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Landestheater Coburg
Ein Schlussakkord, der Fragen aufwirft
Globe Coburg
Das Globe ist die Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Soeben ist eine der erfolgreichsten Spielzeiten in der Geschichte des Landestheaters zu Ende gegangen. Das dafür verantwortliche Direktorengremium wurde jetzt trotzdem abrupt aufgelöst. Warum?

Die Spielzeit 2023/2024 des Landestheaters Coburg ist offiziell am Freitag vergangener Woche zu Ende gegangen. Einen Tag zuvor hatte es aber noch einen sehr überraschenden Schlussakkord gegeben: Die Stadt Coburg teilte mit, dass der bisherige Operndirektor Neil Barry Moss mit Wirkung zum 1. September 2024 zum neuen Intendanten aufsteigt. Diese Personalentscheidung war zuvor im Verwaltungsausschuss des Landestheaters getroffen worden. 

In der vergangenen Spielzeit war das Landestheater ohne einen Intendanten ausgekommen. Stattdessen waren die künstlerischen Leitungsaufgaben auf mehrere Schultern verteilt, und zwar auf die der Direktoren der einzelnen Sparten. Sprich: Neil Barry Moss (Oper), Matthias Straub (Schauspiel), Daniel Carter (Musik) und Mark McClain (Ballett) bildeten das sogenannte Direktorengremium.

90.000 Besucher in der Spielzeit 2023/2024

Eigentlich war vereinbart, dass dieses Direktorengremium auch in der Spielzeit 2024/2025 noch Bestand hat. Zumal die Zusammenarbeit der vier Direktoren gut zu klappen schien. Zumindest konnten in der abgelaufenen Spielzeit sehr viele starke Zahlen geliefert werden. Mit einer Gesamtbesucherzahl von etwa 90.000 konnte gar eine der erfolgreichsten Spielzeiten in der Geschichte des Landestheaters hingelegt werden.

Nicht jeder in Coburg kann deshalb verstehen, warum es plötzlich zu solch einem Sinneswandel kam und eine abrupte Abkehr vom Direktorengremium erfolgt ist. Auch in politischen Kreisen wird, wie zu hören ist, sehr kontrovers über diese Personalie diskutiert.

Jubiläum im Jahr 2027 als Grund?

In der offiziellen Mitteilung von der vergangenen Woche war als ein Argument genannt worden, dass man speziell mit Blick aufs Jahr 2027 „frühzeitig eine langfristige Perspektive“ schaffen wolle. 2027 steht das Jubiläum „200 Jahre Landestheater Coburg“ an. 

Aber hätte dieses Jubiläumsjahr nicht auch gut von einem Direktorengremium vorbereitet werden können? Das ist eine der Fragen, die sich jetzt manche stellen.

Warum gab es keine Ausschreibung?

Eine weitere Frage lautet: Warum ist die Besetzung der vakanten Intendantenstelle ohne Ausschreibungsverfahren erfolgt? Auf Nachfrage bei der Stadt Coburg heißt es dazu, dass eine Ausschreibung bei diesem Posten  „nicht verpflichtend“ sei. Ohnehin sei für die Einstellung eines Intendanten ausschließlich der Verwaltungsausschuss des Landestheaters zuständig. Bei ihm handele es sich um ein „nicht-öffentliches Gremium besonderer Art“. Besetzt ist es sowohl mit Mitgliedern, die vom bayerischen Kultusministerium entsendet werden, als auch mit einem Trio aus dem Coburger Stadtrat.

Dass die Wahl des Gremiums auf Neil Barry Moss gefallen ist, wird im Rathaus sehr positiv gesehen. Dieser habe seine Aufgaben in seiner ersten Spielzeit als Operndirektor – und als Teil des Direktorengremiums – sehr gut erfüllt. Zusammen mit den anderen Direktoren habe er sich auf hervorragende Weise verdient gemacht um den Umzug ins Globe und um die erste Spielzeit in der Interimsspielstätte des Landestheaters.

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