Unruhige Zeiten am Coburger Landestheater. Nachdem bereits seit längerem bekannt war, dass Generalmusikdirektor Daniel Carter das Haus nach der Spielzeit 2025/2026 in Richtung Weimar verlassen wird, wurden jetzt noch die Abschiede weiterer Führungskräfte bekanntgegeben. So wird auch für Verwaltungsdirektor Bernd Vorjans nach der Spielzeit 2025/2026 Schluss sein. Zudem werden die im Sommer 2026 auslaufenden Verträge von Schauspieldirektor Matthias Straub und Ballettdirektor Mark McClain nicht verlängert.
Das alles löst diverse Reaktionen aus. Unter anderem hat sich Antoinetta Bafas zu Wort gemeldet. Sie gehört dem Coburger Stadtrat an und fungiert auch als dessen Kulturbeauftragte. In einer persönlichen Stellungnahme beleuchtet sie die Situation am Landestheater und schreibt: „Wenn ein Unternehmen auf einmal die komplette erste Führungsebene ersetzt, dann weiß jeder: Da stimmt was nicht.“ Antoinetta Bafas befürchtet, dass es „extrem hart“ werde, nach der Spielzeit 2025/2026 einen guten Übergang hinzubekommen.
„Ein krasser Fall, der Fragen aufwirft“
Selbst für die Theaterwelt, in der Künstler aus „programmatischen Gründen“ vor die Tür gesetzt werden können, sei dieser „geballte Abgang“ ein „krasser Fall, der Fragen aufwirft“. Zumal die Direktoren aus „zum Teil nicht nachvollziehbaren Gründen“ das Haus verlassen müssten.
„Einsam verbliebene Theaterleitung“
Sehr kritisch sieht Antoinetta Bafas die offizielle Pressemitteilung der Theaterleitung zum Aus für Matthias Straub und Mark McClain. Die Pressemitteilung, mit der „zwei äußerst verdiente Direktoren“ nach 15 Jahren von der „einsam verbliebenen Theaterleitung“ verabschiedet wurden, sei „in ihrer Sparsamkeit an Lob kaum zu übertreffen“.
Antoinetta Bafas würdigt daraufhin selbst die Verdienste von Matthias Straub und Mark McClain. Sie bescheinigt den beiden, „Theatermacher“ zu sein, „die in den letzten 15 Jahren Jung und Alt ins Theater geholt, jegliche Barrieren abgebaut, Vorurteile eines elitären Theaters widerlegt und die Auslastungszahlen an die Grenze des Machbaren gebracht haben“. Matthias Straub und Mark McClain seien durch ihre „enorme Beliebtheit“ auch längst zu „Gesichtern eines offenen Theaters“ in Coburg geworden.
“Es tut mir im Herzen weh, dass das Landestheater Coburg bald auf die wunderbaren Inszenierungen von Matthias Straub verzichten muss.
”
Zum Schluss ihrer Stellungnahme räumt Antoinetta Bafas ein, dass es jedem Intendanten frei stehe, durch frisches Personal „neue künstlerische Impulse“ zu setzen. Aber: Es dürfte ihrer Meinung nach zu einer „Herkulesaufgabe“ werden, in der Kürze der Zeit Persönlichkeiten zu finden, die eine „auch nur annähernde Anziehungskraft für das Landestheater Coburg entfalten werden wie diejenigen, die nun gehen“.
Kommentare auf Facebook
Auch auf der Facebook-Seite des Coburger Tageblatts gab es weitere Kommentare zu den Personalien des Landestheaters. Ein Leser schreibt etwa: „Viele Theater in Deutschland wären froh, solch hervorragende, vielseitige und künstlerisch hochstehende Schauspiel- und Ballettdirektoren in ihren Reihen zu wissen!“ Von einer Leserin kommt die Anmerkung: „Falsche Personalentscheidungen ohne Ende.“ Und ein weiterer Leser meint: „Muss man nicht verstehen…“
Emotionale Worte von Antoinetta Bafas
Und auch Antoinetta Bafas hatte sich – noch vor ihrer Stellungnahme – auf Facebook geäußert. Dort schrieb sie unter anderem: „Es tut mir im Herzen weh, dass das Landestheater Coburg bald auf die wunderbaren Inszenierungen von Matthias Straub verzichten muss.“ Und: „Danke, Matthias, für unvergessliche Sternstunden!“














