Forderung der Grünen
Coburger Bad: Frauen sollen Brust zeigen dürfen
EDerzeit müssen weibliche Badegäste im Coburger Aquaria ihren Oberkörper bedecken – zwei Mitglieder der Grünen-Stadtratsfraktion wollen das jetzt ändern.
Derzeit müssen weibliche Badegäste im Coburger Aquaria ihren Oberkörper bedecken – zwei Mitglieder der Grünen-Stadtratsfraktion wollen das jetzt ändern.
Foto: Annette Riedl (dpa)
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Coburg – Zwei Grünen-Politikerinnen wollen, dass die Badeordnung geändert wird. Das wäre ein Beitrag zur "Geschlechtergerechtigkeit".

Jetzt hat die „Oben ohne“-Diskussion auch Coburg erreicht: Zwei Mitglieder der Grünen-Stadtratsfraktion, Melanie Becker und Kevin Klügleib, haben einen Antrag gestellt und fordern darin eine Änderung der Badeordnung im Aquaria. Es geht ihnen um „Geschlechtergerechtigkeit“, die sich grob gesagt wie folgt zusammenfassen lässt: Warum müssen Frauen im Aquaria ihren Oberkörper bedecken, Männer hingegen nicht? Melanie Becker und Kevin Klüglein sind der Meinung, dass alle Besucherinnen selbst entscheiden sollten, ob sie den Oberkörper bedecken wollen oder nicht.

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Aktuell gilt im Aquaria eine Badeordnung, die eine „entsprechende, übliche Badekleidung“ vorsieht. Auf Nachfrage der Grünen hatten die SÜC als Betreiber des Aquaria außerdem mitgeteilt: „Das Badepersonal entscheidet darüber, ob die Badebekleidung diesen Anforderungen entspricht.“ Aktuell würde bei weiblichen Badegästen das Bikinioberteil zur Badebekleidung zählen.

Menschen nicht diskriminieren

Aber das sollte nicht so bleiben, finden Melanie Becker und Kevin Klüglein. In der Begründung ihres Antrags schreiben sie: „Im Wandel der Zeit hat sich auch die Badebekleidung immer wieder verändert. Aktuell stehen wir vor den Herausforderungen, wie wir wertschätzend und auch möglichst dezent mit den Anforderungen der verschiedenen Geschlechter und Geschlechtszugehörigkeiten oder auch Non-Binarität umgehen können, ohne betroffene Menschen zu diskriminieren und auszugrenzen.“ Somit wäre ein „weiterer Schritt in Sachen Selbstbestimmung und Gleichwertigkeit für alle Menschen in Coburg wichtig“ – und sei es nur die eigene Entscheidung, in welcher Bekleidung das Schwimmbad besucht werden darf.

Ohnehin sind Melanie Becker und Kevin Klüglein der Meinung, dass Scham sowie die Ablehnung von Nacktheit lediglich „anerzogen“ seien. Frauen und Menschen mit non-binärem oder Transgender-Hintergrund beugen sollten aber frei über sich und ihren Körper entscheiden können.

Weibliche Brust ist nicht anstößig

Wörtlich heißt es in der Antragsbegründung: „Das Argument, dass eine entblößte, weibliche Brust anstößig und störend empfunden wird, ist nicht zulässig, empfinden doch auch so manch andere Menschen Bierbäuche, behaarte Rücken oder Tattoos als unästhetisch.“

Diese müssten aber im Gegenzug nicht verhüllt werden, was ja auch richtig sei. Umgekehrt lasse es aber den Schluss zu, dass hier mit zweierlei Maß gemessen werde. „Und das muss als Diskriminierung empfunden werden“, so Melanie Becker und Kevin Klüglein.

Appell an Oberbürgermeister

Direkt an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) appellieren die beiden Mitglieder der Grünen-Stadtratsfraktion: „Wir bitten Sie nun aus den genannten Gründen, dem Antrag auf Beauftragung des Aufsichtsratsvorsitzenden, die Haus- und Badeordnung dahingehend zu ändern, dass Besucherinnen des Schwimmbades in Coburg selbst darüber entscheiden können, ob und wie sie ihren Oberkörper bedecken wollen und nicht gezwungen sind, sich in ein separates Abteil ohne Wasserzugang (FKK-Bereich) zurückzuziehen oder dann hier zur völligen Nacktheit gezwungen werden, zuzustimmen.“

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