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Große Vorfreude
Verliebt in den Coburger Weihnachtsmarkt
Vor 40 Jahren verkaufte Marianne Breitenberger (links) erstmals Pasteten sowie Schinken- und Wurstspezialitäten auf dem Coburger Weihnachtsmarkt. Inzwischen hat Miriam Lange den Stand übernommen.
Vor 40 Jahren verkaufte Marianne Breitenberger (links) erstmals Pasteten sowie Schinken- und Wurstspezialitäten auf dem Coburger Weihnachtsmarkt. Inzwischen hat Miriam Lange den Stand übernommen. // Oliver Schmidt
Coburg – Marianne Breitenberger war mit ihrem Stand eine echte Institution auf dem Weihnachtsmarkt. Jetzt gibt sie ein kleines Comeback. Im Gespräch schwärmt die 85-Jährige von Coburg, den Menschen und von einem besonderen „Schatz“.

Man mag es kaum glauben, aber Marianne Breitenberger ist tatsächlich schon 85 Jahre alt. Doch die Markthändlerin, die ursprünglich aus Berlin stammt, gibt sich auf Nachfrage bescheiden: „Ich war ja viel an der frischen Luft!“ Sagt’s und lacht laut und herzlich. Ihre gute Laune liegt auch daran, dass sie seit Donnerstag wieder an einem Ort ist, an dem sie sich immer sehr wohl fühlt. In Coburg. Oder, genauer gesagt: auf dem Weihnachtsmarkt in Coburg.

Der Coburger Weihnachtsmarkt findet auf dem historischen Marktplatz statt.
Der Coburger Weihnachtsmarkt findet auf dem historischen Marktplatz statt. // Coburg Marketing

Es war allerdings keine Liebe auf den ersten Blick, wie Marianne Breitenberger im Gespräch mit dem Coburger Tageblatt verrät. 1982, als sie zum ersten Mal ihren Verkaufsstand für alpenländische Wurst- und Schinkenspezialitäten aufgebaut hatte, fuhren noch Busse über den Marktplatz – selbst im Dezember während des Weihnachtsmarkts! Marianne Breitenberger fand das schrecklich und sagte zu ihrem Mann: „In dieser Stadt bleibe ich nicht!“ Zum Glück blieb das eine leere Drohung. Denn als gut zwei Jahrzehnte später die Busse vom Marktplatz verbannt waren (und zwar sogar ganzjährig!), durfte der Stand von Marianne Breitenberger bereits als „Institution“ auf dem Coburger Weihnachtsmarkt bezeichnet werden. Und erst recht war er das, als Marianne Breitenberger den Stand 2019 an die fast 60 Jahre jüngere Miriam Lange übergab.

Mehr als nur ein kleiner Plausch

Auf die Frage, ob der große Erfolg an ihrem Charme gelegen habe, kommt wieder eine ganz typische Antwort: „Es lag vor allem an der hohen Qualität meiner Ware!“ Doch alle Stammkunden dürften bestätigen: Nein, es lag sehr wohl auch an der besonderen Art von Marianne Breitenberger. „Ja, ich hatte viele treue Kunden“, bestätigt sie. Oft habe sich mehr als nur ein Plausch entwickelt. „Manche haben mir ihr ganzes Leben erzählt!“ Marianne Breitenberger wusste diese Vertrautheit sehr zu schätzen. Denn grundsätzlich sei sie der Meinung, dass die Coburgerinnen und Coburger „gar nicht so leicht zu kriegen“ sind. Doch wenn der Funke mal übergesprungen ist, dann könne eine Verbindung auch lange Bestand haben.

Bewundernde Blicke

Um so mehr freut sich Marianne Breitenberger jetzt auf ein Wiedersehen mit vielen Freunden aus den vergangenen 40 Jahren. Denn: Für ein paar Tage ist Marianne Breitenberger wieder da und wird im Verkaufsstand von Miriam Lange sogar mithelfen. „Am liebsten würde ich ja bis Weihnachten bleiben“, sagt die 85-Jährige, woraufhin sie bewundernde Blicke von Miriam Lange erntet: „Mir tut nach den vier Wochen alles weh – und bei Frau Breitenberger hat man das Gefühl, ihr macht das alles gar nichts aus!“

Vor 40 Jahren verkaufte Marianne Breitenberger erstmals Pasteten sowie Schinken- und Wurstspezialitäten auf dem Coburger Weihnachtsmarkt.
Vor 40 Jahren verkaufte Marianne Breitenberger erstmals Pasteten sowie Schinken- und Wurstspezialitäten auf dem Coburger Weihnachtsmarkt. // Oliver Schmidt

Marianne Breitenberger lächelt. Zunächst macht auch sie ein Kompliment: „Miriam ist ein Schatz!“ Und dann kommt wieder ihre Bescheidenheit zum Vorschein: „So fit bin ich doch gar nicht. Ich hatte bereits fünf Bandscheibenvorfälle.“ Das ist aber kaum ein Wunder, wenn man sich das arbeitsreiche Leben von Marianne Breitenberger anschaut. 50 Jahre lang waren sie und ihr Mann als Markthändler unterwegs. Bei diversen Festen und Märkten verkauften sie ihre Schinken- und Wurstwaren sowie Brüsseler und französische Pasteten. Vor 40 Jahren fassten sie den Entschluss, erstmals auch Weihnachtsmärkte zu besuchen. Sie teilten sich auf: „Mein Mann hatte einen Stand in Bamberg und ich in Coburg.“ Dass sie es besser getroffen hatte, daran besteht für Marianne Breitenberger bis heute kein Zweifel: „Ich liebe Coburg! Die Stimmung hier auf dem Marktplatz, die vielen netten Menschen – es ist so zauberhaft!“

Schreckliche Corona-Zeit

Dieses Jahr steht der Weihnachtsmarkt natürlich unter einem ganz besonderen Stern, nachdem er 2020 und 2021 wegen Corona nicht stattfinden konnte. „Das war eine furchtbare Zeit“, sagt Marianne Breitenberger. Am schlimmsten sei für sie gewesen, dass sie während der Lockdowns ihre Enkelkinder nicht besuchen durfte. Zumal sie seit dem Tod ihres Mannes ohnehin viel alleine sei in ihrer Wahlheimat am Chiemsee. Auch deshalb freut sie sich jetzt auf viele nette Begegnungen in Coburg.

Eröffnung am Freitag

Termin Der Coburger Weihnachtsmarkt wird am Freitag, 25. November, 17 Uhr, auf dem Marktplatz eröffnet und hat bis einschließlich 23. Dezember täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet (Verkauf von Speisen und Getränken bis 21.30 Uhr). Infos zum Rahmenprogramm unter coburger-weihnachtsland.de

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