich auch wieder der Bierumsatz ins Spiel kommt. Schnitzler macht hier eine einfache Rechnung auf, warum der Umsatz der Gampert wesentlich höher sein müsste. Ein Vergleich mit der Kaiserhof Brauerei macht es deutlich: "Die Kaiserhof Brauerei hat nur eine Halle und deren Umsatz ist fast genauso hoch wie der der Gampert. Die Gampertbräu bewirtschaftet dagegen den Stadl, das Schützenhaus mit Biergarten und die Halle gegenüber dem Musikpavillon."
Gastlichkeit sollte eine große Rolle spielen
Was muss sich also ändern? An welchen Schrauben sollte die Gampert drehen? Der Schützenmeister ist überzeugt, dass Gastlichkeit bei der geplanten Veränderung eine große Rolle spielen sollte. "Besucherinnen und Besucher müssen sich wohl- und willkommen fühlen." Aber er vertraue auch darauf, dass ein entsprechendes Konzept seitens der Gampertbräu den erhofften Erfolg erzielt. Darüber hinaus wünsche er sich, dass auch nach Herpichs Weggang auf jeden Fall wieder eine gute Bewirtschaftung des Schützenhauses erfolgt.


















