Drei Windkraftanlagen und einer der größten bayerischen Solarparks stehen in Fuchsstadt. Bis Ende des Jahres soll in dem Ort nahe Hammelburg allerdings noch ein weiteres Projekt in Sachen erneuerbare Energie abgeschlossen sein: Es entsteht der erste Batteriegroßspeicher im Landkreis Bad Kissingen.
Gemeinsam mit der Firma Qair, ein erneuerbarer Energieerzeuger aus München, macht Fuchsstadt damit einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltige Zukunft. Von der ersten Idee über die Baugenehmigung bis zum Start der Arbeiten.
Energiespeicher in Fuchsstadt: „Der nächste logische Schritt“
Geplant ist auf der Fläche, die direkt an das Umspannwerk am Ortsausgang angrenzt, ein Standalone-Speicher mit Lithium-Ionen-Technologie, der eine Leistung von 20 MV und eine Kapazität von 44 MWh hat, wie Julius Ott von der Firma Qair berichtet. Das Unternehmen wird den Batteriespeicher in Eigenbetrieb betreiben. „Auf einer benötigten Fläche von circa 3800 Quadratmetern, das entspricht in etwa der Fläche eines halben Fußballfeldes, werden sechs Einheiten, bestehend aus jeweils zwei Batteriespeichercontainern, einem Trafo und einem Wechselrichter, entstehen.“ Zusätzlich sind eine Mittelspannungsstation, eine Zufahrt inklusive Feuerwehrflächen und Ausgleichsmaßnahmen geplant.
Wie kam das Projekt zustande?
Die erste Idee gab es bereits im Jahr 2023, erinnert sich Ott. Nach Einreichung des Bauantrags beim Landratsamt Bad Kissingen wurde schließlich im September 2025 die Baugenehmigung erteilt. „Das Speicherprojekt war der nächste logische Schritt für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung“, betont Ott.
Warum das so ist? Die Firma Qair ist in Fuchsstadt keine Unbekannte. Bereits 2022 hat das Unternehmen mit Standorten in München und Leipzig die Projektentwicklungsaktivitäten und Teile der Belegschaft der Green City AG übernommen, die den Windpark in Fuchsstadt mit drei Anlagen (je 4,5 MW) entwickelt und 2023 in Betrieb genommen hat. Von Beginn an sei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hier sehr konstruktiv gewesen.
Baustart, Fertigstellung und Betrieb
Wann der Bau des Batteriegroßspeichers nun losgehen soll? Julius Ott weiß: „Mitte des Jahres starten wir mit dem Bau, die Inbetriebnahme erfolgt voraussichtlich Ende des Jahres.“ Der genaue Zeitpunkt sei aber noch abhängig von dem notwendigen Ausbau eines Schaltfeldes im vorhandenen Umspannungswerk.
„Hierzu sind wir in engem Austausch mit dem Netzbetreiber vor Ort, den Bayernwerken.“ Daneben werden in den nächsten Monaten noch notwendige Auflagen aus der Baugenehmigung umgesetzt, Baugewerke wie der Kabel- und Erdbau vergeben und letzte Komponenten bestellt. Was der Firma dabei wichtig ist: regionale Dienstleister beschäftigen, „um so zur lokalen Wertschöpfung beizutragen.“
Die Detailplanung und den Bau übernimmt die Firma nicht selbst. Tätig sein wird hier be.storaged aus Oldenburg, Tochterunternehmen von EWE und Partner der Firma Qair. „Be.storaged wird ab Inbetriebnahme für 18 Jahre die Wartung des Speichers übernehmen“, teilt Ott mit.
Fuchsstadt: Vorreiter im Landkreis Bad Kissingen
Bürgermeister René Gerner ergänzt: „Der Batteriegroßspeicher entsteht auf einer kommunalen Fläche. Die Gemeinde Fuchsstadt ist als Flächeneigentümerin also direkt am Projekt beteiligt.“ Mithilfe des Batteriespeichers könne der Strom, der aus erneuerbarer Energie in ertragsreichen Zeiten erzeugt werde, zwischengespeichert und in ertragsarmen Zeiten wieder abgerufen werden.
„Dadurch erweisen sich die Batteriespeicher als wertvolle und flexible Schlüsseltechnologie, um Schwankungen im Netz beziehungsweise die Diskrepanz zwischen Stromangebot und ‑nachfrage auszugleichen. Für unsere Region also ein wahres Leuchtturmprojekt“, sagt er.
Die Netze seien überlastet, es gebe dringend Handlungsbedarf, ist sich auch Landrat Thomas Bold (CSU) bewusst. Das Thema erneuerbare Energien sei für ihn zu wenig ganzheitlich gedacht worden. „In Fuchsstadt wird gelebt, was ich für die gesamte Energiewende sehe.“ Die Gemeinde sei beim Thema Energiewende extrem aktiv und damit ein „Vorreiter im Landkreis Bad Kissingen“.















