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Spitalgasse in Coburg
Zwei Leerstände verschwinden - zwei Sorgenkinder bleiben
Douglas in Coburg
An diesem Donnerstag wird die neue Douglas-Filiale in der Coburger Spitalgasse 4 eröffnet. Bis Ende 2020 befand sich dort das Modegeschäft Hallhuber. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Douglas kehrt zurück nach Coburg. Die Krise, in die speziell die wichtigste Einkaufsmeile der Stadt während Corona gerutscht war, scheint überwunden. Tut sich bald auch was im ehemaligen „s. Oliver“?

Der offizielle Pressetext zur Eröffnung von Douglas in Coburg liest sich so, wie sich offizielle Pressetexte eben lesen. Da wird die künftige Filiale in der Spitalgasse 4 bereits als „die neue Beauty-Adresse in Oberfranken“ bezeichnet, und es ist die Rede vom „Beauty-Liebling im historischen Altstadtzentrum“.

Douglas bekennt sich zum stationären Handel

Deutlich gehaltvoller ist ein Zitat von Veit Weiland, dem Deutschland-Chef von Douglas. Er gibt nämlich ein klares Bekenntnis zum stationären Handel ab. Veit Weiland erklärt: „Unsere Douglas-Filialen bleiben ein zentraler Treffpunkt für unsere Kund*innen.“ Deshalb setze Douglas gezielt auf eine „Modernisierung und Weiterentwicklung“ des Filialnetzes. Die einzelnen Geschäfte würden gar eine „Schlüsselrolle“ in der sogenannten Omnichannel-Strategie spielen. Als Omnichannel-Strategie wird ein kanalübergreifendes Geschäftsmodell bezeichnet: Kunden sollen sowohl online als auch stationär einkaufen können und im Idealfall an eine bestimmte Marke und einen bestimmten Anbieter gebunden werden. 

Weitere Informationen zum neuen Douglas in Coburg finden Sie hier

Dass Douglas an den stationären Einzelhandel glaubt, darüber freut sich allen voran die Coburger Citymanagerin Andrea Kerby. „Douglas ist eine Bereicherung für unsere Innenstadt“, sagt sie und fügt noch an: „Wir freuen uns sehr, dass Douglas den Weg zurück nach Coburg gefunden hat!“

Zukunft der Coburger Innenstadt

Andrea Kerby spielt damit auf das Jahr 2004 an. Damals schloss Douglas seine Filiale in Coburg, die sich kurioserweise im Gebäude Spitalgasse 6 (heute Apollo Optik) befunden hatte.  Dieser Rückzug war ein Tiefschlag. Der allgemeine Tenor lautete: Wenn noch nicht mal mehr eine große Parfümeriekette an die Zukunft der Coburger Innenstadt glaubt, wer dann?

Gut 20 Jahre später kommt die Douglas-Neueröffnung in der Spitalgasse 4 (zuletzt „Hallhuber“) allen Fans der Innenstadt gerade recht, um aufzuzeigen, dass sich die Coburger City wieder erholt hat. Speziell während der Corona-Pandemie war die wichtigste Einkaufsmeile der Stadt in eine tiefe Krise gerutscht. Es gab zahlreiche Schließungen: C&A, s. Oliver, Maiwald, Hallhuber, Hussel...

Und jetzt? Nachdem in das Ladenlokal im Stadthaus (ehemals Mailwald) auch noch das „Glaswunder“ inklusive Glasbläser einzieht, wird es in der Spitalgasse bald nur noch zwei Leerstände geben. „Das spricht für Coburg“, findet Andrea Kerby, „und das spricht auch für unsere Bemühungen.“

Zu den besagten zwei Leerstände muss freilich festgehalten werden: Dabei handelt es sich um zwei echte „Sorgenkinder“, für die sich schon seit recht langer Zeit kein neuer Mieter findet.

Sorgenkinder in der Coburger Innenstadt

Sorgenkind Nummer 1 ist die linke Hälfte des Gebäudekomplexes Spitalgasse 12–14. Bis Ende 2009 befand sich dort das Kaufhaus Weka (ganz früher „Kaufhaus Mohren“). Bei einer anschließenden Sanierung wurde das Gebäude unterteilt. Zur Spitalgasse hin entstanden zwei separate Geschäftsflächen, die ab dem Frühjahr 2011 von „s. Oliver“ (linke Seite) und „C&A“ (rechte Seite) genutzt wurden.

Leerstand in Coburg
Ende 2020 zog s. Oliver aus – seitdem steht die linke Hälfte des Gebäudekomplexes Spitalgasse 12–14 leer. // Foto: Oliver Schmidt

Kurz vor Beginn der Pandemie gaben „s. Oliver“ und „C&A“ bekannt, sich aus Coburg zurückzuziehen; geplant war die Schließung für Januar 2021. Doch Corona beschleunigte Corona alles, und bereits im Dezember 2020 war Schluss.

Ehemals s. Oliver: Was sagt der Eigentümer?

