Nach der missglückten Premiere von „Don Karlos“ am vergangenen Samstag im Globe hat das Landestheater Coburg jetzt auf die geballte Kritik reagiert. Wie am Dienstag mitgeteilt wurde, wird die nächste Vorstellung von „Don Karlos“, die bereits für den kommenden Samstag (28. September) geplant war, verschoben. Stattdessen sollen „intensive Proben“ durchgeführt werden, um bei künftigen Vorstellungen ein „einwandfreies Klangerlebnis“ sicherzustellen.
Beim Premierenpublikum entschuldigt sich das Landestheater, und zwar nicht nur mit Worten. So werden alle Premierengäste zu einem kostenfreien Wiederholungsbesuch eingeladen.
Bleiben Sie mit dem Coburger Tageblatt auf dem Laufenden und holen Sie sich jetzt unseren kostenlosen Newsletter.
Eine „Qual“ im Globe
Auch die Rezension im Coburger Tageblatt war eindeutig. Carolin Herrmann monierte, dass die Schauspieler „nur mühsam zu verstehen“ seien. Wörtlich forderte sie mit Blick aufs erst im vergangenen Jahr fertiggestellte Globe als Interimsspielstätte des Landestheaters: „Es müssen wohl Fachleute klären, warum die Akustik bei den Konzerten einfach fantastisch ist, während einzelne Stimmen wie im Nebel verschwinden.“ Und: Die Theaterleitung müsse „bald“ reagieren.
In ihrem Premieren-Fazit sprach Carolin Herrmann gar von einer „dreieinviertelstündigen Qual“ im Globe.
Lesen Sie hier noch einmal unsere Rezension:
Diese und auch viele andere kritischen Äußerungen sind an den Verantwortlichen des Landestheaters offenbar nicht spurlos vorübergegangen. Im Gegenteil: Man reagiert.
Hier die am Dienstag veröffentlichte Stellungnahme des Landestheaters Coburg im kompletten Wortlaut:
„Bei der Planung des Globe Coburg als Interimsstätte spielte die Akustik eine zentrale Rolle. Das renommierte Akustikbüro Müller-BBM aus Planegg wurde frühzeitig in die Planungen einbezogen, mit dem Ziel, sowohl die Bauakustik als auch die Saalakustik optimal zu gestalten. Das bedeutet: Der Bühnenraum wird bestmöglich vor Außengeräuschen abgeschirmt und gleichzeitig so gestaltet, dass eine hervorragende Klangqualität gewährleistet ist.
Das Globe wird von Besucher*innen immer wieder aufgrund seiner exzellenten Akustik gelobt. Jedoch stellt seine nicht alltägliche Architektur (Rundbau) jede neue Inszenierung immer wieder vor die Herausforderung, sich mit dem Raum und seinen technischen Möglichkeiten neu auseinanderzusetzen.
Bei der Premiere von „Don Karlos“ ist uns dies nicht überzeugend gelungen.
Bei den Gründen für die unzureichende Tonqualität handelt es sich um eine Mischung aus verschiedenen Ursachen. Nach einem Jahr in der Interimsstätte haben wir bereits viele Erfahrungen gesammelt, lernen aber weiter dazu. Die Premierenvorstellung von „Don Karlos“ entspricht nicht unserem Anspruch und dem gewohnten Niveau unseres Hauses. Die Verärgerung unseres geschätzten Publikums können wir nachvollziehen und bedauern dies sehr.
Was tun wir jetzt, um eine einwandfreie Tonqualität für die nächste Aufführung sicherzustellen? Der nächste geplante Vorstellungstermin am Samstag, 28. September, wird abgesagt und für Proben genutzt. Bis zur nächsten Vorstellung am Donnerstag, 3. Oktober, wird am Bühnenaufbau, der Technik und der Inszenierung gefeilt, damit ein einwandfreies Klangerlebnis gegeben ist und das Publikum sich voll und ganz auf die Inszenierung freuen kann.
Wir bitten das Publikum um Entschuldigung und laden alle Premierengäste von „Don Karlos“ als Wiedergutmachung zu einem kostenfreien Besuch bei einer weiteren Vorstellung ein, um sich ohne Einschränkungen vom Stück überzeugen zu können. Für die Abwicklung wenden sich die betroffenen Besucher*innen bitte direkt an die Theaterkasse.
Selbstverständlich laden wir auch die Medienvertreter*innen zu einem erneuten Besuch ein und bitten darum, der Inszenierung ohne Höreinschränkungen eine zweite Chance zu geben."













