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Kommentar zum Landestheater
Dem Landestheater gehen die Direktoren aus
Oliver Schmidt
Oliver Schmidt // CT
Coburg – Der Wechsel von Daniel Carter nach Weimar kommt überraschend, ist aber nachvollziehbar. Fürs Theater werden die Herausforderungen jetzt noch größer. Denn es müssen weitere Stellen neu besetzt werden.

Es ist noch keine sieben Monate her: Im Juli 2024 waren gleich zwei spannende Personalien zum Coburger Landestheater verkündet worden. Neil Barry Moss wurde vom Operndirektor zum Intendanten befördert, und der Vertrag mit Generalmusikdirektor Daniel Carter wurde bis zum Ende der Spielzeit 2027/2028 verlängert.

Das wurde von vielen Kulturexperten als Erfolg gewertet. Denn sowohl um Moss als auch um Carter gab es immer wieder Spekulationen, dass sie auch lukrativere Jobs an größeren Häusern bekommen könnten.

Hohe Zuschauerzahlen

Auf den zweiten Blick sorgte aber speziell die Moss-Beförderung auch für Verwunderung. Denn eigentlich galt es als ausgemacht, dass die Theaterführung noch bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025 auf mehrere Schultern verteilt bleibt. Das sogenannte Direktorenmodell – bestehend aus den Spartendirektoren Neil Barry Moss (Oper), Matthias Straub (Schauspiel), Mark McClain (Ballett) sowie Daniel Carter – hatte sich nämlich als echtes Erfolgsmodell erwiesen. Allen voran die Zuschauerzahlen waren enorm. 

Was wird aus Matthias Straub?

Doch mit dem ebenso überraschenden wie nachvollziehbaren Carter-Weggang, der am Donnerstag mitgeteilt wurde, kommt es für die Theaterleitung jetzt knüppeldick.  Denn Mark McClain geht nach der Spielzeit 2025/2026 in den wohlverdienten Ruhestand. Gleichzeitig läuft der Vertrag mit Matthias Straub aus. Offiziell dazu äußern will sich zurzeit niemand. Aber die Spatzen pfeifen es bereits seit längerem vom Globe-Dach, dass der Vertrag mit Matthias Straub nicht mehr verlängert werden soll. Verstehen muss man das zwar nicht, weil Straub in den vergangenen Jahren für fast alle großen Publikumsrenner verantwortlich war – von der „Spider Murphy Story“ über „Ewig Jung“ bis zur „Rocky Horror Show“.  Doch wenn es so sein soll, lässt sich wohl nichts daran ändern. Der mächtige Verwaltungsausschuss des Landestheaters lässt sich ungern in Personalien hineinreden. 

Wackelt das Ballett?

Zugleich bedeutet das aber: Für gleich drei Sparten müssen neue Direktoren gesucht werden – vorausgesetzt, diesen drei Sparten soll auch weiterhin der entsprechende Stellenwert eingeräumt werden. Denkbar, dass die Personalrochade dazu genutzt wird, Kosten zu senken. Wackelt deshalb das Ballett? Schließlich hatten jüngst bereits Sparmaßnahmen für Unruhe in der Kompanie gesorgt. Und: Spart man jetzt auch ausgerechnet beim publikumsstarken Schauspiel? Fragen, um die es auch bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses im April gehen dürfte.

Das Globe dient als Interimsspielstätte des Coburger Landestheaters.
Das Globe dient als Interimsspielstätte des Coburger Landestheaters. // Foto: Oliver Schmidt

Interessant in diesem Zusammenhang: Erst kürzlich hat sich die Theaterleitung ganz bewusst für zusätzliche Ausgaben entschieden und den neuen Posten eines „Künstlerischen Betriebsdirektors“ geschaffen. Dieser soll aber, wie erklärt wird, nicht etwa die Spartendirektoren überflüssig manchen. Stattdessen habe der Künstlerische Betriebsdirektor eine „organisatorische Funktion“. Auch solle er eine Schnittstelle zu allen künstlerischen, kaufmännischen und technischen Abteilungen sein.

Na dann: Zu organisieren gibt es in den kommenden Monaten ja so einiges am und im Landestheater. Drücken wir die Daumen, dass künftig gute Entscheidungen getroffen werden – und wünschen wir Daniel Carter bei seiner neuen, herausfordernden Aufgabe bereits jetzt alles Gute.

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