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Landkreis Bad Kissingen
So machen diese 5 Firmen ihre Stellen schmackhaft
Azubis
Symbolbild // Sebastian Kahnert/dpa
Signet des Fränkischen Tags von Simon Snaschel
Landkreis Bad Kissingen – Im Landkreis Bad Kissingen sind etliche Lehrstellen für das neue Ausbildungsjahr 2025 noch unbesetzt. Wie Firmen kreativ werden, um Azubis zu überzeugen.

Dass Unternehmen Mühe haben, Ausbildungsplätze zu besetzen, ist längst keine Seltenheit mehr. Nach Informationen der Bundesagentur für Arbeit waren Mitte August 315 der fast 1000 gemeldeten Ausbildungsstellen im Landkreis Bad Kissingen unbesetzt. „Eine Besetzung aller Ausbildungsstellen ist allein rechnerisch nicht möglich, weil die Nachfrage nach Azubis fast doppelt so hoch ist wie das vorhandene Bewerberpotenzial“, so Mario Fürst, Bereichsleiter bei der Arbeitsagentur in Schweinfurt.

Zahlen, Fakten und Grafiken zum Azubimangel im Landkreis:

Für die Unternehmen bedeutet das: Lehrlinge sind umkämpft. Und es braucht Einsatz und Kreativität, um die jungen Menschen für eine Ausbildung in der jeweiligen Firma zu begeistern. Was tun Einrichtungen und Unternehmen im Landkreis Bad Kissingen dafür? Welche Beispiele für aktive Anwerbung gibt es? Die Redaktion hat sich in Stadt und Landkreis umgehört.

Laboklin nutzt Ausbildungstage, Girls- und Boys-Days, Praktika und Schulkontakte

Das Bad Kissinger Unternehmen Laboklin boomt in den letzten Jahren. Rund 600 Mitarbeitende beschäftigt Geschäftsführerin Elisabeth Müller mittlerweile in ihrem Fachlabor für tiermedizinische Diagnostik in Bad Kissingen. Zur Belegschaft zählen auch 41 Auszubildende, so Müller. Für das anstehende Lehrjahr 2025 sind alle Stellen bereits besetzt, teilt sie mit. Um dies zu ermöglichen, ergreife man einige Maßnahmen wie Ausbildungstage oder Girls- sowie Boys-Days.

Elisabeth Müller
Elisabeth Müller // Archiv Mainpost

Dazu setzt man beispielsweise verstärkt auf Praktika und Schulkontakte, so die Trägerin des bayerischen Verdienstordens. Laboklin bildet Biologie-Laboranten, Kaufleute für Büromanagement sowie Fachinformatiker und Fachinformatikerinnen aus und bietet zudem ein Verbundstudium für Bioanalytik an.

Saal Metallbau aus Thundorf verspricht sich viel von schulischen Pflichtpraktika

Philipp Schmitt ist Geschäftsführer des Thundorfer Unternehmens Saal Metallbau sowie der Firma Schmitt Blechbearbeitung. Drei der insgesamt 43 Mitarbeitenden sind Auszubildende. Für das Lehrjahr 2025 hat die Metallbau-Firma drei Ausbildungsplätze ausgeschrieben, erst einer davon ist besetzt, so Schmitt. „Die Tendenz geht weg von der klassischen Bewerbung, wir haben unsere derzeitigen Auszubildenden hauptsächlich über schulische Pflichtpraktika kennengelernt.“

Philipp Schmitt
Philipp Schmitt // Laurenz Weipert

In deren Rahmen sind Schülerinnen und Schüler oft über ein halbes Jahr hinweg einmal pro Woche im Betrieb tätig. „In dieser Zeit können wir uns als Betrieb ausführlich vorstellen und die Vorzüge unseres Berufsbildes aufzeigen. Die letzten Jahre zeigen, dass die Praktikanten regelmäßig eine Ausbildung bei uns starten und danach auch im Betrieb verbleiben.“ Um junge Mitarbeitende zu gewinnen, spielen laut Schmitt auch nicht messbare Faktoren wie die Social-Media-Präsenz oder der Austausch zwischen bestehenden Azubis und deren Umfeld eine Rolle.

