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Wiedereröffnung
Ansturm auf den Muppberg
Riesiger Andrang herrschte bei der Wiedereröffnung der lange geschlossenen Arnoldhütte auf dem Muppberg.
Riesiger Andrang herrschte bei der Wiedereröffnung der lange geschlossenen Arnoldhütte auf dem Muppberg. // Phil Böger
Signet des Fränkischen Tags von Phil Böger
Neustadt bei Coburg – Hunderte von Menschen strömten auf den Neustadter Hausberg. Der neue Pächter zapfte 14 Fässer Bier an. Erinnerungen an das traditionelle Bergfest wurden wach.

Da werden Erinnerungen wach! Erinnerungen an die großen Bergfeste, die vor Jahrzehnten regelmäßig auf dem Muppberg gefeiert wurden. Hunderte von Menschen trafen sich damals am höchsten Punkt der Bayerischen Puppenstadt, um mitten im Wald mit den Bergfreunden das traditionelle Fest zu feiern.

Geschätzt über 1000 Besucher

Und fast genau so war es auch am Mittwoch: Rund um den Prinzregententurm herrschte den ganzen Tag Schützenfeststimmung. Geschätzt wurden weit mehr als 1000 Besucher am 1. Mai. „Damit habe ich nicht gerechnet. Das war der absolute Wahnsinn“, bilanzierte Merab Teloian.

Über 1000 Menschen pilgerten am 1. Mai auf verschiedenen Wegen hinauf auf den Muppberg.
Über 1000 Menschen pilgerten am 1. Mai auf verschiedenen Wegen hinauf auf den Muppberg. // Phil Böger

Viele Wege zur Arnoldhütte

Der neue Pächter der Schutzhütte hatte erstmals seine Pforten geöffnet und die Bevölkerung kam in Scharen. Egal, ob über den breiten Weg vom ASV-Sportplatz aus, ob auf dem unteren oder oberen „Schlangenweg“, ob auf dem breiten Weg vom Grüntal aus über den Liebespavillon oder über den steilen Reitweg – viele Wege führen zur Arnoldhütte. Und alle wurden sie am Mittwoch gut genutzt.

Die Spaziergänger gaben sich von oben nach unten und umgekehrt quasi den Spazierstock in die Hand. Kinder, Jugendliche mit Bollerwagen, Fahrradfahrer, Familien mit Kinderwagen, Rentnerinnen und Rentner, viele Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern oder der mehrmals nach oben fahrende, volle Taxi-Bus – alle wollten rauf auf den Berg.

Aber nicht nur oben auf der 516 Meter hoch gelegenen Schutzhütte, sondern um das gesamte Areal des Muppbergs – also auf dem Emil-Rädlein – Weg, dem Lutherweg, dem Max-Oscar-Arnoldweg, bei der Linder- oder Heroldsruh, am beliebten Steinpavillon, dem Sonneberger Blick oder am Fuße der verwilderten Sprungschanze - überall trafen sich plötzlich wildfremde Menschen zu einem lockeren Plausch, schwelgten in Erinnerungen und tauschten Erfahrungen aus.

Rund um das Areal des Muppbergs trafen sich die Menschen am Maifeiertag und ließen sich zu einem Plausch nieder.
Rund um das Areal des Muppbergs trafen sich die Menschen am Maifeiertag und ließen sich zu einem Plausch nieder. // Phil Böger

Überfüllter Biergarten

Wer oben ankam, erlebte eine ausgelassene Stimmung. Sitzplätze gab es quasi schon vor dem offiziellen Start um 10 Uhr keine mehr, denn der mit neuen, großen Bänken und Tischen aus Lärchenholz ausgestattete Biergarten des 31-jährigen Georgiers war restlos überfüllt. Überhaupt war das gesamte Areal zwischen Hütte und Turm von Besuchern über Stunden belagert. In den kleinen, angrenzenden Wiesen machten es sich die Pilger unter den Schatten spendenden Bäumen gemütlich, auf Decken wurde Proviant ausgepackt und einfach nur gechillt.

Wer noch höher hinaus wollte, konnte die Stufen hoch zum Prinzregententurm und bei strahlendem Sonnenschein die Aussicht über Neustadt und Sonneberg genießen. Die Turmpforte stand für alle Besucher den ganzen Tag offen und viele nutzten die Gelegenheit für einen tollen Fernblick vom höchsten Punkt der Bayerischen Puppenstadt. An den Verpflegungsständen und vor allem am Zapfhahn bildeten sich meterlange Schlangen.

Die Gäste warten geduldig

Doch die Gäste nahmen auch bis zu 30-minütige Wartezeiten geduldig in Kauf. Die Fischbrötchen waren als erstes vergriffen, Bratwürste und Steaks mussten vorzeitig nachgeordert werden. Teloian und seine fleißigen Helfer kamen mächtig ins Schwitzen. Der Wirt selbst zapfte unentwegt. „Nur gut, dass noch einige meiner Stammkunden aus dem Leos mit anpackten und mir beim Bedienen, Verkaufen und Ausschenken halfen. Der Ansturm war einfach zu groß“.

Der neue Schutzhütten-Pächter Merab Teloian schließt ein neues Fass an.
Der neue Schutzhütten-Pächter Merab Teloian schließt ein neues Fass an. // Phil Böger

Alleine hätte er mit seinem rund zehnköpfigen Team den unerwarteten Andrang wohl kaum bewältigen können. Auch die befreundete Bäckerei Schicker, die mit einem Kaffee- und Kuchenstand präsent war, hatte einen solchen Zuspruch nicht auf dem Plan.

14 Fässer Bier

Innerhalb der ersten vier, fünf Stunden habe er gefühlt jede halbe Stunde ein neues Bierfass angezapft: „Es waren insgesamt 14 Fässer a 30 Liter. Das konnte ja keiner ahnen. Das war echt der Hammer!“ Für den neuen Schutzhütten-Chef gab es nach eigenen Angaben bis weit in die Abendstunden hinein keine freie Minute. Jetzt hofft er natürlich, dass die Neustadter und die vielen Naturfreunde aus der gesamten Region einen Vorgeschmack und wieder richtig Lust auf den Muppberg bekommen haben. Demnächst ist die offizielle Eröffnung und dann können Wanderer auch in die Schutzhütte, die am Mittwoch allerdings noch geschlossen blieb.

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