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Warnstreik am Globe in Coburg
Arbeitsvorschriften aus einem vergangenen Jahrhundert
Globe Coburg: Warnstreik am Landestheater
Künstlerische Beschäftigte des Theaters sind am Mittwoch in eine halbstündigen Ausstand getreten. bundesweit an etwa 90 Schauspielhäusern und Bühnen wurde für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Besonders bei der Arbeitszeit gibt es nach Angaben der Gewerkschaft Handlungsbedarf. // Foto: Christoph Winter
Coburg – Seit 1871 gibt es die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA). Bundesweit gestreikt haben sie noch nie – bis zum Montag. Was auch Beschäftigte am Landestheater Coburg fordern.

Die Farben pink und blau haben am Dienstagmittag die Szene vor dem Globe-Theater bestimmt. Für eine halbe Stunde sind die Beschäftigten der künstlerischen Berufe am Theater in einen Warnstreik getreten. Bundesweit, an etwa 90 Schauspielhäusern, haben Mitarbeiter Bühnen, Werkstätten und Büros verlassen, um für bessere Arbeitsbedingungen einzutreten.

Für die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger (GDBA), gegründet 1871 und damit eine der ältesten Gewerkschaften Deutschlands, war es ein historischer Moment: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte rief sie zum bundesweiten Streik auf. Die aktuellen Arbeitsbedingungen an den Schauspielhäusern erinnern an feudalistische Zeiten. Manche der Regelungen im Normalvertrag Bühne bestehen seit 1924, sind also 100 Jahre alt.

Verbindliche Wochenpläne, elf Stunden Nachtruhe

Deshalb fordern neben der GDBA auch die BFFS (die Schauspielgewerkschaft Bühne, Film, Fernsehen, Sprache) und der Verein deutscher Opern- und Tanzensemble (VdO) fünf Stunden Ruhezeit vor der Vorstellung. Zudem verbindliche Wochenpläne, die 39-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für die Beschäftigten im technischen Bereich und im Büro, Ausgleichsregelungen für Überstunden und -zuschläge, einen freien Werktag jede Woche und einen halben freien Tag je Woche. Schließlich einen Ausgleichstag für das Arbeiten an einem Wochenfeiertag, vier Stunden Ruhezeit zwischen zwei Proben, elf Stunden Nachtruhe ohne Einschränkung, regelmäßig planbare freie Wochenenden sowie das Ende der Erreichbarkeitspflicht.

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Während wir vor dem Globe stehen, kann die aktuelle Probe nicht weitergehen.

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Tobias Bode Schauspieler

Schauspieler Tobias Bode und Dramaturgin Mia Massmann erklärten, die sei die erste bundesweite Arbeitsniederlegung von Beschäftigten des Normalvertrags (NV) Bühne. „Wir sind der Treibstoff für die Tarifverhandlungen und Zeitzeugen, wie die Reformen des Tarifvertrags ernsthaft in Umsetzung kommen.“ In diesen Tagen verhandeln die Gewerkschaften wieder mit dem Deutschen Bühnenverein. Die Warnstreiks sollen den Druck erhöhen. „Während wir vor dem Globe stehen, kann die aktuelle Probe nicht weitergehen“, so Tobias Bode. Benachteiligt im Vergleich um Öffentlichen Dienst seien auch die Beschäftigten in der Ausstattung, Technik und Verwaltung. Für Mia Massmann ist der Arbeitskampf auf ein Zeichen, damit künftige Generationen in dieser Branche „sich nicht zwischen Premiere und Privatleben zerrissen fühlen“.

Forderungen für die Zukunft sind weitere Bezahlstufen und „eine komplette Veränderung der furchterregenden Nichtverlängerungspraxis“ von Engagements. 

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