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Huk-Open-Air in Coburg
Rapper Cro auf dem Schlossplatz: Der Panda kehrt zurück
Cro Open Air Sommer am 23. August 2025
Cro steht auf der Bühne am Coburger Schlossplatz - ganz in Pink und selbstverständlich mit Maske. // Foto: Christoph Winter
Coburg – Der Mann mit der Maske zeigt am Samstagabend sein Talent nicht nur am Mikro. Wie ein Zeitreisender nimmt er seine Fans mit in die Tage seiner ersten Hits. Jedoch nicht mit so vielen wie erhofft.

Rap und Pop sind zurück in Coburg. Spätestens dann, als Cro an diesem Samstagabend gegen 20.15 Uhr die Bühne am Schlossplatz betritt. Dann wird aus Coburg ganz schnell „Croburg“. Das in den eineinhalb Stunden zu betonen, die dem Mann mit der Maske gehören, fällt ihm nicht schwer. Klar, der Rapper ist kein Neuling mehr. Er feierte 2011 mit der Single „Easy“ sein großes Debüt in den deutschen Charts, war schon auf mehreren Touren. Cro weiß, was einen guten Auftritt ausmacht, welche Spitzfindigkeiten im Publikum gut ankommen.

7.500 Konzertbesucher bei Cro in Coburg

Bereits in einem Interview vorab, sagte er unserer Redaktion, dass Coburg immer eine tolle Energie habe.

Und jede Bühne, jedes Publikum, jede Stadt habe einen eigenen Vibe. Croburg also. Hinzu kommt: Er folgt nicht zum ersten Mal dem Ruf des Open-Air-Sommers. Bereits 2016 und 2023 war der geschichtsträchtige Schlossplatz in Coburg seine Bühne. Wie auch das Konzert von Andreas Gabalier einen Tag zuvor (23. August) restlos ausverkauft war, gab es 2023 ebenso keine Karte mehr für das von Cro. 15. 000 Zuschauer kamen damals. Und jetzt, zwei Jahre später, ist knapp die Hälfte gekommen: Laut Veranstaltungsservice Bamberg etwa 7.500 Konzertbesucher.

Cro Fans Schlossplatz 2025
Ein Fan mit Cro-Plüschtier beim Konzert // Foto: Christoph Winter

„Da fehlt etwas“, sagt Wolfgang Heyder, der Geschäftsführer des Veranstaltungsservice Bamberg. Natürlich hätten sie sich ein wenig mehr Zulauf erhofft. Aber woran liegt es? Cro habe schon in Nürnberg und am Brombachsee einen Auftritt gehabt, erklärt Heyder. „Und er war ja auch schon zwei Mal in Coburg.“ Dennoch zeigt er sich zufrieden, mit der Location, der Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Künstler. „Er ist sehr kreativ und hat immer neue Ideen.“ Dazu später mehr. 

Cro nimmt die Fans in Coburg mit auf eine Zeitreise

Cro – das ist der Rapper mit den Masken, der mit seinen Hits wie „Einmal um die Welt“, „Bad Chick“ oder „Melodie“ eine ganze Generation nicht nur für Rap begeisterte. Cro verbandelt Rap und Pop zu einer eigenen Stilrichtung. „ROAP“ nennt er das. Seine erste Maske, die Pandamaske, ist zu seinem Markenzeichen geworden. Wie auch andere Künstler hat er sich einem Prozess der künstlerischen Reife hingegeben. Zwei Masken-Phasen später tritt er nach wie vor nie ohne seine identitätsstiftende Gesichtsbedeckung auf. Aber wir schweifen ab. 

Und so auch Cro auf dem Coburger Schlossplatz. Der 35-Jährige, der mit richtigen Namen – laut Internet – Carlo Waibel heißt, reist mit dem Publikum in vier Phasen durch die Zeit, durch ein Best-of seiner Alben. Unterstützt wird er bei manchen Songs von für den Otto-Normal-Hörer eher unbekannteren Songwritern und Künstlern wie Philip Braun oder Danju. 

Der Rhythmus an diesem recht frischen Augustabend: Pro Phase eine andere Maske mit Songs aus seinen verschieben Alben. Wie auch die Vorkünstler Greta und Levin Liam ein wenig Zeit brauchten, um das Publikum mitzureißen, dauert es bei Cro bis zur Panda-Phase. „Ey jo, wer kennt diese Maske noch?“ Je weiter sich die Zeitreise in die Vergangenheit strafft, desto mehr Kreischer sind zu hören, desto mehr Arme und Handys sind zu sehen. 

Levin Liam Huk Open Air 2025 Schlossplatz
Der Künstler Levin Liam trat im Vorpogramm auf. // Foto: Christoph Winter

Es sind die Klassiker wie „Hi Kids“, die Mitsing-Chöre vom hinteren Drittel bis nach vorne zur Bühne rauschen lassen; Songs, die auch dem ein oder anderen etwas sagen, der Cro schonmal unbewusst im Radio gehört hat. „Hi Kids, ich bin Carlo, werft den Arm hoch und gibt mir ein Hallo.“ Und Croburg singt: „Haalloo.“ 

Jetzt ist es Zeit für eine gewagte These von einem, der im Musikunterricht eher mit mäßigen Leistungen auffiel: Cro ist einer der Künstler, dessen Stimme live so klingt wie auf einem Studioalbum. Zudem passt sie zu den Mitgesängen der vielen weiblichen Fans. Und nicht zu vergessen: „Die drei Engel für Charlie.“ So nennt der Rapper seine drei Backgroundsängerinnen, die wie er lässig gekleidet sind. Nur nicht ganz so extrovertiert.

Verschiedene Masken, pinkfarbene Plüschjacke, dann wieder dezent in Weiß und Schwarz – Cro zeigt sich in Coburg nicht nur als stylisches Amphib. Sondern auch als musikalisches. Er spielt Gitarre, sitzt am Klavier oder steht am DJ-Pult und mixt seine eigenen Hits mit denen anderer Künstler. 

Cro Schlossplatz 2025Cro beim Open-Air-Sommer 2025
Impressionen von der Cro-Show auf dem Schlossplatz // Christoph Winter

Auch die Show ist kreativ, hier mal ein überdimensionaler Basketballkorb, in den die Fans der ersten Reihe mit einem beinahe genauso großen Basketball werfen dürfen, da mal ein paar aufblasbare Cro-Figuren. Aber wie war das nochmal mit seinem Markenzeichen? 

Ganz am Ende trägt er seine aktuelle Maske. Aber in silber. Das erinnert Hip-Hop-Fans womöglich an die Maske, die dem Rapper Sido einst mit zum Ruhm verhalf. Wobei er in seinen rustikalen Anfangsjahren wohl keine pinken Plüschmantel getragen hätte. Aber wir schweifen wieder ab. Was heißt aber? Cro holt Coburg in die Vergangenheit – und zwar in seine. 

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