Der Marienplatz ist seit Monaten eine Baustelle, der Berliner Platz und der Theaterplatz genauso. In der Fußgängerzone sind die jahrzehntealten Pflanzbehälter aus Waschbeton verschwunden und wurden ersetzt. Genauso wurden die in die Jahre gekommenen Sitzbänke und Abfallbehälter ausgetuscht.
Alles gehört zum Verschönerungsprogramm für die Innenstadt, das aktuell läuft und von der EU großzügig gefördert wird. Bis zum Frühjahr soll alles beendet sein. „Wir sind im Zeitplan, haber aber zum Teil mit schweren Lieferschwierigkeiten zu kämpfen“, berichtet Tiefbauchef Thomas Hornung unlängst bei einem Rundgang mit dem Stadtrat.
Das Budget für das ganze Projekt wurde einmal von 1,5 auf 1,75 Millionen Euro aufgestockt. Hinzu kommen Arbeiten, die nicht von der EU gefördert werde, die die Stadt dennoch gleich mit erledigen lässt und die sie selbst finanziert: So werden die Brunnen am Theaterplatz sowie der am Marienplatz technisch mit ertüchtigt. „Die Brunnen machen wir in einem Zug mit Unterhaltsarbeiten mit. Wir haben dann eine Infrastruktur, an die wir über Jahre nicht mehr ranmüssen“, sagt Hornung.
Die kleineren Zierbrunnen am Theater erhalten neue Edelstahlbecken. Ob das Betonbecken des großen Springbrunnens am Marienplatz ebenfalls saniert wird, zeige sich im Frühjahr.
Wie geht es mit Berliner Platz weiter?
Besonderes Interesse liegt auf dem Berliner Platz. Der Busbahnhof ist seit Jahren lokalpolitischer Zankapfel. Insbesondere die CSU macht sich immer wieder für eine umfassende Sanierung stark. Pläne dafür liegen seit fast 20 Jahren in der Schublade. Umgesetzt wurden die Arbeiten aufgrund der angespannten Haushaltslage bisher nicht.
Jetzt also eine kleine Lösung. Neue Sitzgelegenheiten, mehr Grün, ein entschlackter Schilderwald, eine bessere Beleuchtung für ein größeres Sicherheitsgefühl nachts, werden laut Hornung realisiert. Außerdem wird die Fahrbahn neu asphaltiert und das bestehende Kopfsteinpflaster neu verfugt, damit eine ebene Fläche entsteht.
Braucht es die große Lösung für Busbahnhof?
„Ich sehe das als ersten Schritt, aber es muss noch mehr passieren“, kommentiert CSU-Fraktionssprecher Steffen Hörtler. Er macht sich weiter für eine große Lösung stark: „Wir sehen ihn als wichtige Achse in die Stadt. Wir freuen uns, dass etwas passiert ist, aber es kann nicht sein, dass das das Ende ist.“
SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek sieht das anders. „Wir müssen uns im Frühjahr ansehen, wie der Platz gestaltet ist. Ich sehe das Geld für die große Lösung nicht“, meint er. Bei Bedarf müsse überlegt werden, weitere kleinere Aufhübschungen anzugehen. Czelustek betont, dass es nicht gehe, die Kernstadt mit Projekten zu vergolden, während in den Stadtteilen die Dorfplätze vernachlässigt werden.
Richard Fix, Sprecher von Grünen und Linke, ist ebenfalls gegen eine große Sanierung des Busbahnhofs. Die Pläne von 2005 hätten zu viel Grün beseitigt und seien auf Basis heute nicht mehr aktueller Verkehrszahlen erstellt worden. „Ich bin zufrieden, wenn der Platz so bleibt“, sagt er. „Wichtig ist aus meiner Sicht, dass wir beim Berliner Platz vorwärts gekommen sind“, sagt Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD).
Man habe die Situation schnell und unmittelbar verbessert, sei aber nicht am Ende. Er weist darauf hin, dass sich Verkehrsverhalten ändert und auch das Welterbe den Verkehr in der Stadt beeinflusst. „Es muss eine Weiterentwicklung geben, damit der Berliner Platz zukünftige Funktionen abbilden kann“, argumentiert er.
Lichtmotive: Heilwasser, Kurgäste, Sagen
Neben der Neugestaltung der Plätze und der Innenstadtmöblierung spielen auch Lichtinstallationen bei der Verschönerung eine Rolle. Nach Sonnenuntergang erscheint aktuell ein Lichtspaziergang mit aktuell sieben Motiven. Diese werden auf den Boden projiziert. „Wir haben als Motiv mit dem Heilwasser begonnen“, berichtet Bauamtsleiterin Christine Schwind. Am Ende werden es zehn Leuchtpunkte sein. Die Motive werden zudem um „berühmte Kurgäste“ und „Kissinger Sagen“ ergänzt. Über QR-Codes können Besucher sich zu den Sagen informieren.
Die neue Fassadenbeleuchtung markanter Gebäude ist zum Teil installiert, wurde bisher aufgrund der Energiesparmaßnahmen aber noch nicht genutzt. Nach Angaben von Schwind wird der Stromverbrauch um rund 60 Prozent von 5000 auf 2000 Watt reduziert.
Was wird gemacht?
Budget: Die laufenden Bauarbeiten und Anschaffungen kosten 1,75 Millionen Euro. 90 Prozent der Kosten fördert die EU, den Rest zahlt die Stadt. Hinzu kommen Arbeiten, die die Stadt finanziert.
Zahlen: Neu angeschafft für die Innenstadtmöblierung wurden 39 Bänke, 46 Abfallbehälter, 54 Fahrradbügel, 36 Pflanzgefäße sowie 60 Sonnenschirme für Gastronomen. Hinzu kommen Lichtinstallationen für einen Lichterspaziergang in den Gassen sowie neue Fassadenbeleuchtungen markanter Gebäude. Umgestaltet werden zudem Theater-, Berliner- und Marienplatz.
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