„Noch liegen hier Dreckhaufen“, so Stadtbaumeister Gerhard Pülz und zeigte hinter sich, wo sich noch gewaltige Erdhügel auftürmen. „Doch die verschwinden jetzt und dann bauen wir endlich.“ Diese Haufen hatten nur einen Zweck: Sie dienten als Rampe für die gewaltigen Bohrmaschinen, die Stützanker in vorhandene Gebäudewände trieben.
Umfangreiche Pläne für das neue Gebäude
Der Neubau am „Marktplatz 10“ soll der Stadtbücherei mit der offenen Lesetreppe und der Tourist-Info ein neues Zuhause bieten, aber auch als Zugang zum Stadtschloss dienen. Zusätzlich wird ein treppenförmiger Innenhof angelegt, der im Sommer dann auch als Bühne für das „Open-Air-Kino“ dienen könnte.
Bürgermeister Andreas Hügerich führte in seiner Rede aus, dass es um dieses Projekt durchaus kontroverse Diskussionen gegeben habe. Viele Ideen seien in den Raum geworfen worden, einige wurden wieder verworfen, andere hingegen haben Eingang in die Planung gefunden. „Doch dieses Gebäude wird den Marktplatz und damit die Innenstadt aufwerten. Als ein Ort der Begegnung, der Inklusion, der gelebten Innenstadt“, so Hügerich.
Verfrühtes Weihnachtsgeschenk von der Regierung von Oberfranken
Die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, meinte: „Mit dem Umbau und Neubau wird die Qualität der Innenstadt nachhaltig gefördert und trägt dazu bei, Lichtenfels attraktiver zu machen“, betonte sie in ihrem Grußwort. Doch sie hatte auch noch ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk dabei: Einen Bewilligungsbescheid der Regierung von Oberfranken über 2,4 Millionen Euro als Zuschuss für die Baumaßnahmen.
In ihrer Funktion als Stadtarchivarin und Leiterin der städtischen Bücherei warf Christine Wittenbauer einen Blick zurück in die Vergangenheit des Gebäudes und auch der Bücherei, denn beides wäre eng miteinander verknüpft.
Sie rief in Erinnerung, dass die Bücherei früher im Obergeschoss des Rathauses untergebracht war und man „aus Besorgnis, dass die dort untergebrachten Bücher zu statischen Problemen führen könnten“, dann in ein anderes Gebäude umziehen musste. „Inzwischen haben wir weit über 20.000 Medien vor Ort. Und wir platzen aus allen Nähten“, so Wittenbauer weiter. „Wir freuen uns darauf, endlich wieder Platz zu haben.
Ort der Begegnung soll in Lichtenfels entstehen
Steffen Hofmann, Citymanager und Leiter des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur ergänzte, dass man einen Ort der Begegnung, des Miteinanders schaffen würde. „Aktiv sein. Lesen. Zuhören. Reden. All das wird möglich sein“, so Hofmann.
Dass der Neubau dabei auf Nachhaltigkeit setzt – Wärmepumpen sollen im Winter heizen und im Sommer kühlen, der benötigte Strom soll weitestgehend aus Photovoltaik generiert werden – wäre ein weiterer Schritt in Richtung Klimaschutz. Lehm wird als Baumaterial anstelle der üblichen Materialien eingesetzt. Dazu eine Dachbegrünung. „Wir wollen hier zeigen, was machbar ist und eine Stellung als Vorreiter einnehmen, um die Bürgerinnen und Bürger zur Nachahmung zu animieren“, so der Stadtbaumeister.
Es ist ein hohes Ziel, das sich die Stadt Lichtenfels mit diesem Neubau gesetzt hat. Die Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant.
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