0
Ursachenforschung
Herpich geht als Schützenhauspächter - Das sind die Gründe
Schützenhaus Kronach: warum Phillip Herpich geht.
Philipp Herpich wird den Vertrag mit der Gampert-Bräu nicht mehr verlängern. // Foto: Daniela Pondelicek
Kronach – Herpich wirft nach zwei Jahren das Handtuch. Ab Ende 2025 ist das Schützenhaus vorläufig ohne Pächter. Die Suche für einen Nachfolger läuft bereits.

Phillip Herpichs Entscheidung, seinen Vertrag als Pächter des Schützenhauses Ende diesen Jahres aufzukündigen, fiel ihm nicht leicht, wie er bestätigt. "Doch meine Vorstellungen und die der Gampert-Brauerei gingen leider auseinander", erklärt er diesen drastischen Schritt.

Herpich und der Biergarten des Kronacher Schützenhauses

Dabei hatte er durchaus Pläne, die er sehr gerne umgesetzt hätte. Einer davon war beispielsweise, den Biergarten des Schützenhauses während der Sommersaison von Donnerstag bis Sonntag zu öffnen. Kurz habe er das auch ausprobiert, gibt er zu. "Dann habe ich sehr schnell gemerkt, dass eine Person das alleine nicht schafft." Er habe ja nebenbei noch den laufenden Betrieb des Schützenhauses übernehmen müssen. "Ich bin der einzige fest angestellte Mitarbeiter. Gerne hätte ich noch jemanden dazu genommen, aber ich war und bin an gewisse Vertragsklauseln gebunden. Das wäre Sache der Brauerei gewesen." Herpich erwähnt in diesem Zusammenhang, dass es immer noch keinen Koch fürs Schützenhaus gibt, was ihn natürlich zusätzlich belastet habe.

"Für 2025 hätte ich mir eigentlich eine Lösung gewünscht"

Ein Lob geht aber an die Schützengesellschaft, die Entgegenkommen signalisiert habe. "Sie wollten außen sanieren und alles hübsch machen unter der Voraussetzung, dass der Biergarten dann auch bewirtschaftet wird." Allerdings sei sein Plan nicht nur an einer personellen Lücke gescheitert, gibt er zu und räumt Fehler ein. "Im Januar 2024 musste ich quasi aus dem Stand loslegen. Es ging mit dem Dreikönigsball und dem Fasching gleich in die Vollen. Bis ich mich etwas akklimatisiert hatte, war die Biergartensaison schon da. Für die Planungen war es einfach zu spät, deshalb habe ich die Umsetzung in 2024 sehr schnell verworfen. Doch für 2025 hätte ich mir eigentlich eine Lösung erwünscht."

Eine Lösung, die vielleicht der neue Pächter umsetzen könnte? Christian Höfner, Geschäftsführer der Gampert-Bräu bestätigt, dass man auf der Suche nach einem Nachfolger sei. Zur Situation selbst möchte er sich nicht äußern, sondern eher in Ruhe nach einem geeigneten Nachfolger für Herpich suchen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das Schützenhaus ab Ende 2025 ohne einen Pächter dastehen könnte.

"Bierumsatz der Gampert-Brauerei war inakzeptabel"

Doch die Biergartensituation alleine hat wohl nicht dafür gesorgt, dass Veranstaltungskaufmann Herpich nach relativ kurzer Zeit das Handtuch wirft. Redet man mit ihm über den Bierumsatz am 2024er-Freischießen, dann bestätigt er Höfners Aussage: "Es war einfach sehr heiß im letzten Jahr." Doch das war es ja auch für die Kaiserhof-Brauerei direkt gegenüber, die sich über den Bierumsatz nicht beklagen konnte.

Herpich vertritt hier seine eigene Meinung und ist sicher: "Die Zeiten werden anders. Es wird einfach generell nicht mehr so viel Bier getrunken, wie bayernweite Statistiken bestätigen. Doch wie soll man dieser allgemeinen Entwicklung gegensteuern?" Letzteres war wohl eher eine rein rhetorische Frage, auf die auch er keine Antwort hat. Schützenmeister Jörg Schnitzler dagegen fand den Bierumsatz der Gampert-Brauerei im letzten Jahr "inakzeptabel". 

Phillip Herpich zieht sein Resümee

Und wenn Herpich nun ein Resümee über seine Zeit als Pächter im Schützenhaus ziehen soll, wie würde das denn lauten? "Die Schützen sind offen, wenn ein Konzept dahintersteht. Sie führen ja auch jetzt Renovierungen durch. Man hat hier schon eine Chance, aber man muss mit ihnen kommunizieren. Und natürlich habe auch ich Fehler gemacht." Schützenmeister Jörg Schnitzler bedauert zwar die Entscheidung von Phillip Herpich, könne sie aber nachvollziehen.

 

 

Inhalt teilen
  • kopiert!