Die Schick-Gruppe aus Bad Kissingen setzt bei der Anwerbung auch auf Greifbares

Für die Schick-Unternehmensgruppe hat die „Förderung und Gewinnung motivierter Nachwuchskräfte einen besonders hohen Stellenwert“, so Marketing-Leiter Lucas Zeitz. Die Baufirma bietet in Bad Kissingen insgesamt elf Lehrberufe sowie die Möglichkeit zum dualen Studium an. Für das Lehrjahr 2025 sind 23 der ausgeschriebenen 25 Ausbildungsstellen besetzt, so Zeitz. Insgesamt sind 63 der 649 Mitarbeitenden der Unternehmensgruppe Lehrlinge.

Schick
Schick // Simon Snaschel

„Mit unserer Schick-Nachwuchsschmiede haben wir eine moderne Lehrwerkstatt geschaffen, in der unsere Auszubildenden gemeinsam mit erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern praxisnah arbeiten und sich gezielt in einzelnen Themenbereichen weiterentwickeln können“, so Zeitz. Das Unternehmen setze auch auf Finanzielles und Greifbares, unter anderem monatliche Boni, Abschlussprämien sowie ein iPad zum Ausbildungsstart. Für die Anwerbung baue man unter anderem auf Berufsinformationstage, Messen, Soziale Medien oder auch klassische Plakate und Anzeigen, so Zeitz.

„Die beste Werbung ist die Mundpropaganda“, heißt es von der Stadt Bad Kissingen

Symbolbild
Symbolbild // Simon Snaschel

Die Stadt Bad Kissingen konnte auf Anhieb schon im Jahr 2024 alle Ausbildungsstellen für das Jahr 2025 besetzen, so Pressesprecher Thomas Hack. „Wir kümmern uns mit Probearbeiten und Praktika bereits im Vorfeld um die Auszubildendengewinnung, veröffentlichen die Anzeigen auf Social Media, zahlen tarifliche Ausbildungsvergütung, haben sehr engagierte Ausbilder und achten sehr auf den Jugendarbeitsschutz“, zählt er auf. „Die beste Werbung ist aber die Mundpropaganda durch andere Azubis und Mitarbeiter.“ Angeboten werden vier verschiedene Lehrberufe, insgesamt sind 15 Azubis unter den derzeit 355 Mitarbeitenden der Stadt Bad Kissingen.

Breites Programm bei den Heiligenfeld-Kliniken: auch Azubis suchen neue Azubis

52 von fast 1000 Mitarbeitenden der Heiligenfeld-Kliniken in Bad Kissingen sind Azubis. Für das Lehrjahr 2025 sind 18 Lehrstellen in sieben verschiedenen Berufsfeldern ausgeschrieben, so die Ausbildungsbeauftragte Simone Sell. „Wir konnten im kaufmännischen, gastronomischen und medizinischen Ausbildungsbereich fast alle Stellen besetzen“, sagt sie.

Symbolbild
Symbolbild // Simon Snaschel

Und weiter: „Wir haben ein umfangreiches Ausbildungskonzept: vorab Praktikum, Supervision, Paten- und Mentorenprogramm, Selbstmanagement mit Projektwoche und Kompaktseminar, Welcome- und Teamtag, regelmäßige Azubiversammlungen und zusätzliche Fortbildungen für alle Azubis“, zählt Sell auf.

Für ausländische Azubis und Mitarbeitende gebe es Sprachkurse, zudem werden Interessenten bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen unterstützt. Dazu komme in den Kliniken das Programm „Azubis werben Azubis“. In dessen Rahmen bespielen die Auszubildenden einen eigenen TikTok-Kanal, besuchen Schulen und Messen und setzen Marketing-Ideen in Projektgruppen um, erklärt Simone Sell.

Einen besonderen Weg wählt auch Metallbasis in Hammelburg:

 

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