Das muss man sich mal vorstellen: Die Coburger schaffen es zwar, einen Weihnachtsbaum bis nach London zur damaligen Queen zu karren – aber dann scheitern sie daran, eine Tanne von Meilschnitz bis zum Marktplatz zu fahren…
Polizei stoppte den Transport
Spott wie diesen mussten sich die Verantwortlichen der Stadt beziehungsweise von Coburg Marketing am Dienstag zuhauf anhören. Auch überregionale Medien griffen die kuriose Panne auf, über die am Montag das Tageblatt als Erstes berichtet hatte: Nachdem in Meilschnitz eine üppige Tanne gefällt worden war, sollte sie eigentlich nach Coburg gebracht werden, um dort auf dem Weihnachtsmarkt Karriere zu machen. Doch die Polizei ließ den Schwertransport nicht losfahren, weil er viel zu breit für den Straßenverkehr war.
Am „Tag danach“ wurde natürlich über die Frage diskutiert, wie eine solche Panne passieren konnte. Wer hat da die Maße des Baums oder auch mögliche Verkehrshindernisse auf der zu befahrenden Route falsch eingeschätzt?
„Wir hatten schon breitere Bäume!“
Auf Tageblatt-Nachfrage gab man sich im Coburger Rathaus überrascht, dass der Transport nicht losfahren durfte. So heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme: „In der Vergangenheit waren die Bäume oft größer und breiter. Dennoch gab es keine Transportprobleme. Daher ist die Verkehrsbehörde auch dieses Jahr von einem ebenso unproblematischen Transport ausgegangen.“
Zerknirscht gab sich auch Horst Graf, der Betriebsleiter von Coburg Marketing. Das städtische Tochterunternehmen hatte den (ebenfalls städtischen) Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb mit dem Transport beauftragt. Dieser Entsorgungs- und Baubetrieb kümmerte sich dann um die entsprechende Genehmigung, die von der Verkehrsbehörde der Stadt Coburg auch ausgestellt wurde. Doch offenbar wurde vergessen, noch einmal Rücksprache mit dem (städtischen) Grünflächenamt zu halten; denn das Grünflächenamt war wiederum mit dem Fällen des Baums beauftragt und wusste deshalb auch am Besten über die Maße des Baumes Bescheid.
Nächstes Jahr soll es klappen
„Aber wir lernen daraus“, sagte Horst Graf dem Coburger Tageblatt. Im nächsten Jahr werde Coburg Marketing alle Beteiligten rechtzeitig zu einem Gespräch einladen, um alle Modalitäten zu klären sowie Normen festzulegen. Allen voran: Wie groß und breit darf der auszuwählende Baum sein, damit ein ordnungsgemäßer Transport stattfinden kann?
Eine Spitze kommt auch aus Neustadt
Derweil kann sich der Neustadter Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) ein Schmunzeln über die Panne nicht verkneifen: „Wir liefern ja bereits die besten Bratwürste und die besten Klöße nach Coburg – deshalb hätten wir den Coburgern jetzt auch noch gerne den schönsten Weihnachtsbaum zur Verfügung gestellt…“
Weitere Baum-Transporte geplant
Übrigens: An diesem Donnerstag wird in Haarbrücken der „Neustadter Weihnachtsbaum“ gefällt, der erstmals beim Nikolausmarkt am zweiten Adventswochenende auf dem Neustadter Marktplatz erstrahlen wird.
Und: Am Freitag bekommt auch der Albertsplatz in Coburg endlich einen Weihnachtsbaum, nachdem ja die ursprünglich vorgesehene Fichte am Montagnachmittag kurzfristig zum Weihnachtsbaum auf dem Coburger Marktplatz „befördert“ wurde.
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