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Spekulationen
Ist das Landestheater Coburg bald führungslos?
Am Landestheater Coburg läuft derzeit die vorerst letzte Spielzeit im „Großen Haus“. Im Oktober 2023 soll es dann im neuen Globe losgehen.
Am Landestheater Coburg läuft derzeit die vorerst letzte Spielzeit im „Großen Haus“. Im Oktober 2023 soll es dann im neuen Globe losgehen. // CT-Archiv / Jochen Berger
Coburg – Nach der aktuellen Spielzeit verabschiedet sich bereits Intendant Bernhard F. Loges. Doch jetzt gibt es auch um den kaufmännischen Direktor Wechselgerüchte. Was ist dran?

Zeiten des Umbruchs am Landestheater Coburg: Nach der laufenden Spielzeit wird das Große Haus am Schlossplatz wegen einer Generalsanierung für mehrere Jahre geschlossen, außerdem endet die Amtszeit von Intendant Bernhard F. Loges. Und jetzt macht auch noch die Meldung die Runde, dass sich der kaufmännische Direktor Fritz Frömming ebenfalls aus Coburg verabschieden wird. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür allerdings noch nicht.

Fritz Frömming ist seit 2015 kaufmännischer Direktor des Landestheaters Coburg.
Fritz Frömming ist seit 2015 kaufmännischer Direktor des Landestheaters Coburg. // Sebastian Buff

Auch, weil es sich um eine Personalangelegenheit handelt, hüllen sich alle Beteiligten in Schweigen. Dem Vernehmen nach soll Frömming ein heißer Kandidat des Theaters in Essen sein. Doch der dortige Stadtrat wird erst am 22. März final darüber entscheiden. Frömming wollte die Veröffentlichung nicht kommentieren mit dem Hinweis, „ich befinde mich in einem laufenden Verfahren.“

Lücke im Direktorenmodell

Am Freitag nun berichtete der Bayerische Rundfunk über den möglichen Wechsel, der fürs Landestheater zur Unzeit käme. Bisher war geplant, dass es ab der neuen Spielzeit 2023/2024 statt eines festen Intendanten lediglich ein sogenanntes Direktorenmodell an der Spitze des Theaters geben soll. Dieses Direktorenmodell wird gebildet von Schauspieldirektor Matthias Straub, Ballettdirektor Mark McClain und Generalmusikdirektor Daniel Carter – doch mit Fritz Frömmings Abschied würde der Part Käufmännischer Direktor zunächst unbesetzt sein.

Mit Frömming würde das Landestheater einen Diplom-Kaufmann verlieren, der seit acht Jahren sehr erfolgreich an der Schnittstelle zwischen Administration und dem künstlerischen Bereich tätig war. Zum 1. Februar 2015 hatte er die Nachfolge von Judith Wollstädter angetreten, die wiederum nur drei Jahre lang diesen Posten inne hatte. Vor ihr war Wolfgang Vatke 26 Jahre lang Verwaltungsdirektor.

Starker Fürsprecher

Fritz Frömming, geboren 1970 in Norden, begann seine berufliche Karriere an der Landesbühne Wilhelmshaven. Anschließend war er Pressesprecher der Städtischen Theater Chemnitz und wechselte schließlich als Marketingdirektor und Referent des Generalintendanten ans Theater Bonn. Seine Coburger Amtszeit war außer von der schwierigen Corona-Zeit vor allem von der langwierigen Suche nach einer Interimsspielstätte geprägt. Letztlich wurde mit dem Globe eine Lösung gefunden – doch noch bevor es eingeweiht werden soll, wird Fritz Frömming wohl schon nicht mehr da sein.

Auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin warten in jedem Fall große Aufgaben – das Thema Generalsanierung mit vielen offenen Fragen ganz besonders. Nicht zuletzt würde das Landestheater einen starken Fürsprecher in eigener Sache verlieren.

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