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Kritiker geben nicht auf
Kampf gegen SuedLink: Gegner ziehen vors Gericht
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Durch Mainfranken soll sich eine Schneise ziehen, in der die SuedLink-Stromkabel unterirdisch verlegt werden. Gegner wehren sich gegen die Bauarbeiten. // Benjamin Brückner (Archivfoto)
Signet des Fränkischen Tags von Jürgen Haug-Peichl
Würzburg/Schweinfurt
Würzburg/Schweinfurt – Seit Monaten wird in Mainfranken an der nationalen Stromautobahn SuedLink gebaut. Doch die Kritiker geben nicht auf: Sie ziehen vors Bundesverwaltungsgericht. Warum es erst jetzt eine Klage gibt.

Geht es nach den Gegnern, ist die nationale Stromautobahn SuedLink noch lange nicht endgültig beschlossen. Ein Bündnis von Bürgerinitiativen aus Bayern, Hessen und Thüringen hat am Freitagabend verkündet, gegen die Genehmigung der Trasse in Bayern beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu klagen.

Obwohl das bayerische Trassenstück nur einen Teil der 700 Kilometer langen Leitungen zwischen Brunsbüttel im Norden und Großgartach bei Heilbronn im Süden Deutschlands betrifft, wollen die Gegner damit das Projekt lahmlegen. Denn SuedLink funktioniere nur, „wenn alles gebaut wird“, sagte Sprecherin Dörte Hamann vom Aktionsbündnis Trassengegner gegenüber dieser Redaktion.

Alle SuedLink-Abschnitte haben grünes Licht

Alle bundesweiten SuedLink-Abschnitte haben von der Bundesnetzagentur mittlerweile grünes Licht bekommen, auch die Arbeiten an Mainfrankens größter Baustelle laufen seit Wochen. In einem bis zu 40 Meter breiten Korridor zwischen den Grenzen zu Baden-Württemberg bei Altertheim (Lkr. Würzburg) und zu Thüringen bei Mellrichstadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) werden die Gleichstromkabel unterirdisch verlegt. Bei Oerlenbach (Lkr. Bad Kissingen) zweigt ein SuedLink-Strang zum Umspannwerk in Bergrheinfeld bei Schweinfurt ab.

Verantwortlich für den Bau der Trasse in der Region ist der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW. Dessen Regionalsprecher Chris Göpfert gab sich am Freitagabend mit Blick auf die angekündigte Klage der Gegner „maximal entspannt“. Sie habe keine aufschiebende Wirkung. Deshalb gehe er davon aus, dass die Bauarbeiten weitergehen.

Was die SuedLink-Gegner kritisieren

Das Aktionsbündnis hält SuedLink für überdimensioniert und zu teuer. Federführend ist die Bürgerinitiative Bergrheinfeld, die seit Jahren gegen das Projekt im Zuge der nationalen Energiewende kämpft. Die Stromtrasse werde viel mehr als die von den Verantwortlichen veranschlagten 10 Milliarden Euro kosten, heißt es in der Mitteilung von Freitag. Sie diene allein dem internationalen und nicht ausschließlich nationalen Stromtransport.

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Seit Jahren demonstrieren in Mainfranken Menschen gegen die SuedLink-Stromtrasse, so wie hier beim symbolischen Baustart für Bayern im Juli 2025 in Oerlenbach bei Bad Kissingen. // HMB Media/ Heiko Becker

Dazu bemängeln die Gegner, dass die Bundesnetzagentur von Anfang an von falschen Grundlagen ausgegangen sei. Es gebe keine neutrale Stelle, die den Bedarf von SuedLink überprüft habe, zitiert die Mitteilung den Vorsitzenden der Bürgerinitiative Bergrheinfeld, Norbert Kolb.

Späte Klage gegen SuedLink wegen „vielen formalen Schritten“

Warum die Kritiker erst jetzt eine Klage bei Bundesverwaltungsgericht einreichen, begründet Aktionsbündnis-Sprecherin Hamann mit den „vielen formalen Schritten“, die dafür notwendig gewesen seien. Da alle Bündnisbeteiligten ehrenamtlich arbeiteten, habe das Zeit gebraucht.

Die Sprecherin zeigt sich siegesgewiss: Die Bürgerproteste gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage im oberpfälzischen Wackersdorf hätten Ende der 1980er Jahre auch zum Baustopp geführt, obwohl die Arbeiten bereits liefen.

Erfolg der Klage offen

Seit Wochen kritisieren die SuedLink-Gegner zudem, dass TransnetBW bei den Erdarbeiten in Baden-Württemberg die Umwelt belaste. Wenn die Leitungen mithilfe von Spülbohrungen zum Beispiel unter Straßen hindurchgeführt werden müssen, fließe oft das Mineral Bentonit ins Grundwasser. Dies seien Umweltstraftaten. Dass das Aktionsbündnis in Kürze Strafverfahren gegen TransnetBW anstrebe, sei „durchaus möglich“, sagte Sprecherin Hamann am Freitag.

Welchen Erfolg die Klage der Gegner beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig haben wird, ist offen. Das Aktionsbündnis will am kommenden Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz seine Beweggründe näher erläutern.

Die Genehmigung der SuedLink-Arbeiten habe „zahlreiche formelle Mängel“, so Hamann. Die auf Verwaltungsrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei Baumann in Würzburg stehe den SuedLink-Gegnern in Leipzig zur Seite.

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So verläuft die SuedLink-Trasse durch Mainfranken // Main-Post
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