Nun also doch: Nach der mutmaßlichen Wahlfälschung der Bürgermeister-, Gemeinderats- und Kreistagswahl in Wülfershausen durch den bisherigen Bürgermeister Wolfgang Seifert (CSU) wollte das Landratsamt ursprünglich lediglich eine Nachwahl der Briefwahl für den Gemeinderat anordnen.
Dies hatte auch die Regierung von Unterfranken mit Blick auf die Briefwahl des Kreistags angekündigt. Nur für die Bürgermeisterwahl sollten alle Bürger noch einmal an die Urne gebeten werden.
Jetzt schwenkt das Landratsamt um und beabsichtigt eine komplette „Nachwahl“ für den Gemeinderat. Diese soll nicht auf den offenbar von der Manipulation betroffenen Briefwahlstimmbezirk beschränkt bleiben, heißt es in einer Mitteilung. Demnach dürfen auch all jene, die direkt an der Urne abgestimmt hatten, neu wählen.
„Die Menschen in Wülfershausen beschäftigt das Thema sehr“
„Wir haben uns noch einmal intensiv mit den Argumenten auseinandergesetzt. In den vergangenen Tagen haben uns viele Schreiben aus der Bevölkerung erreicht. Darüber hinaus fanden auch Gespräche mit dem Zweiten Bürgermeister statt. Die Menschen in Wülfershausen beschäftigt das Thema sehr“, erklärt das Landratsamt. Die Mehrheit der Bürger wünsche sich demnach, dass auch die Urnenwahl wiederholt wird. Aus Gründen des Rechtsfriedens und weil die Urnenwähler nicht ausgeschlossen werden sollten, erfolge deshalb nun eine Nachwahl der gesamten Gemeinderatswahl.
Die Behörde begründet ihr Umschwenken auch damit, dass die Gruppe der Briefwähler 720 Personen und die der Urnenwähler 272 Personen betragen habe. Aus Sicht des Landratsamtes erscheine es angesichts dieses Verhältnisses nicht gerechtfertigt, die Nachwahl für den Gemeinderat nur auf die Briefwähler zu beschränken. Allerdings: Im Vergleich zu einer Neuwahl bedeutet dies, dass keine neuen Nominierungen erfolgen und die bisherigen ihre Gültigkeit behalten. Somit erhalten die Wähler einen im Vergleich zum 8. März unveränderten Stimmzettel.













