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Indierock-Band Lionlion
Ein kleines Denkmal für Robert Reiter
Am Rande der Dreharbeiten in Untersiemau: Michael Rückert (links) im Gespräch mit Robert Reiter.
Am Rande der Dreharbeiten in Untersiemau: Michael Rückert (links) im Gespräch mit Robert Reiter. // Foto: LionLion
Coburg – Im Atelier des Künstlers sind bereits viele beeindruckende Werke entstanden. Jetzt wurde dort ein Musikvideo gedreht. Michael Rückert erzählt, wie es dazu kam und macht Lust auf einen Abend in Coburg.

Es passierte im Spätherbst 2021. Der Musiker Michael Rückert, der inzwischen in Nürnberg lebt, war zu Besuch in seiner Coburger Heimat. Bei seinen Eltern über dem Klavier entdeckte er ein Gemälde von Robert Reiter. Michael Rückert betrachtete es, wurde von dem Werk in seinen Bann gezogen – und hatte schließlich eine Idee: Die starken Emotionen, die von dem Bild ausgehen, könnten wie gemalt zur Ballade „Silent White“ passen, die er kurz zuvor für seine Ban Lionlion getextet und komponiert hatte.

Ein Denkmal für Robert Reiter

Etwas mehr als drei Jahre und viele besondere Begegnungen später ist ein Musikvideo entstanden, in das Michael Rückert und sein Team jede Menge Herzblut gesteckt haben. Ja, sagt er, auf gewisse Weise sei das Musikvideo schon auch „ein kleines Denkmal“ für den mittlerweile 93-jährigen Robert Reiter geworden. Denn gedreht wurde es im Atelier des bildenden Künstlers in Untersiemau. „Wir sind Robert sehr dankbar, dass er uns das ermöglicht hat“, sagt Michael Rückert. Wohl wissend, dass dieser als sehr bescheiden gilt und nicht jedem Einlass in sein Atelier gewährt.

Robert Reiter vor seinem Atelier in Untersiemau (Landkreis Coburg).
Robert Reiter vor seinem Atelier in Untersiemau (Landkreis Coburg). // Foto: lionlionmusic.com

„Silent White“ wird von Lionlion selbst als „bittersüße Ballade über die Fragilität der Liebe“ beschrieben. Zugleich sei das Stück „ein Appell für den Frieden in stürmischen Zeiten“. Michael Rückert würde sich freuen, wenn nicht nur Text und Musik zum Nachdenken und Träumen anregen, sondern eben auch das dazugehörige Musikvideo. Wer noch tiefer eintauchen möchte, dem legt er den Dienstag, 8. April, ans Herz. Dann nämlich wird im Coburger Kino Utopolis das Musikvideo als „VHS-Film“ gezeigt. Weil das knapp vierminütige Video alleine kein abendfüllendes Programm wäre, gibt es auch noch ein längeres „Making of“ beziehungsweise „Behind the Scenes“ über den spannenden Entstehungsprozess zu sehen. Außerdem wird Michael Rückert die eine oder andere Anekdote erzählen und natürlich auch live neue Lieder der Band vortragen. Auf der Bühne im Utopolis mit dabei sein wird auch sein Zwillingsbruder Matthias Rückert – Lionlion im Duo Setup.

Wer ist LionLion?

Michael und Matthias Rückert stammen aus Coburg. 2007 machten sie ihr Abitur am Gymnasium Albertinum. Die beiden bilden sozusagen das Herzstück von Lionlion. Sie sorgen für den markanten Gesang der Indierock-Band, dazu spielt Matthias noch Gitarre und Michael Keyboard. Dritter Mann im Bunde ist André Bayer am Schlagzeug. Er stammt ebenfalls aus Coburg. David Laplant (Bass) kommt aus der Nähe von Bitburg und hat Michael Rückert einst beim gemeinsamen Musikstudium kennengelernt.

Das Musikvideo zu „Silent White“ drehte die Indierock-Band Lionlion in Untersiemau im Landkreis Coburg.
Das Musikvideo zu „Silent White“ drehte die Indierock-Band Lionlion in Untersiemau im Landkreis Coburg. // Foto: David Laplant

Ihr Debütalbum „The Atlas Idea“ ist 2018 erschienen. 2019 folgte das Extended Play „Rise & Fall„, ehe 2021 das visuelle Konzeptalbum „Perspective“ präsentiert wurde. Erfolgreich ist Lionlion nicht zuletzt auch auf Spotify, wo sie es zuletzt auf schon fast eine Million Streams gebracht haben. Stolz können sie außerdem seit jeher auf ihre Musikvideos sein. Alleine das Video zu „What Remains“ gewann zehn Film-Awards.

