Die Lemoch Metallbearbeitung GmbH hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das 1957 gegründete Unternehmen mit Sitz in Rödental (Stadtteil Einberg) ist auf die Fertigung von Präzisionsteilen für Hydraulik und Maschinenbau spezialisiert.
Amtsgericht ordnet vorläufige Insolvenz an
Das Amtsgericht Coburg hat den Insolvenzantrag bereits positiv beschieden und eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Coburger Rechtsanwalt Klaus-Christof Ehrlicher (Kanzlei Linse & Ehrlicher) bestellt worden.
Was sind die Gründe für die Insolvenz?
Auf Nachfrage des Coburger Tageblatts nennt Klaus-Christof Ehrlicher vor allem zwei Gründe für die aktuellen Probleme der Firma Lemoch. Zum einen seien das die gestiegenen Materialkosten. Zum anderen habe das Unternehmen mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen.
Lemoch ist mit rund zehn Mitarbeitern zwar eine eher kleine Firma. Doch um so schwerer wiegt dann der Ausfall bereits weniger Fachkräfte, die mit der Bedienung spezieller Maschinen betraut sind.
Wie geht’s jetzt weiter?
Wie Klaus-Christof Ehrlicher betont, laufe der Betrieb bei der Firma Lemoch zunächst unverändert weiter. Für die mittel- und langfristigen Perspektiven werde es unter anderem darauf ankommen, wie die weitere Zusammenarbeit mit einem sehr wichtigen Großkunden aussieht.
Wenn mit diesem Großkunden auch in Zukunft zusammengearbeitet werden kann, sind die Perspektiven wohl nicht schlecht.
Auch Automobilzulieferer sind Kunden
Zu den Kunden von Lemoch gehören – laut Angaben auf der firmeneigenen Internetseite – „namhafte Industrieunternehmen und verschiedene Automobilzulieferer“.
Auf dieser Internetseite ist auch zu lesen, welchen „Leitsatz“ sich die Firma Lemoch gegeben hat: „Durch Liefertreue und hohe Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen, sowie ständiger Innovation für die Zukunft, wollen wir eine optimale Kundenzufriedenheit auf lange Zeit sicherstellen.“
Welle an Insolvenzen
In den vergangenen Wochen waren auch einige andere Firmen im Coburger Land in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Mitte Januar hatte die Firma „Pro Loom – The Fabric Company“ einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das Unternehmen mit Sitz in Grub am Forst liefert Stoffe, und zwar vornehmlich für die Polstermöbelindustrie. Von der Insolvenz sind neun Mitarbeitende betroffen.
Anfang Februar stellte die Firma Schiel mit Sitz im Neustadter Stadtteil Fürth am Berg einen Antrag auf Insolvenz.
Produkte für Kinderwagen, Reha und Sport
Schiel ist ein familiengeführtes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Kunststoffteilen spezialisiert hat. Produkte aus dem Hause Schiel finden sich, wie auf der firmeneigenen Internetseite erklärt wird, unter anderen in den Bereichen Kinderwagen und Kinderspielzeug sowie Reha und Sport. Zum Beispiel handelt es sich dabei um Räder und Griffe oder auch Gelenkteile für Gehhilfen und ähnliches. Im vergangenen Sommer hatte Schiel noch etwa 20 Mitarbeitende.
Raus aus der Insolvenz
Die Insolvenzverfahren der Firmen W. Schillig (Frohnlach) und Haba-Familygroup (Bad Rodach) befinden sich inzwischen auf der Zielgeraden. Beide Unternehmen können fortgeführt werden, allerdings war dies jeweils mit einem Stellenabbau verbunden. Alleine bei Haba wurden fast 450 Stellen gestrichen.
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