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Neu am Landestheater
Dreigroschenoper: Nicht verkopft, sondern nostalgisch
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ Premiere am Landestheater Coburg. – Szene mit Frederik Leberls als Smith, Nils Liebscher als Mackie Messer und Lilian Prent als Spelunken-Jenny (von links).
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ Premiere am Landestheater Coburg. – Szene mit Frederik Leberls als Smith, Nils Liebscher als Mackie Messer und Lilian Prent als Spelunken-Jenny (von links). // Toni Milicevic Kuntic
Coburg – Jasmin Sarah Zamanis bringt Brechts Dreigroschenoper am Landestheater Coburg neu auf die Bühne. Ist ihr das gelungen? Das Premierenpublikum war sich einig.

Vielleicht ist der Dramatiker Bert Brecht als Klassiker der Moderne 125 Jahre nach seiner Geburt längst ein Fall für Nostalgiker. Und vielleicht war es deshalb eine kluge Wahl, bei der Neuinszenierung der „Dreigroschenoper“ am Landestheater Coburg ganz unverhohlen nostalgische Assoziationen zu wecken. Denn manchmal könnte der Versuch, aus einem vor knapp 100 Jahren uraufgeführten Stück überraschend neue Erkenntnisse zu destillieren, zu einem allzu bemühten Ergebnis führen.

Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
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Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
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Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
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Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg.
Als Neuinszenierung feierte "Die Dreigroschenoper" Premiere am Landestheater Coburg. // FOTOGALERIE TONI MILICEVIC KUNTIC

Uraufführung 1928

Die junge Regisseurin Jasmin Sarah Zamani hatte sich jedenfalls mit ihrer Bühnen- und Kostümbildnerin Aylin Kaip ganz unmissverständlich für die Variante entschieden, in der ersten Coburger Neuinszenierung seit Oktober 2005 die Zeit der Uraufführung 1928 zitierend wieder lebendig werden zu lassen. Kein verkopftes Bemühen, aus Brechts Version der bereits 1728 entstandenen „Beggar’s Opera“ völlig unvermutete Schlüsse zu ziehen.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Auch heute noch aktuell

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – mühelos lässt sich diese zentrale Formel auch und gerade heute noch als zeitlos aktuell deklarieren. Neu freilich ist das nicht. Die Geschichte, die im Londoner Elendsviertel Soho von Bettler- und Verbrecherbanden erzählt, ist im Landestheater nicht zuletzt dank einer sehr engagierten und geschlossenen Ensembleleistung sehenswert – allen krankheitsbedingten Widrigkeiten im Probenprozess zum Trotz, einschließlich einer kurzfristig verschobenen Premiere.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Kurt Weills raffinierte Musik

Denn mit ihrem Regieansatz lässt Jasmin Sarah Zamani den Akteuren viel Raum, Spielfreude zu entfalten bei der letzten großen, spartenübergreifenden Produktion im Landestheater vor dem Umzug ins Globe. Das Schauspielensemble wird dabei unterstützt vom gründlich vorbereiteten Chor des Landestheaters (Einstudierung erstmals durch die neue Chordirektorin Alice Lapasin Zorzit) und getragen von Kurt Weills raffiniert aufgefächerter Musik.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Gnadenlos eingängige Klänge

Wer kein strenggläubiger Brecht-Fan ist, muss schließlich zugeben, dass „Die Dreigroschenoper“ bis heute ihren anhaltenden Bühnenerfolg zu einem erheblichen Teil Weills Musik verdankt. Sie ist gnadenlos eingängig und birgt für die Interpreten hörbar dennoch manche Tücken.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Vor 18 Jahren als Gast in Coburg: Niklaus Scheibli

Niklaus Scheibli, der vor knapp 18 Jahren damals als Gast den Part des Mackie Messer kurzfristig für Stephan Mertl übernahm, ist diesmal als Mackie Messers Gegenspieler und damit als Bettler-König Jonathan Jeremiah Peachum zu erleben, während Nils Liebscher in Scheiblis damalige Rolle schlüpft. Annelie Straub als Peachums Tochter Polly, die Mackie Messer heimlich geheiratet hat, und Juliane Schwabe als Peachums trinkfreudige Ehefrau Celia, Tobias Bode als korrupter Polizeichef Brown, Lilian Prent in der Parade-Rolle der Spelunken-Jenny und Marina Schmitz als Lucy, Florian Graf als Moritatensänger – sie alle fügen sich ein in ein bestens harmonierendes Ensemble.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Elfköpfige Band im Orchestergraben

Musikalisch beflügelt, gelegentlich aber auch akustisch ein wenig überdeckt wird das Ensemble von einer elfköpfigen, in den Holzbläsern sehr flexibel eingesetzten Band, die Coburgs Erster Kapellmeister Johannes Braun mit gutem Gespür für den unverwechselbaren Weill-Tonfall dirigiert.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Viel Beifall im ausverkauften Haus

Was ein ausverkauftes Haus beisteuern kann an Premieren-Spannung und Stimmung, ist an diesem Abend eindringlich zu erleben. Festliche Atmosphäre und am Ende ausdauernder Beifall im Landestheater wecken Erinnerungen an selige Zeiten vor der Corona-Krise – aber langsam müssen die Theater-Fans in der Region nun anfangen, sich auf Abschied einzustellen mit Blick auf den im Herbst anstehenden Umzug ins Globe.

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Rund um die „Dreigroschenoper“

Theater-Tipp „Die Dreigroschenoper“ – Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht nach John Gays „The Beggar’s Opera“, Musik von Kurt Weill – Tickets an der Theaterkasse (09561/898989), Termine online (landestheater-coburg.de) – Die Produktion ist eine Kooperation mit dem Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg.
In der Regie von Jasmin Sarah Zamani feierte „Die Dreigroschenoper“ von Kurt Weill und Bert Brecht Premiere am Landestheater Coburg. // Toni Milicevic Kuntic

Besetzung Macheath, genannt „Mackie Messer“: Nils Liebscher

Jonathan Jeremiah Peachum: Niklaus Scheibli

Celia Peachum: Juliane Schwabe

Polly Peachum: Annelie Straub

Brown, oberster Polizeichef: Tobias Bode

Lucy: Marina Schmitz

Spelunken-Jenny: Lilian Prent

Smith: Frederik Leberle

Moritatensänger, Konstabler: Florian Graf

Filch/Konstabler: Simon Latzer

Hakenfingerjakob: Stephan Mertl

Münzmatthias: Hans Ehlers

Alte Hure: Kerstin Hänel

Sägerobert: Christian Huber/Simon van Rensburg

Trauerweidenwalter: Jan Korab/Marcello Mejia-Mejia

Jimmy: Konstantinos Bafas/Jaehan Bae

Ede: Sascha Mai/Marino Polanco

Vixen: Gabriele Bauer-Rosenthal/Luise Hecht

Betty: Joanna Stark/Monika Tahal

Molly: Eva Maria Fischer/Claudia Schäfer

Dolly: Patricia Lerner/Tomomi Fujiyama

Bettlerinnen und Bettler: Naoko Baba/Tae Kwon Chu/Eva Maria Fischer/Tomomi Fujiama/Jinwook Jeong/Patricia Lerner/Claudia Schäfer/Ioana Tautu/Tomoko Yasumura

Chor des Landestheaters und Band

Produktionsteam

Musikalische Leitung: Johannes Braun

Regie: Jasmin Sarah Zamani

Bühne und Kostüme: Aylin Kaip

Choreinstudierung: Alice Lapasin Zorzit

Dramaturgie: Victor Pohl

 

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