„Hallo, Heiko, was geht ab?“ – „Fränkischer Tag, ich liebe Dich“ – „Eigentlich ist es mir recht“. Nein, das ist nicht etwa der wirre Anfang eines seltsamen Artikels. Es sind vielmehr Kostproben eines besonderen Vogels.
Wellensittich beherrscht 160 Wörter
„Kiwi“ heißt er, ist ein Wellensittich und wohnt bei Funda Demirci in Bad Rodach. „Er kann bereits 160 Wörter sprechen“, erzählt die 33-Jährige stolz. Noch dazu beherrscht der kleine Kerl sozusagen gleich zwei Sprachen fließend: deutsch und türkisch.
„Kiwi kam zu mir, als er gerade mal 45 Tage alt war“, erzählt Funda Demirci, „er war also noch ein Baby“. Genau so hat sie ihn dann auch behandelt: Sie schenkte ihm viel Zeit und viel Liebe – erst recht, nachdem sein gefiederter Freund, der ebenfalls bei der Familie Demirci wohnte, eines Tages leider auf und davon geflogen ist.
Plötzlich konnte der Wellensittich sprechen
Das erste Wort, das Kiwi sprechen konnte, war „Askim“ – das ist türkisch und heißt „Liebling“. Gleich als nächstes folgte „Anne“ – das türkische Wort für „Mama“. Wetten, dass Kiwi damit sein Frauchen gemeint hat?
Funda Demirci führt genau Buch, welche Wörter ihr Wellensittich bereits gesprochen hat. Beim Blick darauf wird deutlich, dass die 33-Jährige oft im Home Office arbeitet, und zwar im Vertrieb der Mediengruppe Oberfranken, zu der auch das Coburger Tageblatt und der Fränkische Tag gehören. Denn prompt gehören auch „Coburger Tageblatt“ und „Fränkischer Tag, ich liebe Dich“ zum Wortschatz von Kiwi. Dass Funda Demirci oft einen Kollegen anruft, der Heiko heißt, würde ein Kommissar ebenfalls schnell herausfinden: „Hallo, Heiko, was geht ab?“
Hören Sie hier, wie Kiwi „Hallo Schatzi“ und „Fränkischer Tag“ sagt:
Wellensittich liebt den Fränkischen Tag
Weil Kiwi bei der Familie Demirci mitten im Wohnzimmer leben darf, bekommt er natürlich ständig etwas mit und schnappt immer wieder Neues auf. Sein Frauchen nennt weitere Beispiele: „Er kann – auf türkisch – bis fünf zählen. Außerdem sagt er gerne Hallo, Dankeschön oder auch Tschüss.“
Fan von Galatasaray Istanbul
Bei den Demircis dreht es sich aber auch oft um das Thema Fußball. Funda, die in Coburg geboren ist, aber türkische Wurzeln hat, ist zum Beispiel großer Fan von Galatasaray Istanbul, dem amtierenden türkischen Meister – oder wie es Kiwi zu sagen pflegt: „Champion Galatasaray!“
Seit knapp zwei Wochen halten alle türkischen Fans freilich zusammen und feuern gemeinsam die Nationalmannschaft an – Kiwi, der zwar australische Wurzeln hat, in Sachen Fußball aber zu seinem Frauchen hält, plapperte neulich auf Türkisch: „Rot weiß, rot weiß – Türkei sind die Größten!“ Funda Demirci hat diesen Schlachtruf mit dem Handy gefilmt und am Abend des EM-Spiels Türkei gegen Österreich in den sozialen Medien gepostet. Auf der Plattform Instagram nutzte sie noch dazu die Möglichkeit, jemanden in dieser Veröffentlichung zu markieren: und zwar markierte sie die türkische Nationalmannschaft. Und: Das zeigte Wirkung!
Eine Kostprobe von Fußballfan Kiwi hören Sie hier:
Wellensittich feuert die Türkei an
„Gleich drei Nationalspieler haben meinen Beitrag geliked“, erzählt Funda Demirci und strahlt. (Für all diejenigen, die sich nicht mit Instagram auskennen, sei erklärt: Drei Nationalspieler haben also mit einem roten Herz auf das Video reagiert, was vergleichbar ist mit dem Klicken von „Gefällt mir“ bei Facebook)
Auch Kapitän Hakan Calhanoglu reagierte
Die drei Nationalspieler, über deren Reaktion sich Funda Demirci jetzt so sehr freut, sind Salih Özcan, der außerhalb der EM bei Borussia Dortmund spielt, Semih Kilicsoy (Besiktas Istanbul) sowie Hakan Calhanoglu (Inter Mailand). Hakan Calhanoglu ist noch dazu Kapitän der türkischen Nationalmannschaft – kein Wunder, dass Funda Demirci ganz schön stolz auf ihren Kiwi ist!
Schafft es die Türkei bis ins Finale?
Ebenso klar, dass Funda und Kiwi am Samstag das Viertelfinale der Türkei gegen die Niederlande anschauen werden. „Ich tippe, dass wir gewinnen“, sagt die 33-Jährige. Im Halbfinale würde es dann gegen die Schweiz oder England gehen. „Das wird schon schwieriger“, befürchtet Funda Demirci. Sollte die Türkei tatsächlich ausscheiden, hätte Kiwi freilich auch den passenden Kommentar auf Lager: „Das gibt’s doch nicht!“
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