Im März 2023 eröffnet im ehemaligen  „C&A“ die Warenhauskette TKMaxx. Der ehemalige „s. Oliver“ steht aber nach wie vor leer – mittlerweile seit mehr als vier Jahren. Eine Nachfrage beim Eigentümer lässt aber zumindest ein bisschen Hoffnung aufkeimen, dass der Leerstand bald verschwinden könnte. „Für die Immobilie in der Spitalgasse 12–14 stehen wir mit unterschiedlichen Mietinteressenten in Kontakt und prüfen die entsprechenden Konzepte“, teilte ein Sprecher der HIH Real Estate GmbH jetzt dem Coburger Tageblatt auf Anfrage mit. Zum aktuellen Zeitpunkt könne zwar noch kein „Vermietungserfolg“ vermeldet werden – „wir arbeiten jedoch intensiv daran, dass wir eine langfristige Lösung für den Standort etablieren können.“

Ehemals G-Fashion: Leerstand in Coburg seit 2019

Den längsten und zugleich markantesten Leerstand in der Spitalgasse gibt es an der Ecke zum Ilse-Kohn-Platz. Dort, wo ganz früher das Sporthaus Hess angesiedelt war, hatte zuletzt die Modekette G-Fashion eine Filiale. Doch im Oktober 2019 - und somit noch lange vor Corona – war Schluss.

Markanter Leerstand in Coburg: Seit Oktober 2019 steht das Gebäude Spitalgasse 29 leer.
Markanter Leerstand in Coburg: Seit Oktober 2019 steht das Gebäude Spitalgasse 29 leer. // Foto: Oliver Schmidt

Bereits Ende 2015 war die Eisdiele Cortina ausgezogen, die sich ebenfalls in dem Gebäude befand, und zwar in einem abgetrennten Ladenlokal an der Ecke zur Mauer.

Wohnungen in der Spitalgasse

Versuche, die beiden Gewerbeeinheiten neu zu vermieten, blieben ohne Erfolg. Wohl auch deshalb entschied sich der Eigentümer im Jahr 2021 für einen grundlegenden Umbau. Allen voran wurden das Treppenhaus und der Aufzug versetzt, damit die Fläche im Erdgeschoss künftig als Ganzes genutzt werden kann. Die erste und die zweite Etage wurden in Wohnraum umgewandelt. Insgesamt sind zwölf Wohnungen entstanden.

Seit Oktober 2019 steht das Gebäude Spitalgasse 29 leer.
Seit Oktober 2019 steht das Gebäude Spitalgasse 29 leer. // Foto: Oliver Schmidt

Gastronomie in der Spitalgasse?

Und was ist mit der Gewerbefläche im Erdgeschoss? „Es gab und gibt immer wieder Interessenten“, sagt Christoph Hösch, der vom auswärtigen Eigentümer als Makler eingesetzt wurde. Leider sei es bislang noch zu keinem Vertragsabschluss gekommen, aber er gebe die Hoffnung nicht auf. Zumal sich die 170 Quadratmeter, die noch dazu über zwei separate Eingänge verfügen, für so manches eigenen würden. Auch für Gastronomie. Im Zuge des Umbaus seien zwar im Erdgeschoss die Toiletten entfernt worden. Aber es gebe ja noch die ehemaligen Toiletten der Cortina, die sich im Keller befinden.

Informationen zum Douglas-Comeback in Coburg

Parfümeriekette Douglas
Parfümeriekette Douglas // Douglas

Das Ladenlokal in der Spitalgasse 4 stand seit Ende 2020 leer. Letzter Mieter war das Modegeschäft Hallhuber. Doch am Donnerstag, 27. März, wird dort eine neue Filiale der Parfümeriekette Douglas eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 160 Quadratmeter wird es laut Pressemitteilung eine „große Auswahl an Premiummarken und individuellen Beauty-Services“ geben.

Zentrales Element des umfangreichen Sortiments sei eine „Luxus-Markenwelt“, zu der unter anderem Yves Saint Laurent, Guerlain, Lancôme, Estée Lauder und Tom Ford zählen. Die Klassiker würden durch „junge Brands“ wie The Ordinary, Dr. Jart+, Color Wow, Feschi sowie It Cosmetics, Benefit, Kylie Cosmetics und Huda Beauty, Clarins und Clinique ergänzt.

Douglas erklärt Farbkonzept

Auch zur Gestaltung der Filiale äußert sich Douglas. So würden im neuen Store hochwertige Materialien in einem modernen Farbkonzept aus Weiß, Schwarz und Grau mit goldenen Akzenten zu einem „exklusiven Shopping-Ambiente mit Wohlfühlfaktor verschmelzen".

Die Innenausstattung folge dabei einem „stringenten, ästhetischen Schema“, das abwechslungsreiche Produktinszenierungen und Servicepoints zu einem „einladenden und funktionalen Retail-Konzept" verbinden soll.

Douglas: Jahresumsatz zuletzt bei 4,1 Milliarden Euro

Die Douglas Group ist mit ihren Marken Douglas, Nocibé, parfumdreams und Niche Beauty – nach eigenen Angaben – „der führende Omnichannel-Anbieter für Premium-Beauty in Europa“. Europaweit gebe es rund 1.870 Geschäfte, immer wichtiger sei zuletzt auch das Online-Geschäft geworden.

Im Geschäftsjahr 2022/23 erwirtschaftete die Douglas Group einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro und beschäftigte europaweit rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

 

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