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Landestheater Coburg
Moss bleibt Boss bis 2029
Die Fahrt soll weitergehen: Der Vertrag mit Neil Barry Moss als Intendant des Coburger Landestheaters ist um zwei Jahre verlängert worden.
Die Fahrt soll weitergehen: Der Vertrag mit Neil Barry Moss als Intendant des Coburger Landestheaters ist um zwei Jahre verlängert worden. // Foto: Eike Walkenhorst
Coburg – Der Vertrag mit Intendant Neil Barry Moss ist um zwei Jahre verlängert worden. Offiziell ausgeschrieben wird die Stelle erneut nicht. Zur „Personalie Straub“ herrscht derweil weiter Schweigen.

Der Theaterausschuss des Coburger Landestheaters ist immer wieder für Überraschungen gut. Vor seiner jüngsten Sitzung Anfang April hatte es Spekulationen gegeben, ob sich das Gremium vielleicht zur „Personalie Straub“ positionieren wird. Denn der Vertrag mit Schauspieldirektor Matthias Straub läuft nach der Spielzeit 2025/2026 aus und soll offenbar nicht verlängert werden. Gegen diese Entscheidung hatte sich in der Öffentlichkeit Protest formiert. 

Drei Wochen nach der Sitzung hat nun die Stadt Coburg eine Pressemitteilung verschickt. Darin wird nur über eine einzige Personalentscheidung informiert, die der Theaterausschuss getroffen habe. Dabei geht es aber gar nicht um Straub, sondern um Intendant Neil Barry Moss.

Moss bleibt Boss

Moss war im Juli 2024 zum Intendanten befördert worden. Er bekam einen Vertrag bis zum Ende der Spielzeit 2026/2027. Dieser Vertrag wurde vorzeitig um zwei Jahre verlängert, also bis zum Ende der Spielzeit 2028/2029.

Stelle des Intendanten wird nicht ausgeschrieben

Nach Informationen des Coburger Tageblatts soll es im Theaterausschuss aber auch Stimmen gegen eine Vertragsverlängerung gegeben haben. So hätten sich manche gewünscht, dass – anders als im Juli 2024 – ein formales Ausschreibungsverfahren für die Intendantenstelle gestartet wird. Moss hätte dann natürlich die Möglichkeit gehabt, sich ebenfalls auf diese Stelle zu bewerben. Es gab allerdings auch Stimmen, die befürchteten, dass Moss durch ein solches Verfahren beschädigt werden könnte. Nun also ist genau das Gegenteil erfolgt: Die vorzeitige Vertragsverlängerung kann als großer Vertrauensbeweis und auch weiterer Vertrauensvorschuss gewertet werden.

Coburgs Oberbürgermeister Sauerteig nimmt Stellung

In der Pressemitteilung wird Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) wie folgt zitiert: „Die Entscheidung des Theaterausschusses gibt uns Planungssicherheit mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2027 und darüber hinaus. Ich hoffe auf ein weiterhin vielseitiges, spannendes Programm und eine sehr gute Auslastung des Globe und der anderen Spielstätten.“

Neil Barry Moss äußert sich in der Pressemitteilung wie folgt: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und darauf, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – mit einem Theater, das berührt, unterhält und zum Nachdenken anregt. Ein Haus, das stolz macht und in dem sich Coburger*innen und Gäste gleichermaßen wiederfinden können.“ 

Wer ist Neil Barry Moss?

In Rekordzeit hatte es Neil Barry Moss bis an die Spitze des Landestheaters Coburg geschafft. Doch bereits zwei Jahre nach seiner Ernennung zum Intendanten ist er diesen Posten jetzt auch schon wieder los.
Neil Barry Moss soll bis 2029 Intendant des Coburger Landestheaters bleiben. // Archiv/Jochen Berger

Neil Barry Moss wurde in Südafrika geboren und studierte Oper, Musik- und Theaterwissenschaften in Kapstadt. 2015 graduierte er im Studiengang Regie und Dramaturgie in Verona, Italien. Selbigen Jahres gab er sein Debüt als Regisseur mit „Die Hochzeit des Figaro“ am Teatro Rossini in Pesaro. Von 2016 bis 2019 war er als Regieassistent, Regisseur und Kostümbildner an der Staatsoper Hannover engagiert. Von 2019 bis 2023 war er Spielleiter an der Deutschen Oper Berlin und gab 2020 dort sein Hausdebüt mit der preisgekrönten Inszenierung „Das Rheingold auf dem Parkdeck“.

 „Fausts Verdammnis“ in der Morizkirche

2022 inszenierte er als Gast-Regisseur für das Landestheater Coburg die erfolgreiche Produktion „Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz in der Morizkirche.

Zur Spielzeit 2023/24 wurde Neil Barry Moss Operndirektor am Landestheater Coburg und zugleich Teil des sogenannten Direktorengremiums. Dieses Direktorengremium übernahm sozusagen die Aufgaben eines Intendanten. Dem Gremium gehörte unter anderem auch Schauspieldirektor Matthias Straub an.

Beförderung zum Intendanten

Am Ende der Spielzeit 2023/2024 überraschte er Theaterausschuss mit einer Entscheidung: Das Modell mit dem Direktorengremium wurde früher als erwartet beendet. Stattdessen wurde Neil Barry Moss zum Intendanten befördert.

In der aktuellen Pressemitteilung der Stadt Coburg wird Neil Barry Moss sehr gelobt. So habe er in der Spielzeit 2024/2025 viele künstlerische „Akzente“ gesetzt, etwa mit seinen Inszenierungen von „Il trittico“, „Der fliegende Holländer“ sowie dem Musical „Chicago“. Darüber hinaus habe er in seiner Rolle als Intendant „die gesamtkünstlerische und strukturelle Weiterentwicklung des Hauses erfolgreich vorangetrieben“, wie es wörtlich heißt, und zwar „von der Spielplankonzeption über die Profilierung des Ensembles bis hin zur strategischen Ausrichtung des Landestheaters“. Dies wolle er in den kommenden Jahren weiter ausbauen.

 

 

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