Corona und die Folgen für die Club-Szene

Die Corona-Pandemie stellte gleich auf mehrere Weise einen Bruch dar. „Viele Clubs, in denen wir aufgetreten sind, haben diese Zeit nicht überlebt“, erzählt Michael Rückert. Daraufhin habe man auch die Vorgehensweise ändern müssen. „Früher haben wir ein neues Album veröffentlicht und sind anschließend damit auf Tour gegangen.“ Inzwischen veröffentliche man primär einzelne Singles, ehe später irgendwann ein komplettes Album dazukommt – und Live-Auftritte werden eben so eingestreut, wie es passt.

„Silent White“ ist Lionlions erste Single seit 2022. Seit einer Zeit also, die nicht einfach war und die Spuren hinterlassen hat. Aber: „Wir haben unseren Frust in kreative Energie umgewandelt“, heißt es in der Selbstbeschreibung von Lionlion. Und: „Die neuen Songs tragen den Wahnsinn der letzten Jahre in sich, versinken aber nicht in Selbstmitleid – ganz im Gegenteil.“

Mit diesem Bild von Robert Reiter, das hier im Hintergrund zu sehen ist, fing alles an: Eine Szene aus dem Musikvideo zu „Silent White“ der Indierock-Band Lionlion.
Mit diesem Bild von Robert Reiter, das hier im Hintergrund zu sehen ist, fing alles an: Eine Szene aus dem Musikvideo zu „Silent White“ der Indierock-Band Lionlion. // Foto: lionlionmusic.com

Es versteht sich fast schon von selbst, dass im Musikvideo als Erstes genau das Gemälde zu sehen ist, dass Michael Rückert einst bei seinen Eltern inspiriert hat. Es folgen knapp vier Minuten, in denen das Atelier von Robert Reiter sowie viele seiner weiteren Werke zu sehen sind. „Die Bilder tragen die Musik“, erklärt Michael Rückert, „und wir rasen im Musikvideo im Schnelldurchlauf durch alle erdenklichen Stimmungslagen.“

Dreh im Atelier: Eine Szene aus dem Musikvideo zu „Silent White“ der Indierock-Band Lionlion.
Dreh im Atelier: Eine Szene aus dem Musikvideo zu „Silent White“ der Indierock-Band Lionlion. // 

Die Aufnahmen könnten übrigens authentischer gar nicht sein. „Wir haben im Atelier bewusst nichts verändert oder verfälscht“, erklärt Michael Rückert. Das Video sei deshalb nicht nur allen Musikfans empfohlen. Es lohnt sich auch für diejenigen Kunstinteressierten, die schon immer einmal wissen wollte, wie es dort aussieht, wo Robert Reiter seiner Kreativität freien Lauf lässt.

Inspirative Begegnungen

 „Es ist wirklich ein ganz besonderer Kurzfilm geworden“, sagt Michael Rückert. Er ist aber nicht nur mit dem filmischen Endergebnis sehr zufrieden. Er ist auch glücklich über die gesamte Entstehungsgeschichte. „Wir hatten viele tolle und inspirative Begegnungen mit Robert Reiter. Seine Energie ist einfach der Wahnsinn!“

Michael Rückert (rechts) ist dankbar für die vielen Begegnungen, die er mit Robert Reiter rund um den Videodreh hatte.
Michael Rückert (rechts) ist dankbar für die vielen Begegnungen, die er mit Robert Reiter rund um den Videodreh hatte. // 

Die Krönung wäre natürlich, wenn Robert Reiter jetzt auch am 8. April ins Utopolis kommt. „Selbstverständlich haben wir ihn eingeladen“, sagt Michael Rückert. Ob er auch kommt, sei  wohl noch offen – was in erster Linie mit seiner Bescheidenheit zu tun haben dürfte. „Er mag keine Lobhudelei über sich“, weiß Michael Rückert.

VHS-Film in Coburg

Michael Rückert ist fasziniert von den ausdrucksstarken Gemälden von Robert Reiter.
Michael Rückert ist fasziniert von den ausdrucksstarken Gemälden von Robert Reiter. // Foto: David Laplant

Termin: Dienstag, 8. April, 20 Uhr, Utopolis Coburg: Präsentation des Musikvideos zum Song „Silent White“  von Lionlion; Vortrag und Live-Musik: Matthias und Michael Rückert; Live-Musik: Lionlion

Dauer: insgesamt zirka 80 Minuten
Eintritt mit Clubkarte: 8 Euro
Eintritt ohne Clubkarte: 10 Euro
Viele weitere Informationen auch unter lionlionmusic.com
Informationen zur Coburger VHS gibt es hier

Hier eine Kostprobe, wie sich Lionlion anhört, wenn ausschließlich Michael und Matthias Rückert performen:

So geht’s zur Musik von Lionlion:

Silent White: music-hub.bio/lionlion

WEB: lionlionmusic.com/

SPOTIFY: bit.ly/lionlion-spotify

YouTube: youtube.com/c/lionlionmusic

Facebook: facebook.com/lionlionmusic

INSTA instagram.com/lionlionmusic

 

 

 

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